Ökofläche wächst EU-weit auf 7%

Die Spanne der Ökolandbaufläche ist in der EU weit gefächert. Spitzenreiter bleibt Österreich mit mehr als 23%, Schlusslicht ist Malta mit nur 0,4%. Deutschland holt im Mittelfeld mit gut 8% langsam auf.

Im Jahr 2017 sind in der Europäischen Union 7,0 % der landwirtschaftlich genutzten Flächen (LF) ökologisch bewirtschaftet worden. In absoluten Zahlen sind das rund 12,6 Mio. ha. Die Zahlen für das Jahr 2017 hat das Statistische Amt der Europäischen Union (Eurostat) vergangene Woche veröffentlicht. Demnach hat das betreffende Anbauareal im Zeitraum 2012 bis 2017 insgesamt um ein Viertel zugenommen. Dabei sind laut Eurostat allerdings auch schon die Flächen berücksichtigt, die sich im Berichtsjahr noch in der Umstellung befanden.

Deutschland erwartet weiteres Wachstum

In Deutschland sind mit 1,373 Mio. ha im Jahr 2017 rund 8,2 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche ökologisch bewirtschaftet worden. Die deutsche Ökolandbauquote liegt damit nur wenig höher als der EU-Durchschnitt. Der Anteil der Biobetriebe liegt für den Zeitraum bei 11 Prozent. Der Biodachverband BÖLW hatte Anfang Januar auf der Grünen Woche in Berlin berichtet, dass sich das Wachstum der Biobranche im Jahr 2018 im Vergleich zu 2017 in Deutschland noch einmal beschleunigt habe. Die konkreten Zahlen, auf wieviel Fläche der Ökolandbau 2018 gestiegen ist und wie viele Betriebe es derzeit gibt, will der BÖLW kommende Woche auf der Biofach in Nürnberg veröffentlichen. Ziel der Bundesregierung ist es bis 2030 einen Flächenanteil für den Ökolandbau von 20% zu erreichen.

Österreich, Estland und Schweden führen

Den Spitzenplatz unter allen 28 Ländern nimmt laut Eurostat mit 23,4 % Ökolandbaufläche weiterhin Österreich ein. Dahinter folgte Estland mit 19,6 %, knapp vor Schweden mit 19,2 %. Auf dem vierten Platz landete Italien, das für 2017 einen Anteil von 14,9 % an ökologisch bewirtschafteter Fläche nach Brüssel meldete. Dicht dahinter kamen Tschechien, Lettland und Finnland.

Wenig Bedeutung im UK, in Irland und Rumänien

In den übrigen EU-Mitgliedsländern lag der Anteil der ökologischen Anbauareale unter der Marke von 10 %; wobei Malta mit 0,4 % abgeschlagen auf dem letzten Platz landete. Für Irland weist Eurostat einen Anteil von 1,7 % und für Rumänien von 1,9 % aus. Etwas mehr Bedeutung kam dem Ökolandbau in Bulgarien und dem Vereinigten Königreich zu; aber auch dort blieb der Anteil der entsprechend bewirtschafteten Agrarflächen mit 2,7 % und 2,9 % deutlich unter dem EU-Mittel.

Öko-Ackerland und -Grünland halten sich die Waage

Von der gesamten Ökofläche in der EU entfielen im Berichtsjahr 44,5 % auf Ackerland und 44,4 % auf Dauergrünland. Die verbleibenden gut 11 % entfielen auf Dauerkulturen wie Obst und Wein.

Öko-Anteile in der Tierhaltung bleiben klein

In der Nutztierhaltung pflegt die Ökolandwirtschaft insgesamt betrachtet noch ein Nischendasein. Rinder und Schafe gehören zu den bevorzugten Tieren der Biobauern. Die Zahl der ökologisch gehaltenen Rinder belief sich 2017 EU-weit auf rund 4,3 Millionen Stück, was einem Anteil von knapp 5 % entspricht. Denn insgesamt wurden in der EU im Jahr 2017 etwa 88,4 Millionen Rinder gezählt.

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Artikel geschrieben von

Stefanie Awater-Esper

Korrespondentin Berlin

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Agra Europe (AgE)

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