Forderung an Bundesrat

Umweltverbände: Mehr Geld für Umwelt-, Klima- und Biodiversitätsleistungen notwendig

8,5 % statt 6 % Umschichtung der GAP-Gelder sowie einen Umbau der Landwirtschaft fordern Bioland, BUND, BÖLW, Deutsche Umwelthilfe, Deutscher Tierschutzbund, Euronatur, Greenpeace NABU, WWF und DNR

Die Landwirtschaft ist nach Ansicht der deutschen Öko- und Umweltschutzverbände in einer Krise. Das würden die Berichte von Weltklima- und Weltbiodiversitätsrat (IPCC und IPBES) zeigen. Die Politik müsse daher jede Gelegenheit nutzen, mit vorhandenen Steuermitteln effektiver die Höfe zu honorieren, die sich besonders für den Natur-, Umwelt-, Tier-, und Klimaschutz engagieren, fordern die Verbände.

Hintergrund ist die Abstimmung am Freitag im Bundesrat darüber, wie viel GAP-Geld von der ersten Säule der pauschalen Flächenzahlungen in die zweite Säule für Umweltleistungen im kommenden Jahr umgeschichtet wird. Die Bauern-, Umwelt-, und Tierschutzverbände fordern die Länderkammer auf, der Empfehlung ihres Umweltausschusses zu folgen: Statt der vorgeschlagenen 6 % sollten ab 2020 mindestens 8,5 % der Gelder umgeschichtet werden.

Die etwa 120 Millionen zusätzlichen Euro würden dringend in der zweiten Säule gebraucht, um in den Ländern bestehende Agrarumweltprogramme und den gewünschten Ausbau des Ökolandbaus finanzieren zu können, heißt es. Statt die Gelder weiterhin „mit der Gießkanne pauschal pro Fläche zu verteilen“, müssten mit den umgeschichteten Mitteln diejenigen Landwirte, die naturverträglicher wirtschaften wollen, zielgerichteter entlohnt werden. Dabei sei es erforderlich festzulegen, dass die umgeschichteten Mittel für die Landwirtschaft eingesetzt werden, so die Verbände am Donnerstag.

Ihrer Überzeugung nach könne eine erhöhte Umschichtung von GAP-Geldern einen ersten Schritt hin zu einer notwendigen Transformation der europäischen und der deutschen Landwirtschaft darstellen.

Reicht T-Führerschein für Treckerkonvoi aus?

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

Schreiben Sie Alfons Deter eine Nachricht


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

von Heinrich Esser

@Kamm

Hier nachzulesen: https://www.landwirtschaftskammer.de/foerderung/formulare/aum-vertragsnaturschutz-pakete.pdf Vielleicht wären die Bayern froh, wenn die 2. Säule besser ausgestattet wäre, dann könnten die Maßnahmen höher entlohnt werden.

von Hermann Kamm

@Heinrich Esser

Ich weiss zwar nicht welches VNS Programm so hohe Prämien abwirft? wenn Kombiniert dann sind es bei uns in Bayern höchstens 600-800€.

von Heinrich Esser

@Kamm

Für die VNS-Programme bekommt man hier mitunter 1830-1980€/ha. Ich denke, da gibt es einige Kulturen bei denen der Ertrag geringer ist, ganz zu Schweigen vom Deckungsbeitrag.

von Hermann Kamm

@ Heinrich Esser

Wenn sie von den VNS Flächen leben können, was ich bezweifle, dann müssen sie die VNS Programme weiter laufen lassen.

von Heinrich Esser

@Croonenbroek

Das war ein Vergleich: wenn es nicht lohnt 2% der weltweiten Emissionen zu reduzieren, da dies nach Ihnen ja keinen Einfluss auf das Ergebnis (in dem Fall weltweite Emissionen) haben, würde es danach ja auch keinen Einfluss auf ihr Ergebnis (hier: Ihr Gewinn) haben, wenn Sie 2% Ihrer Flächen abgeben. Ich hoffe, das war verständlicher.

von Heinrich Esser

@Krautter

Bei Fleisch produzieren wir 116%, Milch 112%, Kartoffeln 135%, Zucker >125%, Getreide 106%. Nur bei Gemüse, Obst und Eiern besteht ein Defizit, welches man aber auch damit begründen kann, dass viele außerhalb der Saison kaufen und einige Kulturen hier nicht wachsen (der LEH trägt dabei eine Mitschuld). Natürlich müssen die 93% mehr CO2 einsparen, als die LW, aber auch wir sollten zusehen, dass wir uns bemühen. Nur mit dem Finger auf andere zeigen, bringt uns nicht weiter.

