Legende vom Systemvorteil

Wenn die „Konvis“ ökologischer werden ...

... dann erreichen sie viele Klima- und Umweltziele, für die der Ökolandbau bisher ein Monopol beansprucht. Damit wackeln dessen Subventionen.

Ökolandbau kann einfach alles – meinen jedenfalls seine überzeugten Vertreter: Er garantiere nicht nur eine gesunde Ernährung, sondern sei auch die Antwort auf Umweltprobleme und auf den Klimawandel.

100 % Öko sei keine Utopie, sondern selbst im Weltmaßstab umzusetzen. Das ist eine schöne Geschichte. Doch die Wahrheit ist es nicht.

Drei blinde Flecken

Der große "Spielverderber" ist das niedrigere Ertragsniveau des Ökolandbaues. Auch wenn man den Abstand wohlwollend mit nur 25 % annimmt (in den Hochertragsregionen dürften es eher 50 % sein), dann erlauben es die heutigen Ernährungsgewohnheiten nicht, eine wachsende Weltbevölkerung flächendeckend mit Öko-Produkten zu versorgen. Dieses Manko wird gern mit dem Hinweis abgeräumt, die heutige – ungesunde, fleischlastige – Ernährung könne kein Maßstab sein.

Selbst wenn das – schnipp, schnapp – gelöst wäre, gibt es noch einen zweiten und dritten relevanten Punkt. Die Umweltleistung (bzw. der Grad der geringeren Umweltbelastung) ist im Ökolandbau regelmäßig dann gut, wenn sie auf die Fläche bezogen wird. Kritischer wird es, wenn das erzeugte Produkt der Maßstab ist.

Über den dritten Punkt reden die Öko Vertreter meist sehr ungern. Krankheiten und Schädlinge sehen nämlich keine Systemunterschiede. Bei aller "Systemresilienz" sind es gerade die besonders lukrativen Intensivkulturen, die hier wie dort besonders geschützt werden müssen: Kartoffeln, Obst, Gemüse, Reben.

Tragende Säule im Ökolandbau ist nach wie vor und trotz aller Reduktionsbemühungen das Kupfer. Persistenz und Toxizität machen es in der EU zum Substitutionskandidaten mit verkürzter Zulassung nur bis 2025. Alternativen sind nicht in Sicht. So könnte passieren, was im Zusammenhang mit dem Ökolandbau (z. B. im Zuge der EU-Ökoverordnung) schon öfter passiert ist: Es werden eher die Regeln dem Produktionsverfahren angepasst als umgekehrt. Sprich: Das Kupfer wird von der zuständigen EU-Behörde EFSA möglicherweise neu bewertet.

Es sind solche aus politischem Antrieb ("mehr Öko") forcierten unterschiedlichen Maßstäbe, die einem entspannten Umgang von Öko und konventionell manchmal entgegenstehen.

Hoffnungsträger Züchtung

Eine verbindende Klammer gibt es: die...


Mehr zu dem Thema