Schwäbisch Alb

Wettbewerb: Grundwasser durch Ökolandbau schützen

Das Gemeinschaftsprojekt „Grundwasserschutz durch ökologischen Landbau“ ruft einen Umstellungswettbewerb in der Region Ulmer und Heidenheimer Alb aus.

Die sechs Partner Schapfenmühle GmbH & Co. KG, Heimatsmühle GmbH & Co. KG, Kornkreis Erzeugergemeinschaft GmbH, Zweckverband Landeswasserversorgung (LW), NABU Baden-Württemberg und der Bioland e.V. fördern Landwirte finanziell, die ihren Hof auf organisch-biologische Bewirtschaftung umstellen. Ziel ist es, einen Beitrag zur Verbesserung der Böden, zum aktiven Gewässerschutz sowie zum Schutz der heimischen Artenvielfalt zu leisten.

Viele Nitrat-Problemgebiete

Die intensive Landwirtschaft auf den Hochflächen der Schwäbischen Alb habe laut Prof. Dr. Frieder Haakh der Landeswasserversorgung Stuttgart dazu geführt, dass heute 80 % der LW-Wasserschutzgebiete Nitrat-Problemgebiete sind. Seit vielen Jahren bestehe dort dringender Handlungsbedarf. Er weiß: „Im ökologischen Landbau sind die Probleme mit Pflanzen­schutzmitteln und Nitrateinträgen ins Grundwasser messbar geringer, gleichzeitig ist die Artenvielfalt auf ökolo­gisch bewirtschafteten Flächen deutlich größer. Die extensive Nutzungsform des ökologischen Landbaus dient daher der Ökologie und dem Wasserschutz.“

Hohe Investitionskosten abfedern

Auch die baden-württembergische Landesregierung bekennt sich zum ökologischen Landbau als eine Möglichkeit zur Problemlösung. Sie hat 2020 ein neues Naturschutz-, Landwirtschafts- und Landeskulturgesetz beschlossen. Das Gesetz sieht vor, den Anteil der ökologisch bewirtschafteten Flächen im Land bis zum Jahr 2030 auf 30 bis 40 % zu erhöhen.

Bioland Geschäftsführer Dr. Christian Eichert macht deutlich: „Die Umstellung eines landwirtschaftlichen Betriebs auf ökologische Bewirtschaftung bringt hohe Investitionskosten mit sich. Angesichts der aktuellen Marktpreise können diese meist nur schwer von den Landbewirtschaftern selbst erwirtschaften werden. Deshalb unterstützt das Gemeinschaftsprojekt Erzeugerbetriebe, die ihren Hof auf ökologische Wirtschaftsweise umstellen, mit pauschalen jährlichen Festbeträgen.“

Der Förderpreis ist im Zeitraum 2022 bis 2024 mit insgesamt 40.000 Euro jährlich dotiert. Bewerben können sich alle landwirtschaftlichen Erzeugerbetriebe auf der Schwäbischen Alb in der Region zwischen Ulm und Heidenheim, die an einer Umstellung auf ökologischen Landbau interessiert sind und deren Betriebsflächen zu mindestens 60 % in einem der Wasserschutzgebiete der Landeswasserversorgung liegen. Ausführliche Informationen zum Wettbewerb finden Sie auf der Homepage des Bioland Landesverband Baden-Württemberg oder unter kontakt@bioland-beratungsdienst.de.

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