von Heinrich Esser

@Kamm

Ok, dann bleiben wir doch beim Thema: was würden Sie mir vorschlagen, soll ich mit meinen Flächen machen, auf denen ich VNS, Blühstreifen und Ernteverzicht mache? Weiter so oder umbrechen, um Getreide anzubauen? Soll ich die Blühpatenschaften zum Jahresende kündigen und diese Streifen auch wieder normal bewirtschaften?

von Bernd Croonenbroek

@Heinrich Esser

Herr Esser, erst den Kopf gebrauchen und dann Schreiben !!! Was hat 2% von meiner Fläche mit dem Klima zu schaffen ????????? Die 2% in Deutschland setzt sich vor allem aus den Menschen 80000000 und der Industrie zusammen.

von Martin Krautter

@ Esser

Bei allem was Sie Herr Esser schreiben, frage ich mich woher sie Ihre Informationen nehmen. Deutschland importiert Netto Nahrungsmittel von einer Fläche von 5,6 Mio. ha. Und das mit einem sehr hohen co2 aufwand, wegen weiter Entfernung und mit Luftfracht. Für jede 10% Biofläche müssen wir noch Mals 1Mio. ha Importieren und dafür brennt man in anderen Teilen der Welt den Wald ab. Gerne kann man auch Lebensmittel einsparen, aber da sollte doch jeder Mensch bei sich selbst anfangen. Die Rückzugs Flächen für die Natur sollten ja jährlich größer werden wegen Flächen die nicht mehr landwirtschaftlich genutzt werden, aber man kann immer wieder fest stellen, dass auf denn landwirtschaftlichen Flächen mehr Insekten sind als auf den Flächen welche der Landwirtschaft verloren gehen. Zudem die Landwirtschaft mit Tierhaltung macht nur 7% der Emission in Deutschland aus und das für das wichtigste das der Mensch braucht. Es sollen da doch erst mal bei den 93% eingespart werden.

von Hermann Kamm

@ Esser

gerne würde ich ihnen ein Paar Tips geben, wenn sie Probleme in der Landwirtschaft haben.

von Heinrich Esser

@Croonenbroek

Wenn das Ihrer Logik entspricht, dass 2% keinen Einfluss auf der Gesamtergebnis haben, würde es Ihnen ja auch nichts ausmachen, wenn Sie 2% Ihrer Flächen abgeben. Oder macht das dann doch etwas aus?

von Heinrich Esser

@Albo

Ist es denn besser Subventionen für die bewirtschaftete Fläche zu fordern? Die Maßnahmen der 2. Säule sind wichtig, denn die Natur braucht Rückzugsorte. Wir nehmen an diesen Programmen seit über 10 Jahren teil und es sind bedeutende Erfolge zu verzeichnen. Die Logik, dass für jeden Hektar solcher Programme ein Hektar Urwald gerodet werden muss, kann ich nicht nachvollziehen. Deutschland ist bei vielen Produkten noch Exporteur und große Mengen landen in der Tonne. Finden Sie nicht, dass sind Punkte, bei denen man ansetzen sollte? Natürlich gibt es Menschen, die sich Bio nicht leisten können, aber die meisten Leute wollen es sich nicht leisten. Die Deutschen sind in Sachen Konsum einfach verdorben, regional und saisonal haben in anderen Ländern einen viel höheren Stellenwert. Aber zu all dem: Ich denke, meine Generation denkt da ganz anders drüber, als die "Alten". Junge Berufskollegen würden mir bei den meisten oder allen Punkten zustimmen.

von Jörg Meyer

keine verhältnismäßigen Wohlfahrtsgewinne zu erwarten!

