BÖLN

Forschungsoffensive für ein optimiertes Nährstoffmanagement im Ökolandbau gestartet

Forscher befassen sich mit der Entwicklung neuer Düngestrategien für den ökologischen Landbau, mit der Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit und einer verbesserten Verwertung von Bio- und Grüngutkomposten.

Die Nährstoffversorgung ist in vielen Kulturen des ökologischen Acker- und Gemüsebaus nicht optimal. Deshalb hat das Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) eine Forschungsoffensive in diesem Bereich gestartet und fördert mit 10,7 Millionen Euro insgesamt neun Forschungsprojekte, die sich mit der Optimierung des Nährstoffmanagements im ökologischen Landbau beschäftigen. Mit der Übergabe der letzten Zuwendungsbescheide an verschiedene Universitäten und andere Forschungseinrichtungen im Oktober 2019 sind inzwischen alle Projekte gestartet.

Ziele der Projekte sind unter anderem die Entwicklung neuer Düngestrategien für den ökologischen Acker- und Gemüsebau, die Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit, etwa durch Transfermulch oder eine optimierte Durchwurzelung von Ober- und Unterboden, sowie eine verbesserte Verwertung von Bio- und Grüngutkomposten. Weiterhin geht es in den Vorhaben um eine verbesserte Nutzung von Kleegras in viehlosen Biobetrieben und die Erarbeitung neuer, angepasster Fruchtfolgen für den Ökolandbau. Zudem werden der Einfluss der Bewässerung auf die Nährstoffeffizienz und Produktivität untersucht und webbasierte Tools für Strategien zur optimierten Nährstoffversorgung im ökologischen Gemüsebau entwickelt.

Eine Schlüsselstellung im BÖLN-Konzept nimmt das Verbundvorhaben NutriNet ein. Unter Koordination der Bioland Beratung GmbH wird ein deutschlandweites Netzwerk mit 60 ökologischen Praxisbetrieben aufgebaut, das in sechs Regionen mit unterschiedlichen natürlichen Voraussetzungen eingeteilt wird.

In sogenannten Field-Schools entwickeln die Leiterinnen und Leiter der Netzwerksbetriebe ihr Wissen zur Nährstoffversorgung gemeinsam weiter. Jeder Betrieb plant in Zusammenarbeit mit Beratern und einem Forschungsteam eigene Versuche zur Düngung, setzt sie um und tauscht sich regelmäßig mit den anderen beteiligten Betrieben der Region über die Ergebnisse aus. Das im Netzwerk gesammelte Wissen wird darüber hinaus zentral gesammelt und praxisnah aufbereitet, um es auch anderen interessierten Betrieben zur Verfügung zu stellen. Das Praxisnetzwerk NutriNet hat eine Laufzeit bis zum Frühjahr 2024.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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