Ausbau Ökolandbau

NRW: Drei neue Ökomodell-Regionen gehen an den Start

Nordrhein-Westfalen investiert in den Ausbau des Ökolandbaus. In die drei neuen Öko-Modellregionen Bergisches Rheinland, Kulturland Kreis Höxter und Niederrhein gehen bis zu 720.000 €.

Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen (NRW) will den Anteil ökologisch bewirtschafteter Fläche in NRW von jetzt 6,5 auf 20 % im Jahr 2030 erhöhen. Um das ambitionierte Ziel zu erreichen, hat Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) am vergangenen Donnerstag die Förderzusage über drei Jahre und einem jährlichen Zuschuss von jeweils bis zu 80.000 € an die nun offiziellen drei Öko-Modellregionen überreicht. Das sind:

  • Bergisches RheinLand (Kreis Oberberg, Rheinisch-Bergischer Kreis, Teile des Rhein-Sieg-Kreises): Mittelgebirgsregion mit hohem Grünlandanteil und Weidetierhaltung; Fokus auf höheren Anteil Biomilch und Biorindfleisch mit Verarbeitung und Vermarktung; außerdem Erweiterung der regionalen Produktpalette, Erzeugung von Sonderprodukten und Ausbau des Biogemüse-Anbau.
  • Kulturland Kreis Höxter: Netzwerk, das sich seit 20 Jahren unter der Regionalmarke "Kulturland Kreis Höxter" für ortsnahe und regionale Wirtschaftskreisläufe einsetzt; als "Echte Originale im Ökolandbau" soll Anteil an ökologisch wirtschaftenden Betrieben und Waren gestärkt und Absatzmärkte ausgebaut werden; Biowertschöpfungszentrum zum Anker der Aktivitäten; Fokus auf den Zwischenverarbeitungsstufen.
  • Niederrhein (Kreise Wesel und Kleve): Kreise Kleve und Wesel wollen mit der Landwirtschaftskammer und regionalen Akteuren einen Transformationsprozess: Umbau der Land- und Ernährungswirtschaft nach ökologischen Maßstäben mitsamt Etablierung einer starken Dachmarke bei Erhalt durch bäuerliche Weidewirtschaft geprägten Landwirtschaft und Kulturlandschaft des Niederrheins.

„Ein wichtiges Ziel der Öko-Modellregionen ist eine verstärkte und erweiterte Vernetzung von Verarbeitungs- und Vermarktungsmöglichkeiten, etwa im Lebensmittelhandwerk, Handel, in der Gastronomie oder in öffentlichen Kantinen. Eine bessere Erschließung regionaler Absatzpotentiale soll das Interesse an einer Umstellung landwirtschaftlicher Betriebe auf die ökologische Wirtschaftsweise steigern“, sagte Rachel Fischer, Koordinatorin Ökomodellregionen NRW. So soll sich langfristig der Anteil an ökologisch bewirtschafteter Fläche in Nordrhein-Westfalen erhöhen.

Für eine erfolgreiche Öko-Modellregion sei eine intensive Zusammenarbeit aller Akteure in einer Region wichtig. „Dazu zählen sowohl alle Wertschöpfungsbetreiber wie Landwirte, Verarbeiter, Vermarkter und Konsumenten, als auch die Vertreter der Politik und Verwaltung. Ein regelmäßiger Erzeuger-Verbraucher-Dialog und der Einbezug weiterer Stakeholer sind unerlässlich“, sagte Fischer. Die drei ausgewählten Regionen hätten die Auswahljury insbesondere durch ihre ausgefeilten Konzepte, mit auf die Region zugeschnittene Entwicklungsziele und Maßnahmenvorschläge sowie breite Unterstützung in der Region überzeugt.


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