Studie

Reiner Bioanbau würde Treibhausemissionen erhöhen

Britische Forscher haben errechnet, was passieren würde, wenn alle Bauern in England und Wales nach Ökoregeln wirtschaften. Die Ökoverbände werfen ihnen vor, von falschen Voraussetzungen auszugehen.

Eine reine Ökolandwirtschaft in England und Wales würde unter dem Strich höhere Treibhausemissionen mit sich bringen als der Mix heute. Das teilen Forscher der Royal Agricultural University mit, berichtet Spiegel online.

Zwar würde es dann laut den Wissenschaftlern beim Getreide- und Gemüseanbau tatsächlich Einsparungen geben – die Rede ist von etwa 20 % gegenüber konventionellem Landbau – und bei der Nutztierhaltung 4 %. Allerdings würden auch die Erträge drastisch um bis zu 40 % sinken. In der Folge müssten die Briten mehr Nahrungsmittel aus anderen Ländern importieren, die nicht rein Bio anbauen und wiederum mehr Flächen bräuchten, um die größere Nachfrage zu bedienen. Durch den zusätzlichen Anbau und den Transport würden die Emissionen für Wales und England in der Landwirtschaft im Vergleich zu heute auf das 1,7-Fache steigen, glauben die Forscher.

Wie Spiegel Online dazu anmerkt, liefere die Modellrechnung aber nur eine grobe Schätzung, weil die genauen Zahlen schwer abschätzbar sind. Dennoch offenbare sie „grundsätzliche Schwächen der Ökolandwirtschaft“. So seien die Erträge im Ökolandbau einfach geringer, wodurch mehr Land benötigt würde.

Klaus Butterbach-Bahl vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) hält die Ergebnisse der Studie dennoch für „prinzipiell auf Deutschland übertragbar". Die Studie zeige, dass der Ökolandbau ungewollte Konsequenzen haben könne. Der Spiegel erinnert in diesem Zusammenhang an eine andere Studie aus 2017. Danach wäre es theoretisch möglich, die komplette Weltbevölkerung mit nachhaltigen Bioprodukten zu ernähren. Allerdings nur, wenn sich das Konsumverhalten drastisch ändert und die Weltbevölkerung nicht weiter wächst.

Da das unwahrscheinlich ist, würden Experten eine hundertprozentige Umstellung auf Bio für unmöglich halten. Aufgrund des starken Bevölkerungswachstums müsse die Landwirtschaft bis zum Jahr 2015 rund 50 % mehr Erträge abliefern. Deshalb sei anzunehmen, dass schon unter konventionellen Bedingungen Anbauflächen stark ausgeweitet werden müssten.

Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) äußert sich wie folgt zu der Studie:

„Ein weiteres Mal haben Wissenschaftler viel Energie darauf verwendet, die Folgen eines 100%-igen Umstieges der Landwirtschaft auf ökologische Wirtschaftsweise zu prognostizieren. Aber: Leider ist die Rechenkunst auch ein weiteres Mal von den falschen Voraussetzungen ausgegangen – nämlich dass sich an unserem Konsum und an der Verschwendung der Lebensmittel nichts ändert bzw. der westliche Ernährungsstil global hochgerechnet wird. Unter dieser Voraussetzung funktioniert aber kein Landbausystem mehr. Auch die bisherige industrielle Landwirtschaft nicht, denn sie produziert zwar eine Zeit lang sehr hohe Erträge, schädigt aber bereits heute gleichzeitig die Ressourcen wie Biodiversität, Bodenfruchtbarkeit, Wasser und Klima, die wir für die künftige Nahrungsproduktion brauchen.

An zwei Beispielen lässt sich zeigen, wie wenig praxisrelevant aus diesen Gründen die Modell-Voraussetzungen der Studie sind:

  1. Konsum, Preise und Ernährungsstil: Heute verschlingt die Tierhaltung 40 % des weltweit geernteten Getreides – in den Industrienationen sogar 60 %. Deshalb ist eine Reduktion unseres Fleischverbrauchs zwingende Voraussetzung einer zukunftsfähigen Landwirtschaft. Unterstellt man eine 100 %-ige Umstellung auf ökologische Landwirtschaft, so verändern sich die Preise aufgrund der höheren Produktionskosten – vor allem für Fleisch und andere tierische Produkte. Mehrfach ist nachgewiesen worden, was daraus automatisch folgt: ein deutlich geringerer Konsum von Fleisch und Co. Modelle, die das nicht einberechnen, berücksichtigen die Regelungsmechanismen des Marktes nicht.
  2. Lebensmittelverschwendung: Fast die Hälfte der globalen Lebensmittelproduktion schafft es nicht bis auf den Teller der Menschen. Die Gründe sind auch hier weltweit unterschiedlich und reichen von der Verschwendung von Lebensmitteln in den Industrienationen bis zu Ernte- oder Nachernteverlusten, etwa durch schlechte Infrastruktur, in den Ländern des Südens. In die Reduzierung der Verschwendung auf allen Ebenen zu investieren, nützt der Ernährung der Menschheit und dem Schutz des Klimas gleichermaßen. In einem Rechenmodell an dieser Front einfach ein „Weiter so“ zu unterstellen und damit eine Fortsetzung eines ressourcenvernichtenden industriellen Landnutzungs- und Ernährungssystems zu begründen, kommt einer Bankrotterklärung gleich.

Zusätzlich zu diesen falschen Voraussetzungen rechnen die Forscher der englischen Studie mit falschen Zahlen, was die zu erwartenden Ertragsrückgänge angeht. Zwar mögen für britische Verhältnisse 40 % weniger Ertrag bei einigen Kulturen realistisch sein. Weltweit liegt diese Zahl jedoch im Mittel deutlich geringer, wie 2014 Forscher der renommierten US-Universität Berkeley zeigen konnten. In dieser bis dato umfangreichsten Meta-Studie werteten die amerikanischen Forscher über 1000 wissenschaftliche Ertragsvergleiche zwischen „Öko“ und „Konventionell“ aus. Sie fanden einen durchschnittlichen geringeren Ertrag von lediglich 19,2 %. Dieser Unterschied halbierte sich noch einmal, wenn nicht nur die Erträge einzelner Kulturen verglichen wurden (z.B. Mais mit Mais und Weizen mit Weizen) sondern ganze Anbausysteme – also die Abfolge verschiedener Fruchtarten auf derselben Fläche.

Die Berkeley-Wissenschaftler wiesen zudem darauf hin, dass diese Ergebnisse in einer Situation Zustandekommen, in der seit Jahrzehnten Milliarde von Geldern in industrielle Forschung und kaum etwas in die Forschung zu ökologischen Landbau- und Ernährungssysteme investiert wurden. Und gehen deshalb davon aus, dass der Ertragsunterschied noch weiter verringert werden kann.

Diese Erkenntnisse sind längst in Praxis angekommen: Dass mit zum Beispiel mit Andra Pradesh (60 Mio. Einwohner) nun schon der dritte Bundesstaat Indiens auf eine 100%-ige Umstellung ihrer Landwirtschaft auf agrarökologische Methoden setzt, zeigt, dass diese Erkenntnisse genau dort, wo Lebensmittelknappheit herrscht, genutzt werden, um die Ernährungssituation zu verbessern.

Die jetzt in England vorgelegte Studie ist deshalb zwar ein interessantes Gedankenspiel aber kein praktisch verwertbarer Beitrag in der dringend erforderlichen Diskussion über künftige Agrarsysteme – mit Blick auf Ressourcenschutz und Hungerbekämpfung. Allerdings zeigt sie noch einmal eindringlich, wie wichtig es ist, endlich wirkungsvoll und ausreichend in Erforschung und Entwicklung agrarökologischer Ernährungssysteme zu investieren.

Zuletzt bewerteten das staatliche Thünen-Institut und sechs weitere Forschungsorganisationen die Leistungen von Ökolandbau und konventioneller Landwirtschaft für Umwelt und Gesellschaft. Dabei handelte es sich um die umfangreichste Metastudie, die zu dieser Frage je angestellt wurde.“

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Stefanie Awater-Esper

Korrespondentin Berlin

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Diskussionen zum Artikel

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von Herbert Ströbel

Sog. "Bioanbau" verschärft Welthunger und Klimawandel

Die britischen Forscher bestätigen, was in anderen Studien, beispielsweise der „hffa“ Berlin (hffa-research.com) schon mehrfach nachgewiesen wurde: der Bioanbau fördert den Klimawandel. „Bio“ erreicht nur knapp 60% der Erträge der konventionellen Landwirtschaft und mit jedem Hektar mehr „Bio“ ist ein zusätzlicher Import von zirka 3-4 t Getreideäquivalenten erforderlich. Wir nutzen schon jetzt 5-6 Millionen Hektar im Ausland, um unseren Bedarf an Agrargütern zu decken. Weitere Importe führen zu Intensitätssteigerungen, Rodungen und Reduzierung der Artenvielfalt in anderen Teilen der Welt und belasten den Weltmarkt zum Nachteil hungernder Menschen. Dass dem „BÖLW“ diese Wahrheit nicht gefällt, ist nachvollziehbar. Geringere Ertragsunterschiede ergeben sich natürlich, wenn „optimierter“ Ökolandbau mit der Praxis unzureichend ausgebildeter Landwirte verglichen wird. Geradezu zynisch ist angesichts der Armut in der Welt, dass die höheren Produktionskosten von sogenannten „Bio“-Lebensmitteln gut geheißen werden, als ob man sich nicht auch mit kostengünstigen Lebensmitteln umweltfreundlicher ernähren und die Verschwendung reduzieren könnte. Damit hohe Erträge, ökologische Nachhaltigkeit, hohe Lebensmittelqualität und kostengünstige Ernährung zusammen kommen, sind statt der Ideologie des Bioanbaus, Wissenschaftler und Praktiker gefragt, die mit Hilfe von Messen und Wiegen die Ökologisierung der konventionellen Landwirtschaft systematisch voranbringen und dabei umweltfreundliche technologische Optionen nicht ausschließen.

von Andreas Gerner

In einem Punkt hat BÖLW sogar Recht:

Tatsächlich lässt sich der Bioanbau weiterentwickeln und der Ertrag steigern. Sogar erheblich. Nämlich mit Düngung und Pflanzenschutz!

von Rudolf Rößle

Ertrag

bei Bio ist in unserer Region bei Getreide bei 40-50%, wenn die Witterung für das konventionelle Ertragspotential ausreicht. Einen hohen Krankheitsdruck gibt es aber nicht, dieses Jahr standen die Biobestände zum Teil gesünder da, als konventionelle behandelte. Im Grünland sind die Ertragseinbußen gefühlt stärker, da im Sommer bei wenig Niederschlag die Stickstoffverwertung leidet.

von Karlheinz Gruber

Bioanbau war bis zum 1 WK standard

Und es gab regelmäßig Hungersnöte und Seuchenzüge. Erst als die Landwirtschaft auch "modern" wurde ging es mit der Wirtschaft nach oben (ob dies so gut war, bezweifle ich aber bereits....;-) ) und die Hungersnöte verschwanden..... Das sind Realitäten meine lieben Grünen.... auch wenn Ihr nichts mit Geschichte am Hut haben wollt

von Andreas Gerner

@BÖLW

Von wegen 100% Bio sind möglich: Zukünftig wird zusätzlich zum Nahrungsbedarf auch der Bedarf an Treib- und Brenn- und Rohstoffen(Kunststoffe...) von den Ackerflächen gedeckt werden. Was bringt's wenn alle Menschen gerade so satt werden, aber niemand mehr zur Arbeit fahren kann und im Winter alle erfrieren?

von Andreas Gerner

@BÖLW

Von wegen "Unterschied halbiert sich wenn nicht einzelne Fruchtarten.....sondern Anbausysteme verglichen werden". Ihren Schmarrn können Sie Laien andrehen. Wir Landwirte wissen Bescheid: Der Ertragsabstand vergrößert sich! Biofruchtfolgen sind auf weniger produktive Fruchtfolgeglieder angewiesen, um Unkräutern dauerhaft zu begegnen(Feldfutter), oder N für Folgefrüchte zu binden(Erbsen...). Dadurch ist der durchschnittliche Gesamtertrag der Fruchtfolge sogar noch geringer!

von Andreas Gerner

@BÖLW

Die konventionelle Landwirtschaft zu verteufeln ist total einfach. Aber Faktencheck: Bio "schädigt die Biodiversität, Bodenfruchtbarkeit, Wasser und Klima" mindestens so stark wie Konventionell!!! --- Biodiversität: wären alle Felder Bio und müssten daher alle Getreideflächen im Frühjahr mehrfach gestriegelt werden, gehen alle Bodenbrüter dabei drauf. Raps und zahlreiche an ihn angepasste Insektenarten würden ausgerottet. Zudem gäbe es keine Rückzugsflächen mehr, weil mit Bio jeder Pufferstreifen, jede Brachfläche, jede Blühfläche und jedes Naturschutzgebiet herangezogen werden müsste, um halbwegs genug Nahrung zu produzieren. Da es bei Bio nur wenig ertragstarke Blühkulturen gibt und blühende Unkräuter konsequent weggestriegelt werden müssen, verhungern alle Bienen, Hummeln und andere Bestäuberinsekten. --- Bodenfruchtbarkeit: Um mit Bio dem Unkraut Herr zu werden, muss der Boden zwangsläufig intensiver bearbeitet werden. Zusammen mit dem anhaltenden N-Mangel wird kontinuierlich Humus abgebaut und Bodenleben vernichtet. Die Fruchtbarkeit geht vollends verloren. Und auf Dauer wird die nötige Bewässerung die Böden auch noch versalzen --- Wasser: Intensivere Bodenbearbeitung führt zu mehr Erosion. Darunter leidet der Zustand von Gewässern und Grundwasser. Zudem wird bei 100% Bio viel mehr bewässert werden müssen, um die Erträge einigermaßen zu halten. Die Flüsse würden versiegen. --- Klima: Etwa halbe Ernte (Aufwuchs = CO² Entzug) bei gleichem bis leicht höheren Dieseleinsatz pro ha. Dazu mehr benötigte Fläche. Dazu Humusverlust. Dazu Brandrodung von Regenwald. Die Folgen fürs Klima wären mehr als dramatisch.

von Gerhard Steffek

Lebensmittelverschwendung?

Wieviel der Lebensmittel aus dem Ökologischem Landbau schafft es nicht auf den Teller, da die Schädlinge alles weggefressen haben und die Qualität nicht stimmt? Reichen da 50 %? Wieviel der heute regional produzierten Produkte könnte dann nur noch in entsprechenden Gunstregionen angebaut werden, weil kein Pflanzenschutz möglich ist. Wie war das nochmal 2016 mit dem verregnetem Sommer in Baden-Württenberg, in dem viele der Öko-Winzer und Kartoffelanbauer liebendgern wieder das Kaliumphosphonat gegen Mehltau und Kartoffelfäule gehabt hätten? Betrachtet man die Geschichte der Menschheit, so sind die größten Hungersnöte dieser Welt immer nur entstanden weil ein paar ideologische Idioten ihre "Ideen" durchsetzen wollten. So geschehen unter Mao mit seinem "großen Sprung nach vorne", so geschehen unter Stalin, in der DDR mit ihrer Landwirtschaftsreform (zum Glück keine Hungersnot, jedoch beständig eine Mangelwirtschaft). Aber eine der letzten Großen war in Äthiopien (https://de.wikipedia.org/wiki/Hungersnot_in_Äthiopien_1984–1985), als dort eine Landreform zu Lasten der Landbevölkerung durchgeführt wurde. Hier waren immer Ideologen am Werk, die an der Realität vorbei ihre Ideen durchsetzen wollten. Diese läßt sich aber nicht betrügen!

von Rudolf Rößle

Viele

Wege führen nach Rom. So sollten auch die Wege genutzt werden. Schließlich überkreuzen und laufen sie oft dicht nebeneinander. Jeder kann auf seinem Weg von Erkenntnissen erzählen.

von Gerhard Steffek

Ich schmeiß mich weg!!

Der BÖLW und seine Ansichten! Jahrtausende lang gab es nur ökologischen Landbau und Jahrtausende lang gab es nur Mangelwirtschaft. Der ökologische Landbau ist nämlich um keinen Deut besser in Punkto Nachhaltigkeit als wie die heutige moderne (aus neumoderner Ökosicht ja konventionelle) Landwirtschaft. Nur die heutige Landwirtschaft kann den Raubbau am Boden mittels Mineraldünger wie Phosphor und Kali besser ausgleichen da sie nicht ideologisch verbrämt ist. In Punkto Stickstoffdünger haben wir sogar eine elegante Lösung des Nährstoffkreislaufes mittels des Haber-Bosch-Verfahrens gefunden. Die Krux an der ganzen Nachhaltigkeit ist der Mensch in seinem Dasein. Besonders in den westlichen Ländern mit seinem Siedlungsgebahren haben wir definitiv keine Nachhaltigkeit in Bezug auf den Nährstoffkreislauf. Egal ob Öko oder Konventionell, der Mensch entzieht dem "Ökosystem" Erde grundsätzlich die Nährstoffe und leitet sie um. Das zu erkennen, bräuchte eigentlich nur einiges an guten Willen und ein bißchen Hirnschmalz. Aber wo nichts ist, kann nichts sein. Man braucht hierzu nur mal unsere Siedlungsstruktur betrachten. Für die Entsorgung unserer Fäkalien haben wir heutzutage ein (hoffentlich) hocheffizientes Kanalsystem und Kläranlagen um das verschmutzte Wasser wieder zu reinigen. Der darin enthaltene Stickstoff wird durch belüftungstechnische Maßnahmen und Bakterien aus dem Wasser in die Luft "ausgetrieben", oder von Bakterien "gefressen" und findet sich dann im Schlamm wieder. Im selbigen finden sich auch die anderen mineralischen Nährstoffe wie Phosphor, Kali, Magnesium, Kalk etc.. Alles was halt so eine Pflanze auch an Nährstoffen braucht. Was macht der Mensch aber jetzt mit diesem "Mist"? Heutzutage wird er in erster Linie nicht wieder auf die Felder gefahren, da ja "hochgiftig", besonders für die Ökobetriebe, sondern in zunehmenden Maße verbrannt. Ein Teil der Nährstoffe ist also wieder aus dem Kreislauf raus. Der zweite Teil ist ein verbleibender Rest im Wasser das durch die Kläranlage läuft. Bei Phosphor kann man mal mit 2 mg/Liter rechnen, der in unsere Gewässer über die Kläranlagen eingeleitet wird. 100 Liter Wasserverbrauch pro Person und Tag ergeben für die Bundesrepublik aufs Jahr ein Verlust von ca. 6000 Tonnen Phosphor die auf Nimmerwiedersehen verschwinden. Woher will der BÖLW das nehmen? Stickstoff kann mit dem Faktor 5 hochgerechnet werden. Hinzu kommen die Leitungsverluste in den Kanälen. 10 bis 15 % der Kanäle sind nach Schätzung sanierungsbedürftig und undicht. Bayern z.B. hat 100.000 km Abwasserkanäle. Der dritte Faktor ist der Mensch selber. Der Mensch enthält in seinem Organismus ca. 650 Gramm Phosphor. Ist halt mal notwendig. Nicht umsonst schrieb auch schon der Bundesverband Naturkost/Naturwaren in einem Faktsheet zu Kaliumphosphonat (die kleine Schwester zum Glyphosat), daß organische Phosphonate in jedem Organismus zu finden sind. Was passiert aber mit diesem Phosphor wenn der Mensch stirbt? Dann verschwindet dieser zusammen mit all den anderen Nährstoffen aus denen der Mensch besteht auf den Friedhöfen dieser Welt. Somit sind im Grunde genommen diese wahre Nährstoffsenken lebenswichtiger Mineralstoffe. Für Deutschland gerechnet kommen hier bei 83 Mio. Einwohner ca. 54.000 Tonnen alleine bei Phosphor zusammen. Wie will der BÖLW diesen Nährstoffverlust ausgleichen? Man kann zwar die Einstellung haben, es kann nicht sein was nicht sein darf, aber die Realität sind anders aus.

von Wilhelm Grimm

Dass der ökologische Fussabtritt der Ökoschiene schlecht ist, ist bekannt.

Dass aber der BÖLF anders rechnet, ist auch bekannt. Aber wie verzweifelt muss der BÖLF sein, wenn ersich nur noch mit merkwürdigen Rechnereien der Berkeley- Wissenschaftler und Beispielen aus Indien wehren kann. Wahrheit und Mathematik sollte man nicht verteufeln.

von Wolfgang Reiner

Natürlich kann man die Welt

ökologisch ernähren. Das hat die letzten 10000 Jahre auch funktioniert. Halt nur nicht immer für alle.

von Karl-Josef Vahle

Das hätte

ich auch ohne Studie so sagen können.

von Friedhelm Brand

Liebe BÖLW, lieber Aktivist,...

Wo sind eigentlich diese ausgelaugten, geschädigten Böden, von denen Sie immer sprechen? Ach so, ja... In den Tropen. Ja, da wo vorher Regenwald vor. Diese alten, relativ Nährstoffarmen Ökosysteme, die gerodet und abgefackelt wurden um unüberlegte, grüne Spirenzchen (Zuckermarktordnung, Importquoten für Soja-und Palmöl) am Weltmarkt auszunutzen. Danke nochmal dafür, dass das vermutlich auch die größten Auswirkungen auf Wasser und Klima hat. Wahrscheinlich wird es ein "Weiter so" geben. Schauen Sie doch nur auf China. Die Menschen in Asien und weltweit erarbeiten sich keinen Wohlstand, um sich weiter so zu ernähren wie bisher. Tierische Produkte fluten den Speiseplan. 19 oder 40% Ertragsausfall? Wenn eine Seite wie gewohnt untertreibt und die andere wie üblich übertreibt, können wir wohl mit ca. 30% rechnen. Bezogen auf die jetzigen Verhältnisse. Es wäre mal interessant zu erforschen, wie sich der Ökolandbau entwickelt, wenn zwischen den Betrieben nicht mehr Konventionelle die Verbreitung von Wildkräutern und Schadorganismen beeinflussen. Das größte Problem sind auch nicht durchschnittliche Mindererträge an denen sich abgearbeitet wird. Es sind und bleiben die Extremereignisse. Die werden von den Experten aber immer irgendwie ausgeblendet. Ich habe keine Lust nach Amerika auswandern zu müssen, wenn Sie mir den Scherz erlauben (und ihn verstehen).

von Anton Obermeier

Es kann nicht sein was nicht sein darf

Was bilden sich diese Wissenschaftler ein! Man kann doch nicht zu einem Ergebnis kommen das negativ für die Lösung aller Probleme der ganzen Welt ist: Den seeligmachenden Ökolandbau. Der heilige Gral der grünen Ideologie darf nicht verunglimpft werden also muss die Studie falsch sein.

von Henning Kage

Fleisch auf Bezugsschein

Neben Bezugsscheinen für Stickstoffdünger sollten in Zukunft dann auch welche für Fleisch ausgegeben werden

von Thomas u. Helmut Gahse GbR

Es kann nicht sein

was nicht sein darf.

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