Ökolandbau

Bayern: Grüne fordern bessere Erfassung der Ökoerntemengen

Die Fraktion der Grünen im Bayerischen Landtag fordert im Agrarausschuss die bayerische Staatsregierung auf, die Erzeugung von Bioprodukten genauer zu erfassen.

Im Agrarausschuss des bayerischen Landtags am Donnerstag dieser Woche reichen die Grünen den Antrag „Ökologische Lebensmittelerzeugung in Bayern – repräsentative Daten erfassen und Entwicklungen lenken“ ein.

Laut Antrag wird die Staatsregierung aufgefordert, die Ernte- und Produktionsmengen ökologisch wirtschaftender Betriebe in Bayern repräsentativ zu erfassen, Daten zur ökologischen Rinderhaltung getrennt nach Mutterkuhhaltung und Milchvieh, Bullen-, Färsen- und Ochsenmast zu erheben, die Entwicklung von Absatz, Preisentwicklung, Export und Import von Bioprodukten in Bayern darzustellen und im nächsten Jahresbericht über die ökologische Landwirtschaft, Verarbeitung und Vermarktung in Bayern zu veröffentlichen.

Keine Erfassung von Ernte- und Produktionsmengen

Die Grünen begründen den Antrag damit, dass im diesjährigen Jahresbericht über die ökologische Landwirtschaft, Verarbeitung und Vermarktung in Bayern darauf verwiesen wird, dass aufgrund fehlender Erfassung der Ernte- und Produktionsmengen ökologisch wirtschaftender Betriebe hierzu keine belastbaren Angaben gemacht werden könnten. Zudem werde auf fehlende Daten des Biomarktes in Bezug auf Absatz, Preisentwicklung und Import von Bioprodukten hingewiesen.

Das Landesprogramm BioRegio2020 und das Nachfolgeprogramm BioRegio2030 verfolgten das Ziel, die stetig wachsende Nachfrage nach Bio-Erzeugnissen mit in Bayern erzeugten Produkten zu decken. Um die Entwicklung des Biomarktes politisch bestmöglich zu begleiten und Bildung, Beratung, Förderung, Vermarktung und Forschung anzupassen, brauche es deshalb deutlich mehr belastbare Daten.

"Wenn Bio nochmals einen großen Schub erhalten soll ­- 30% bis 2030 in Bayern sind gesetzlich vorgeschrieben - müsste noch einiges passieren", fordert Gisela Sengl, agrarpolitische Sprecherin der Grünen im bayerischen Landtag. In vielen Bereichen würden kaum Zahlen zum Biobereich in Bayern erfasst – das sei aber eigentlich unerlässlich für die vernünftige Planung von staatlichen Maßnahmen zur Bio-Förderung, betont Sengl.

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