Greenpeace/Bioland/IG Saatgut

Vier Saatgut-Partien mit Gentechnik verunreinigt

In vier Saatgutproben gab es Spuren von Gentechnik. Das ist zuviel, kritisieren Greenpeace, Bioland und die IG Saatgut.

In den diesjährigen Kontrollen von Saatgut auf gentechnische veränderte Organismen (GVO) haben die zuständigen Bundesländerbehörden in vier von insgesamt 785 beprobten Saatgutpartien Verunreinigungen nachgewiesen.

Wie Greenpeace, IG Saatgut und Bioland mitteilen, waren darunter drei verunreinigte Maissaatgutpartien sowie eine verunreinigte Winterrapssaatgutpartie. Die Verunreinigung des Winterrapses war im vergangenen Winter entdeckt worden, als bereits auf insgesamt ca. 2.150 Hektar Fläche Samen der kontaminierten Partie ausgesät worden waren, heißt es.

GVO-Saatgutmonitoring der deutschen Bundesländer 2019 (Bildquelle: Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Gentechnik (LAG))

Anlässlich der Sitzung der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Gentechnik (LAG) diee Woche fordern Greenpeace, Bioland und die IG Saatgut die Bundesländer auf, die Saatgutkontrollen zu verstärken und die Nulltoleranz auch für neue gentechnische Verfahren umzusetzen.

„Eine konsequente Umsetzung der Nulltoleranz für Gentechnik im Saatgut ist für die Sicherung einer gentechnikfreien Landwirtschaft existentiell“, sagt Jan Plagge, Präsident Bioland e.V. „Wir begrüßen daher, dass die Bundesländer Kontrollen durchführen und nachweislich verunreinigte Partien aus dem Verkehr ziehen. Die zahlreichen Verunreinigungsfälle, die ans Tageslicht kommen, zeigen jedoch: Bei Kulturarten, die wie Raps oder Mais einem hohen Verunreini­gungsrisiko ausgesetzt sind, genügt die derzeitige stichprobenartige Untersuchung eines Teils der Partien nicht. Um unsere Nahrung gentechnikfrei zu halten, ist es bei diesen Risikokulturen leider notwendig geworden, alle Saatgutpartien zu überprüfen. Hier sollten die Bundesländer ihr Monitoring verstärken.“

„Im europaweiten Vergleich nehmen die Bundesländer bei der Umsetzung der Nulltoleranz eine Vorreiterrolle ein“, so Stefanie Hundsdorfer von der Interessengemeinschaft für gentechnikfreie Saatgutarbeit (IG Saatgut) im Hinblick auf eine aktuelle Arbeitsgruppe der EU-Mitgliedstaaten unter Vorsitz der EU-Kommission, die eine Harmonisierung der Kontrollverfahren beim GVO-Saatgutmonitoring diskutiert. „Die Bundesländer sind gefordert, sich auch auf europäischer Ebene für ein starkes Saatgutmonitoring einzusetzen. Sie müssen verhindern, dass die europarechtlich verankerte Nulltoleranz durch die Einführung von Verschmutzungsgrenzwerten, wie sie die Saatgutindustrie fordert, aufgeweicht wird.“

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Erwin Schmidbauer

Erschreckend

Das eigentlich Schlimme daran ist doch, dass es offensichtlich nicht einmal die Saatgutfirmen schaffen, wirklich sortenreines Saatgut zu erzeugen! Woher stammen die Verunreinigungen von Sorten, die man in Europa gar nicht anbauen dürfte?!?

von Gerhard Steffek

Um unsere Nahrung gentechnikfrei zu halten!!!

Ich schmeiß mich weg!!! Welch eine Idiotie! Wo lebt der denn??? Bzw. will er damit bewußt den 08/15-Bürger verarschen. Glaubt der denn wir leben auf einer Insel der Glückseligen??? Wohl doch eher in Deutschland, dem Land des dummen Michels, dem man ein X für ein U vormachen kann. Denn was soll diese Augenwischerei? Wir sind doch schon längst nicht mehr gentechnikfrei. Selbst wenn wir hier in Deutschland so arbeiten, was ist mit den Importen? Besonders mit den Importen die notwendig sind weil wir auf Effektivität verzichten müssen da unsere Dumpfbacken ja unbedingt ihr Bio haben wollen und deshalb modernes ausgefeiltes Arbeiten auf Teufel komm raus konterkarieren und dann ihr "Futter" aus Amerika, Osteuropa, Rußland und sonstwoher importieren müssen. Hier erübrigt sich die Frage: Wo is'n des Hirn?

von Harald Finzel

Was interessiert sich Bioland für konventionelle Mais- und Rapshybriden?

Schafft es Bioland etwa immer noch nicht, seine Mitglieder mit 100% nachbaufähigem, garantiert ökologisch erzeugten Saatgut zu versorgen, oder woher rührt Herrn Plagges Interesse an der Beschaffenheit konventionellen Saatguts?

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