Antwort auf AfD-Anfrage

Mehr Ökolandbau führt nicht zwangsläufig zu höherem Flächenbedarf

Die Bundesregierung wehrt sich gegen die pauschale Aussage, dass der Ökolandbau mehr Fläche braucht. Das sei „nicht sachgerecht" weil parallel der Fleischkonsum und die Lebensmittelabfälle sinken.

Eine Ausweitung des ökologischen Landbaus geht trotz geringerer Hektarerträge nicht zwangsläufig mit einer zusätzlichen Flächeninanspruchnahme für die Agrarerzeugung einher. In ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion verweist die Bundesregierung auf einen reduzierten Fleischkonsum sowie verminderte Lebensmittelabfälle, die mit einer Steigerung der Ökoproduktion verbunden seien.

Die pauschale Ableitung eines möglichen Flächenmehrbedarfs sei daher „nicht sachgerecht“, stellt die Bundesregierung in ihrer Antwort fest. Positive Effekte für den Artenreichtum auf den bewirtschafteten Flächen sind ihr zufolge mit einer Umstellung von konventioneller Landwirtschaft auf Ökolandbau verbunden.

Die beim Ökolandbau im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft extensivere Nutzung fördere unter anderem infolge des Verzichts auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln und leicht löslichen mineralischen Düngemitteln die Biodiversität. Auch die emittierten Treibhausgasemissionen seien in der Regel pro Flächeneinheit im Ökolandbau geringer als in der konventionellen Produktion.

Nach Regierungsangaben wurden die Einführung der ökologischen Wirtschaftsweise und deren Beibehaltung im Jahr 2018 mit insgesamt 330,1 Mio Euro gefördert. Davon entfielen 208,2 Mio Euro auf die EU, 77,4 Mio Euro auf den Bund und 44,5 Mio Euro auf die Länder. Darüber hinaus sei das Bundesprogramm ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) 2018 mit 30 Mio Euro ausgestattet gewesen.

Zunahme von Lebensmittelimporten

AfD-Agrarsprecher Stephan Protschka warf der Bundesregierung indes vor, sie treibe den Ausbau des ökologischen Landbaus voran, ohne die daraus resultierenden Folgen zu berücksichtigen. Protschka befürchtet einen Rückgang des Selbstversorgungsgrades bei vielen Produkten und eine Zunahme der Lebensmittelimporte aus dem Ausland, sollte die Regierung an ihrem Ziel festhalten, den Anteil des Ökolandbaus bis 2030 auf 20 % zu steigern. Dem AfD-Politiker zufolge würde man sich den positiven Umwelteffekt der ökologischen Landwirtschaft hierzulande durch eine „Auslagerung der Nahrungsmittelproduktion ins Ausland erkaufen“.


Diskussionen zum Artikel

von Harald Finzel

Ergänzung wegen fehlender Quellenangabe (Einer muss die Arbeit der TopAgrar-Redaktion ja machen...)

Die Kleine Anfrage der AfD-Fraktion kann als "Drucksache 19/13882" gefunden werden. Die Antwort der Bundesregierung ist bereits als "Drucksache 19/14539" im Dokumentationssystem des Bundestags vermerkt, für die Öffentlichkeit aber noch nicht abrufbar. Schade, dass AgE bzw. TopAgrar es ... mehr anzeigen

von Paul Lieb

Die Antwort,

hat die Bundesregierung im Buch mit dem Titel: "Es ist genug für alle da" vom Prinz zu Löwenstein rausgelesen!

von Gregor Grosse-Kock

Regierung

Haben wir etwa schon den real existierenden Kommunismus, das wir uns so verdummen lassen müssen! Der Staat kann kein Bauwerk, kann keine Lehrer, kann keine Infrastruktur, kann keine Integration kann keine Beobachtung von Staatsgefährdern usw, usw. Werdet mal Kleinlaut und macht ... mehr anzeigen

von Heinrich Roettger

Fake News

Auf dem Niveau eines Donald Trump sollte die Bundesregierung nicht diskutieren.Seriöse Antworten sehen anders aus.

von Rudolf Rößle

Fakt ist

sollte die Viehzahl gleich bleiben, wird mehr Fläche benötigt, da Zukaufprodukte zu teuer sind. Wir können zum einen Teil von Turbobiobauern sprechen und von solchen, die jetzt schon extensiv wirtschaften und dann wegen den Prämienanreizen umsteigen. Die Bodenqualität wird nicht ... mehr anzeigen

von Gerhard Steffek

Positive Effekte für den Artenreichtum!!!

Ja!! auch für den Artenreichtum der Schädlinge. Und dann??? Dann biste im Arsch!!! Schön blöd, was??? Hier sieht man wirklich wie ideologieverbohrt mittlerweile diese Regierung ist. Von wem stammt eigentlich die Antwort genau? Von der Schulze? Würde ich sofort glauben. Wie schon ... mehr anzeigen

von Bernd Müller

Dumm!

Einfach nur dumm diese Antwort der Bundesregierung!! Es werden verschiedene Dinge miteinander vermischt. Lebensmittelabfallvermeidung hat nichts mit Öko- oder konventionellem Landbau zu tun. Ebenso wenig der Fleischkonsum. Fakt sind nur zwei Dinge: die Erträge sind geringer und die ... mehr anzeigen

von Georg Summerer

Wieder einmal eine total schwachsinnige Antwort

Was hindert den Handel und den Verbraucher daran auch bei konventionelllen Lebensmitteln weniger Fleisch und auch die niederwertigen Teile eines Tieres zu essen, weniger wegzuwerfen und auch nicht so schönes Gemüse zum kochen zu verwenden? Nichts! Ausser die Bequemlichkeit, die totale ... mehr anzeigen

von Thomas Blöthner

Denkfehler

wie werden dann wohl die Nährstoffkreisläufe gesichert und die Bodenfruchtbarkeit erhalten wenn flächendeckend auf Ökolandwirtschaft umgestellt wird und gleichzeitig die Tierbestände abgebaut werden ? lg

von Wilhelm Grimm

Die doofe Antwort der Bundesregierung beweist, dass wir die AfD dringend brauchen !

Kein AfD- Wähler, aber es wird bei derartigem Dummgeschwätz der Regierung kein Weg daran vorbei führen.

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