Biolandbau

Hessen stellt den neuen Ökoaktionsplans 2020 - 2025 vor

In Hessen werden fast 15 % der landwirtschaftlichen Fläche ökologisch bewirtschaftet. Damit der Anteil weiter steigt, hat die Grüne Landwirtschaftsministerin Hinz einen Ökoaktionsplan veröffentlicht.

Hessen hat seine Ökolandbaufläche seit 2014 um 40 % ausgeweitet. Laut Landwirtschaftsministerin Priska Hinz ein Anstieg von 80.000 ha auf 113.000 ha, was ihrer Ansicht nach maßgeblich am ersten Aktionsplans läge.

Derzeit werden fast 15 % der landwirtschaftlichen Fläche in Hessen ökologisch bewirtschaftet. Bis 2025 will Hinz nun 18 Mio. Euro Landesmittel für den Ökoaktionsplan, zusätzlich zu weiteren landwirtschaftlichen Förderprogrammen, bereitstellen.

„Der neue Ökoaktionsplan hat insbesondere den Ökolandbau im Fokus, unterstützt jedoch grundsätzlich besonders nachhaltige Landwirtschaft in Hessen und ist deshalb auch für konventionelle Landwirte interessant“, so die Ministerin weiter. „Eine Steigerung des Ökolandbaus erfordert jedoch zugleich weitere Verbesserungen und Anstrengungen in allen den Ökolandbau berührenden Handlungsfeldern: Von einer verstärkten Umstellungsberatung und -begleitung, über eine stabile finanzielle Förderung bis zur einer Stärkung der Verarbeitungs- und Vermarktungsstrukturen."

Der neue Ökoaktionsplan sieht sieben Handlungsfelder vor:

1. Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Landwirtschaft verbessern:
Hessen wird sich weiter für eine auskömmliche Finanzierung, Stärkung des Ökolandbaus und besonders tierwohlgerechte sowie umweltschonende Wirtschaftsformen im Zuge der anstehenden EU-Agrarreformen einsetzen.

2. Klima und Umwelt schützen, Biodiversität erhalten und steigern:
Damit Humus aufgebaut und weitere Nährstoffe für die Pflanzen verfügbar gemacht werden können, wird Bio-Kompost für die Felder benötigt. Für mehr Ökolandbaufläche muss daher auch die Menge an Bio-Kompost gesteigert werden. Im Rahmen des Ökoaktionsplans will Hessen Projekte fördern, die sich jeweils der Verteilung und Verfügbarmachung von Bio-Kompost und der CO2-Speicherung durch Humusaufbau widmen.

Bereits 2019 hat das Hessische Umweltministerium das Programm „Vielfältige Ackerkulturen“ neu aufgelegt, das den Anbau von fünf Kulturen - davon eine Eiweißpflanze - fördert. Im Haushalt 2020 stehen dafür zusätzlich 10 Mio. Euro bereit. Rund 66 % konventionelle und 34 % ökologisch wirtschaftende Betriebe nehmen bereits teil.

3. Regionale Wertschöpfungsketten erhalten und stärken:
Das Hessische Umweltministerium wird eine Studie in Auftrag geben, die die Warenströme der in Hessen erzeugten Bioprodukte und Vermarktungswege untersucht, um weiteres Potential zu erschließen. Das Arbeitsprogramm der Aktionsgemeinschaft ECHT HESSISCH wird außerdem fortgeführt.

4. Wissenschaft und Forschung intensivieren:
2021 werden die bundesweit dritten Ökofeldtage erneut in Hessen, dieses Mal auf dem Versuchsbetrieb der Justus-Liebig-Universität Gießen, dem Gladbacher Hof, stattfinden. Die Steigerung von Ernteerträgen oder auch weitere Verbesserungen bei der Tierhaltung gehören zu den Themen. Für dieses Jahr ist außerdem der Start des Praxisforschungsnetzwerks Hessen für den Ökolandbau geplant, das eine Forschung am konkreten Bedarf der Landwirtinnen und Landwirte vorsieht.

5. Ausbildung und Beratung ausdehnen:
Die Nachfrage nach Umstellungsberatung in Hessen ist in den Jahren seit 2014 massiv angestiegen. Eine Vielzahl neuer Ökobetriebe ist hinzugekommen. Für die entsprechende Beratung ist personelle Verstärkung vorgesehen. Der Ökolandbau soll zudem noch stärker in die Lehrinhalte der Berufs- und Fachschulen integriert werden.

6. Hessische Ökolandbau-Modellregionen ausweiten:
Hinz will Hessen zur ersten Ökomodellregion des Bundes machen und dabei die Vermarktung aller hessischen Produkte stärken. Dafür sollen die Ökomodellregionen ausgeweitet und künftig allen Landkreisen die Teilnahme angeboten werden. Die Ausschreibung zur Teilnahme wurde am 3. Februar 2020 veröffentlicht. Die Bewerbungsfrist endet Ende April. Folgende Regionen gehören bereits dazu: Landkreis Fulda, Region Lahn-Dill-Gießen, Landkreis Marburg-Biedenkopf, Nordhessen, Südhessen, Region Vogelsberg, Landkreis Waldeck-Frankenberg, Landkreis Wetterau.

7. Tierwohl stärken:
Zusammen mit dem Runden Tisch Tierwohl wird ein Tierwohlaktionsplan entwickelt. In der Ökomodellregion Wetterau wird zudem gerade eine mobile Geflügelschlachtanlage gebaut und getestet, was zur Stärkung der Verarbeitungsstrukturen in Hessen beiträgt.


Diskussionen zum Artikel

von Ralf Mandler

Man sollte den Absatz fördern , sonst bricht der Markt durch die Übersättigung zusammen und die Preise fallen noch stärker. Wenn der Markt es verlangt und es können gute Gewinne erzielt werden , stellen wir als landw. Unternehmer von alleine um. Das Pferd wird wieder mal von ... mehr anzeigen

von Carsten Fricke

Aha

Frage an TA: Wievie von den 15% sind Grünland, das keiner mehr braucht ?!

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