Bio-Landwirtschaft

Baden-Württemberg: Haupt- und Landesgestüt Marbach wird Biobetrieb

Baden-Württemberg will bis 2030 30 bis 40 % Ökolandbau – auch auf landeseigenen Betrieben. Das Haupt- und Landesgestüt Marbach soll nun als Vorbild starten.

„Das Land Baden-Württemberg fördert den ökologischen Landbau und verfolgt das Ziel von 30 bis 40 % ökologisch bewirtschafteter Fläche in Baden-Württemberg bis 2030. Dabei kommt den landeseigenen Lehr- und Versuchsanstalten eine Vorbildrolle zu. Im Zuge dessen werden bei den Lehr- und Versuchsanstalten des Landes Teilbetriebe auf ökologische Wirtschaftsweise umgestellt“, erklärte Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauk.

Dies gelte auch für die Außenwirtschaft des Haupt- und Landgestüts Marbach. Es leiste mit der nun beginnenden Umstellung der Flächenbewirtschaftung auf ökologischen Landbau einen wichtigen Beitrag zu dieser Zielsetzung und solle gleichzeitig Impulsgeber sein.

Das Haupt- und Landgestüt Marbach in Gomadingen (Landkreis Reutlingen) auf der Schwäbischen Alb hat in enger Zusammenarbeit mit der Kontrollbehörde für ökologischen Landbau am Regierungspräsidium Karlsruhe und der Landesanstalt für Landwirtschaft, Ernährung und Ländlichen Raum Schwäbisch Gmünd eine Konzeption zur Umstellung der Bewirtschaftung des Betriebs auf ökologische Wirtschaftsweise erarbeitet. Nach dieser Konzeption wird nun ab Juli die Außenwirtschaft nach den Grundsätzen des ökologischen Landbaus bewirtschaftet.

Ökologische Bewirtschaftung ab 01. Juli

Der offizielle Startschuss zum Beginn der Umstellung der Flächen wird mit der Anmeldung bei der Öko-Kontrollstelle am 1. Juli 2022 fallen, sodass diese dann im Sommer 2024 nach zwei Jahren Umstellungszeit abgeschlossen ist. Verbunden mit der Umstellung ist die Qualifizierung der in diesem Bereich tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Anschaffung ökospezifischer Technik zur Bewirtschaftung der Flächen.

„Ich bin dem Haupt- und Landgestüt Marbach und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sehr dankbar, dass sie sich dieser neuen Aufgaben und den damit verbundenen Herausforderungen stellen. In persönlichen Gesprächen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern habe ich eine große Bereitschaft, Offenheit und Motivation gespürt. Das freut mich!“, so Hauk.

Jetzt schon und verstärkt im Zuge der Umstellung werden beim Haupt- und Landgestüt Marbach aktuelle Themen und Fragen bearbeitet, die mit der ökologischen Bewirtschaftung in Verbindung stehen, wie der Anbau von Luzerne zur Pferdefütterung, die Verwertung von Pferdemist sowie Fragen zur Düngung und Pflegemaßnahmen im Grünland.

Hintergrund: Baden-Württemberg verpflichtet sich mit dem Biodiversitätsstärkungsgesetz und Änderungen im Landwirtschafts- und Landeskulturgesetz unter anderem dazu, bis zum Jahr 2030 die Bewirtschaftung von 30 bis 40 % der landwirtschaftlich genutzten Flächen im Land nach den Grundsätzen des ökologischen Anbaus anzustreben. Die Umstellung der Außenwirtschaft des Gestüts ist dabei eine Teilmaßnahme.

Neben dem Haupt- und Landgestüt wurden bzw. werden auch Teilbetriebe der weiteren Landeseinrichtungen mit den Schwerpunkten Ackerbau, Grünlandwirtschaft, Tierhaltung sowie Obst- und Weinbau auf ökologische Bewirtschaftung umgestellt bzw. über Projekte aktuelle Fragen des ökologischen Landbaus bearbeitet. Ziel ist es, an den Lehr- und Versuchseinrichtungen Themen und Fragen des Ökolandbaus und der ökologischen Tierhaltung in der angewandten Forschung zu bearbeiten sowie in die Bildung und den Wissenstransfer einzubinden.


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