Regional, ökologisch versorgt

Brandenburg stellt Ökoaktionsplan vor

Brandenburg will 20 % Ökoanbau erreichen und parallel die gesamte Wertschöpfungskette in diese Richtung stärken. Rückenwind böten Green Deal und Farm-toFork-Strategie.

Brandenburgs Agrarminister Axel Vogel (Grüne) hat am Freitag geneinsam mit Sascha Philipp als Sprecher der Ökoanbauverbände und Elke Röder von der Terra Naturkost Handels KG den in einem breiten Beteiligungsprozess entstandenen Ökoaktionsplan vorgestellt.

Download Ökoaktionsplan

Rund 50 Akteure aus Landwirtschaftsbetrieben, der Verarbeitungs- und Vermarktungsbranche, aus Verbänden, wissenschaftlichen und Bildungseinrichtungen, Verwaltung und der Bürgerschaft hatten im letzten halben Jahr Maßnahmen in vier Handlungsfeldern erarbeitet.

Mehr Biolebensmittel und Eigenversorgung

Ziel ist es, die Region Brandenburg/Berlin nachhaltig und ausreichend mit ökologisch erzeugten Lebensmitteln zu versorgen und damit Betrieben auch neue Einkommensmöglichkeiten in regionalen Wertschöpfungsketten zu erschließen, die im Vergleich zu globalen Ketten resilienter sind. "Damit wollen wir auch den Beitrag der Landwirtschaft zum Schutz von Klima, Umwelt und biologischer Vielfalt steigern und den regionalen Bio-Sektor entlang der gesamten Wertschöpfungskette stärken“, so Vogel.

Bis 2024 sollen nun 20 % der landwirtschaftlich beziehungsweise gartenbaulich genutzten Fläche biologisch bewirtschaftet werden. Dafür sind der gesamte regionale Biosektor entlang der Wertschöpfungskette von den Landwirten bis zu den Verbrauchern weiterzuentwickeln und die Vernetzung aller Akteure sowie der Wissenstransfer aus Forschung und Praxis in beide Richtungen zu verbessern, so Vogel.

Vier Handlungsfelder

  • Wertschöpfung ökologisch regional: Verarbeitung und Vermarktung in der Region voranbringen
  • Wissenstransfer im Ökolandbau stärken
  • Umstellen und Dabeibleiben: Zuverlässige Rahmenbedingungen für die Betriebe im Land
  • Vernetzung verbessern.

1. Wertschöpfung – Regionale ökologische Verarbeitung und Vermarktung:

Beispielmaßnahmen:

  • Förderrichtlinie für klimaschonende Wertschöpfungsketten
  • Einführung des Brandenburger Qualitätssiegels „Bio-Zeichen Brandenburg“
  • Fortführung der finanziellen Unterstützung für Absatzförderung/Marketingmaßnahmen, beispielsweise Messeteilnahmen
  • produktbezogene Informationsveranstaltungen zur Marktentwicklung (Obst, Gemüse, Fleisch usw.)
  • Steigerung des Bio-Einsatzes in der Außer-Haus- und Gemeinschaftsverpflegung über nachhaltige Beschaffungskriterien im Vergabehandbuch des Landes und die Ernährungsstrategie (mit dem Verbraucherschutzministerium MSGIV sowie Senat Berlin)

2. Wissenstransfer

Beispielmaßnahmen:

  • Stärkung, Sicherung und bessere Vernetzung des Öko-Feldversuchswesens als Baustein den Ökolandbau wissensbasiert und zukunftsfähig zu halten
  • Landeschulobstprogramm mit Schwerpunkt auf regionalem und ökologischem Obst / Wettbewerb: Lernort Bauernhof
  • Konzept für ein Kompetenzzentrum Ökolandbau / Unterstützung für den Aufbau eines Praxis-Forschungsbetriebsnetzes für Ökolandbau (Bundesprogramm ökologischer Landbau besser nutzen)

3. Rahmenbedingungen für Betriebe

Beispielmaßnahmen:

  • höhere Prämie für die Umstellung für Öko-Ackerland ab 2022. Fortführung höherer Prämien für Gemüse und Dauerkulturen
  • Betriebsdiversifizierung über die Fördermaßnahmen der einzelbetrieblichen Investitionen, Zusammenarbeit und Europäische Innovationspartnerschaften
  • Fortführung der ökologischen Flächenförderung über das Kulturlandschaftsprogramm (KULAP)
  • Bio-Markt-Bericht: Studie zum Marktbedarf ökologischer Produkte

4. Vernetzung

Beispielmaßnahmen:

  • Durchführung von Öko-Aktionstagen ab 2022
  • Förderung von Leuchtturmprojekten zur Zusammenarbeit zwischen Land- und Lebensmittelwirtschaft / Öko-Modellregionen ab 2023
  • Digitale Vernetzungsplattform
  • Beteiligungsprozess

Im Jahr 2020 wurden in Brandenburg mit insgesamt 188.605 ha 14.352 ha mehr als 2019 ökologisch bewirtschaftet. Dies entspricht einen Anteil von 14,4 % an der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche von 1,3 Mio. ha.


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