Erfahrungsberichte

Buchweizen aus Deutschland hat gute Chancen für Renaissance Plus

Einst in Deutschland weit verbreitet, steigt die Nachfrage nach Bio-Buchweizen aus heimischem Anbau seit einigen Jahren wieder kontinuierlich. Ein Landwirt und ein Vermarkter berichten.

Der Bericht ist zuerst erschienen im bioland-Fachmagazin für ökologischen Landbau 09/2020.

Die Preise für Bio-Getreide waren in den vergangenen Jahren wenig stabil. Deshalb machen sich viele Landwirte vermehrt Gedanken darüber, welche Kulturen sie alternativ anbauen können. Ziel ist dabei nicht nur eine sichere Einnahmequelle, sondern auch eine erweiterte, aufgelockerte Fruchtfolge.

Buchweizen eignet sich dafür mit einer Pfahlwurzel und der späten Anbauperiode ideal. Er ist als Pseudogetreide bekannt, weil er sich für den menschlichen Verzehr eignet, zählt aber zu den Knöterichgewächsen.

China ist das Hauptanbaugebiet für Buchweizen und dort liegt auch sein Ursprungsgebiet. Zwischen dem 16. und dem 19. Jahrhundert wurde Buchweizen in ganz Mitteleuropa angebaut. Er galt damals als „Arme-Leute-Essen“, da er auch auf kargen Böden gut gedeiht. Mit zunehmendem Anbau der Kartoffel verlor er aber an Bedeutung und verschwand fast vollständig von deutschen Ackerflächen.

Seit einigen Jahren kehrt der Buchweizen aber in das Bewusstsein der Landwirte und Verbraucher zurück. Unter anderem hat er einige ernährungsphysiologische Vorteile:

  • glutenfrei
  • reich an den Vitaminen E, B1 und B2
  • hohe Mineralstoffgehalte: Kalium, Eisen, Calcium, Magnesium und Kieselsäure
  • viel Lysin und Trypthophan
  • hohe Mengen des sekundären Pflanzennährstoffs Rutin: fördert die Durchblutung, beugt Venen- und Gefäßerkrankungen vor

Bio-Landwirte haben in Deutschland im Jahr 2019 auf circa 1.200 ha Buchweizen angebaut, so die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft AMI. Hauptanbaugebiete sind Brandenburg und Mecklenburg- Vorpommern.

Im Norden…

Auf der schleswig-holsteinischen Seite an der Landesgrenze zu Mecklenburg-Vorpommern bewirtschaftet Kay Hansen einen 750 ha großen Bioland-Betrieb. Jährlich baut er circa 20 bis 25 ha Buchweizen an. Er hat einen Anbauvertrag mit der Bohlsener Mühle in der Lüneburger Heide abgeschlossen.

Dass er sich vor einigen Jahren am Anbau von Buchweizen probierte, war ein Zufall. Eines seiner Felder war Mitte Juni so stark vernässt, dass er überlegte, welche Kultur er zu diesem späten Zeitpunkt noch säen könnte. Er versuchte es erfolgreich mit Buchweizen. Es handelte sich dabei allerdings noch um den kleinkörnigen Buchweizen, der sich nicht für die Lebensmittelproduktion eignet. Im darauffolgenden Jahr baute er dann eine großkörnige Buchweizensorte an, um sie zu dreschen.

Großkörniger Buchweizen wird auch als Echter oder Gewöhnlicher Buchweizen bezeichnet. Sandige Böden eignen sich für den Anbau von Buchweizen besonders gut. Die durchschnittlich 650 mm Jahresniederschlag in der Region genügen dem...

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Diskussionen zum Artikel

von Erwin Schmidbauer

Widerspruch im System

Wie soll man bei einem Ertrag von 500 bis 1500 kg/ha die Ernährungs der Weltbevölkerung sichern, wenn bei anderen Getreide leicht der doppelte Ertrag möglich ist? Da hilft dann nicht einmal mehr die vegane Lebensweise.

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