Schauen wir doch mal genau hin: Viele Prämien der zweiten Säule werden auf Grenzstandorten gezahlt, hier handelt es sich überwiegend um Mitnahmeeffekte, die überwiegend nicht von Haupterwerbsbetrieben mit marktorientieren beantragt werden! In den Gunstlagen und dort wo sonst noch die Flächenkosten hoch sind und von daher intensiv gewirtschaftete wird sind die Prämien der zweiten Säule zu gering! Ich kann nicht nachvollziehen warum die zweite Säule erhöht werden soll, wenn nicht regional differneziert marktorientiert nach Auschreibungsverfahren gehandelt wird! Es hat keinen oder nur einen sehr geringen Wohlfahrtseffekt wenn auf Granzstandorten zusätzliche Prämien ausgezahlt werden aus der zweiten Säule! Besser wäre es das System komplett auslaufen zu lassen! Auf grenzstandorten wäre auch keine zweite Säule notwendig! Der Staat könnte dort Pflegeleistungen zu Unternehnmerpreisen von 50 € und mehr je -stunde zukaufen für die Offenhaltung der Landschaft! Auf anderen Standorten würden ungünstige Flächen herausgenommen ! Der biomarkt könnte sich ohne Subventionen freier entfalten und Betriebe mit hohen Pachtanteil hätten über fallende Flächenkosten keine großen Nachteile! Mit dem eingesparten Geld könnte man die verfallende Infrastruktur in den ländlichen Regionen wie Strasse, Schulen Krankenhäuser aufhalten!

von Bernd Croonenbroek

In Deutschland brauchen wir nichts am Klima machen !

Selbst wenn wir in Deutschland alles Urwald machen und alle verhungern, macht das nur 2 % CO2 Ersparnis auf der Welt aus. Wovon reden die alle ??????????. Wir in Deutschland können nichts ausrichten !!!!!!!

von Heinrich Albo

@Esser

Wie kann man es mit seinem Gewissen vereinbaren immer mehr Subventionen unter dem Deckmantel des Naturschutzes zu fordern.Für jeden ha den wir hier extensiv bzw. gar nicht bewirtschaften muss mindestens. 1ha Urwald gerodet werden.Lebensmittel schlechterer Qualität müssen umweltschädlich hertransportiert werden.Es gibt sehr viele Leute die sich Bio gar nicht leisten können. Die Wertschöpfung für unser Land die Natur und die Menschen ist gleich NULL.

von Heinrich Esser

@Kamm

Danke für die treffende Ferndiagnose meiner Befähigung. Vielleicht können Sie mir ein paar Tipps geben, was ich als Landwirt besser machen kann?

von Hermann Kamm

Freilich in Deutschland

stellen wir alle auf Bio um und importieren billige Nahrungsmittel aus aller Welt. Denn dann ist die einheimische Landwirtschaft Komplett am Ende.

von Hermann Kamm

@Esser

Sie haben doch keine Ahnung von Landwirtschaft, sonst würden sie nicht so geschwollen daher schreiben! Je mehr zusätzliche Auflagen, mehr Kontrollen, mehr Aufwand und letztendlich weniger Geld in der Tasche. Bestes Beispiel ist in Bayern rettet die Bienen, zusätzliche Auflagen und keinen Ausgleich dafür! Alles zum Nulltarif? Wir Landwirte haben die schnauze von diesen ganzen Schmarn dermaßen voll.

von Wilhelm Grimm

Bioland, BÖLW und die ganze Armada von Steuergeldverschwendern

sind sich einig im Kampf gegen 93,5% der deutsche Landwirte. Deutschland geht es zu gut.

von Gregor Grosse-Kock

Umweltschutz

Warum will man Fehler mit noch mehr Geld zudecken? Bei uns in Deutschland wird alles zubetoniert. Die Waldfläche wächst die Naturschutzgebiete nehmen zu aber wo ein Gemeindewald mit schon bestehend sogenannten Urwäldern zusammentrifft hat der Bürgermeister bedenken wegen der Auflagen und so sind die Privaten wieder dabei langgemacht zu werden.

von Albert Maier

Hauptsache ....

.... Transformation! Ob Sinn oder Unsinn ist egal.

von Rudolf Rößle

Genau

jede Bearbeitungsform ist finanziell eng gestrickt. Die Form die der Nabu und CO wollen macht mehrmals minus und muss hoch subventioniert werden. Wir wollen aber 60 Cent für Biomilch und einen Vergleichsdeckungsbeitragsausgleich für Umweltmaßnahmen auf unseren Flächen.

von Heinrich Esser

Was spricht dagegen?

Warum sollte der Naturschutz/Klimaschutz keine Einkommensquelle für die Landwirtschaft sein?

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich einloggen um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen