„Ressourcenschutz kostet Geld“

Die Ökoverbände sehen sich durch die neue Metastudie, die die gesellschaftlichen Leistungen des ökologischen mit dem konventionellen Landbau vergleicht, bestätigt. Sie fordern das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) auf, die Agrarförderung zu ändern. Der grüne Europaparlamentarier Martin Häusling hält das für wichtiger als die Digitalisierung.

Die Vergleichsstudie zwischen Öko- und konventionellem Landbau, die am Montag auf der Grünen Woche vorgestellt wurde, ist die umfangreichste Metastudie, die zu dieser Frage je angestellt wurde. „Die Studie zeigt, dass Ökolandbau beim Umwelt- und Ressourcenschutz deutliche und messbare Vorteile bringt“, sagte Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW). Er forderte die politischen Entscheidungsträger dazu auf, mehr Anstrengungen zu unternehmen, die Leistungen des Ökolandbaus für Umwelt und Klima zu honorieren. „Denn dann können mehr Bauern auf Bio umstellen und das Wachstum des Marktes, der ihre Leistungen möglich macht, wird verstetigt“, sagte zu Löwenstein. Der BÖLW sieht die Studie als weiter Legitimation für eine andere Verteilung der EU-Agrarzahlungen. „Ressourcenschutz kostet Geld“, sagte zu Löwenstein. Es sei entscheidend, dass Bauern, die eine ressourcenschonende Landwirtschaft betreiben, dafür honoriert werden. Dafür biete die Reform der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP) die beste Gelegenheit.

Ökolandbauförderung Vorrang vor Digitalisierungsförderung?

Der agrarpolitische Sprecher der Grünen im Europäischen Parlament, Martin Häusling, fordert angesichts der Studienergebnisse eine Veränderung bei den Prioritäten in der Agrarpolitik. „Die ökologische Agrarwende hat Vorrang vor Digitalisierung und diese braucht eine kritische Begleitung“, sagte er. Die Aussagen von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner auf der Grünen Woche bei denen sie die Digitalisierung als „Hebel, um notwendige Kostenersparnisse für die Landwirtschaft zu erreichen und den Ressourcenschutz zu verbessern“ bezeichnet, kritisiert er als „absurd“. „Bisher gibt es keinerlei belastbare Studien, die belegen, dass digitale Techniken per se ressourcen- und klimaeffizienter sind oder Biodiversität und Tierwohl fördern“, sagte er. Die Nutzung digitaler Techniken könnten auch eine weitere Intensivierung statt Ökologisierung bedeuten, fügt er an. Vorrangig wichtig sei für ihn eine Änderung des Agrarsystems hin zu vielfältigen, ökologischen, stabilen Systemen. Da könnten allerdings durchaus Roboter Unkraut rupfen, so Häusling.

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Artikel geschrieben von

Stefanie Awater-Esper

Korrespondentin Berlin

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Diskussionen zum Artikel

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von Gerhard Steffek

Mehr Geld!

Das mußte ja kommen. Um was soll es denn sonst gehen? Würde es diesen ehrenwerten Herrschaften tatsächlich darum gehen die Welt zu retten, dann müßten sie eigentlich dafür sorgen die Menschheit abzuschaffen. Zumindest auf ein, für die Welt, "sozialverträgliches Maß" möchte ich sagen. Um 1900 überschritt die Bevölkerungszahl die Milliardenmarke, heute haben wir knapp 8 Mrd. Bis 2050 rechnet die UN mit 10 Mrd. Menschen. Geht's noch möchte ich fragen? Interessanter Weise hatte ja schon 1898 der englische Chemiker William Crookes schon darauf hingewiesen das er bis 1918 auf die ganze westliche Welt eine Hungersnot zukommen sieht, wenn nicht die Stickstoffversorgung gesichert werden kann. Er sah die einzige Lösung in der Stickstofffixierung aus der Luft. Das Haber-Bosch-Verfahren war dann die glorreiche Lösung dafür. Beide bekamen dann auch den Nobelpreis. Dafür, das sie "Brot aus Luft" möglich machten. Und das wollen diese "Besserwissis" heute einfach so ignorieren? Das ist nur Selbstherrlich und Arrogant, oder aber verlogen und betrügerisch.

von Wilhelm Grimm

Alle reden vom Klimaschutz !

Aus Gründen des Klimaschutzes musste der Ökolandbau verboten werden. Wer etwas anderes fordert, muss wohl aus Witz---enhausen kommen.

von Heinrich Albo

Wenn wir alle Emissionen

und die Biodiversität pro erzeugtes kg Lebensmittel vergleichen und wenn wir dabei global denken (unsere Ideologen leben ja auf einer Insel),dann ist die konventionelle Landwirtschaft aufgrund ihrer hohen Effizienz unersetzbar ! Wenn wir dann noch an eine weitere Milliarde Menschen denken die ernährt werden müssen,dann wird sogar noch mehr Gentechnik eingesetzt werden ! Abgesehen davon das für hochsubventioniertes und dennoch teures Bio den Deutschen bei der nächsten absehbaren Wirtschaftskrise (Autoindustrie/ zu hohe Bürokratie etc.) jegliches Verständnis fehlen dürfte . Auch dann wenn die Rot/Grünen Medien ständig weiter unsachlich berichten !

von C. Schmidt

Es gab doch in letzter Zeit mehrere Studien die den Ökolandbau bei den CO² Emmissionen pro erzeugter Einheit schlechter sahen und auch den Flächenverbrauch als zu hoch ansahen. Dazu hat kein Ökoverband so ein TamTam veranstaltet oder sich erklärt wie man das verbessern will? Vieles ist aber auch vom Betrieb selber abhängig, der konventionelle der Direktsaat betreibt wird mehr Regenwürmer haben als ein Biobetrieb der 6 mal Bodenbearbeitung zur Unkrautbekämpfung im Jahr betreibt usw.

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