Situationsbericht

Biolandwirte stellen gut 6 % der Verkaufserlöse der Landwirtschaft

Die Verkaufserlöse der Biolandwirte sind 2020 um 12 % auf 2,86 Mrd. € gestiegen. Damit fällt das Wachstum nach einem Anstieg von 4 % im Jahr 2019 wieder zweistellig aus.

Wegen eines niedrigen Ertragsniveaus und eines höheren Arbeitsaufwands sind Öko-Landwirte trotz deutlich geringerer Ausgaben für Betriebsmittel auf höhere Erzeugerpreise und Ökoprämien angewiesen, um wirtschaftlich bestehen zu können.

Während der meist zweijährigen Übergangsphase eines Betriebes von konventioneller auf ökologische Landwirtschaft entstehen außerdem hohe Umstellungskosten, die nur teilweise durch staatliche Öko-Förderung aufgefangen werden, die in den Bundesländern unterschiedlich hoch ausfällt. Nach Angaben für 2020 wurden in Deutschland genau 300 Mio. € aus Mitteln der Europäischen Union, des Bundes und der Länder für die Flächenförderung des ökologischen Landbaus aufgewandt. Davon entfallen zwei Drittel auf EU-Mittel, stellt der neue DBV-Situationsbericht fest.

Tabelle

Flächenbezogene Förderung (Bildquelle: DBV-Situationsbericht 2021/22)

Verkaufserlöse gestiegen

Die Verkaufserlöse der Bio-Landwirte sind 2020 um 12 % auf 2,86 Mrd. € gestiegen. Damit fällt das Wachstum nach einem Anstieg von 4 % im Jahr 2019 wieder zweistellig aus. Grund sind vor allem höhere Preise für verschiedene Produkte, und in kleinerem Umfang größere Produktionsmengen, so der Situationsbericht weiter.

Die führenden Marktsegmente bei Bioprodukten sind andere als im konventionellen Bereich. 50 % der Erlöse stammen aus der pflanzlichen Erzeugung, während der entsprechende Anteil im gesamten Landbau nur 39 % beträgt. Eine besonders große Rolle spielen mit 21 % Erlösanteil der Öko-Gemüse- und -Kartoffelabsatz.

In der tierischen Erzeugung ist der Unterschied besonders deutlich bei Bio-Eiern. Diese stellen 12 % der Bio-Verkaufserlöse, jedoch nur 2 % im konventionellen Bereich. Entgegengerichtet ist das Verhältnis der Verkaufserlöse der Produktgruppe Fleisch, in der Bio einen vergleichsweise geringen Anteil hat.

Grafik

Konventionelle und Ökobauern im Vergleich (Bildquelle: DBV-Situationsbericht 2021/22)

Umsatz mit Öko-Lebensmitteln 2020 bei 15 Mrd. €

Die Nachfrage nach Bio-Produkten in Deutschland ist stark steigend. Das durchschnittliche Nachfragewachstum der 10 Jahre bis 2019 lag jährlich bei knapp 8 %. Seit dem Lockdown im März 2020 ist besonders die Nachfrage nach frischen Öko-Lebensmitteln erheblich gestiegen.

Der deutsche Öko-Markt wuchs 2020 gegenüber dem Vorjahr um 22 Prozent auf 14,99 Mrd. €. Die Nachfrage kann aber nur teilweise durch deutsche Öko-Produkte befriedigt werden. So kamen 2019/20 schätzungsweise 15 % des Bio-Getreides, 28 % der Bio-Trinkmilch und 27 % des Bio-Schweinefleisches aus dem Ausland.

Weiteres Wachstum 2021 erwartet

Vom gesamten Öko-Umsatz in Deutschland entfallen 9,1 Mrd. € oder gut 60 % auf den Lebensmitteleinzelhandel und 3,7 Mrd. € oder knapp 25 % auf den Naturkostfachhandel. In sonstigen Geschäften (Bäckereien, Hofläden, Wochenmärkten etc.) wurden 2020 Bio-Produkte im Wert von 2,2 Mrd. € (15 %) gekauft. Der Bio-Anteil an der Verbrauchernachfrage nach Lebensmitteln lag 2020 bei 6,4 %.

Die höchsten Öko-Umsatzanteile am gesamten Lebensmittelmarkt erreichten Öko-Eier mit 14 % und Öko-Konsummilch mit 10 %. In 2020 sorgte Corona für eine stark steigende Nachfrage nach Ökoprodukten aller Produktkategorien. Das deutsche Bio-Siegel nutzen rund 6.300 Lizenznehmer für die Kennzeichnung von rund 93.300 Produkten (Stand 30.06.2021). Für 2021 zeichnet sich ein weiterer, allerdings abgeschwächter Nachfrageboom bei Öko-Lebensmitteln ab.


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