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topplus Sortenwahl Ölkürbis

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Über 33.000 ha Ölkürbis sind im letzten Jahr angebaut worden. Um die für den jeweiligen Verwendungszweck richtige Sorte zu finden, haben wir hier die neuen und mehrjährig getesteten Sorten aufgeführt.

Lesezeit: 7 Minuten

Unsere Autorin: Michaela Huber-Lipp, AGES in Wien

Ölkürbis wird zum Großteil für die Ölgewinnung, aber auch als Backware und als Knabberkern verwendet. In der österreichischen Sortenliste befinden sich Sorten, die all diese Verwendungszwecke abdecken. Das große Reifespektrum der zugelassenen Sorten ermöglicht einen längeren Erntezeitraum.

In Österreich wuchs die Anbaufläche im Vergleich zum Vorjahr um 16,3 % auf 33.059 ha. Insgesamt konnten im Jahr 2024 über 22.811 Tonnen Kürbiskerne geerntet werden, was aufgrund des schwachen Vorjahres einem Zuwachs von 47,5 % entspricht (Statistik Austria). Das Ertragsniveau lag bei 6,9 dt/ha. In Niederösterreich fielen die Erträge mit 7,0 dt/ha etwas höher aus als in der Steiermark (6,7 dt/ha).

2024 verlief der Ölkürbisanbau aufgrund des ausreichenden Beizschutzes besser als im schwierigen Jahr davor. In Gebieten, die von extremen Wetterereignissen verschont blieben, entwickelten sich die Kürbisfelder dank ausreichender Niederschläge im Frühjahr gut. Bis zur Jugendentwicklung konnten vielerorts schöne Bestände beobachtet werden. In Teilen der Steiermark sorgten jedoch Überschwemmungen und Starkregenereignisse für erhebliche Schäden auf vielen Feldern. Im Osten Österreichs machte die Sommerhitze den Kürbisbeständen zu schaffen und führte zu merklichen Beeinträchtigungen.

Die Kürbisernte fand in einigen Regionen dieses Jahr deutlich früher statt, was vor allem auf die zahlreichen Hitzetage zurückzuführen ist. Allgemein führt das zunehmend wärmere Sommerklima zu einer immer früheren Ernte.

Zwei Sortenneuzulassungen

Im Dezember 2024 konnten zwei Ölkürbissorten in die Österreichische Sortenliste neu aufgenommen werden.

GL Lukas ist sehr großkernig mit hohem bis sehr hohem Ölgehalt. Der Hybrid blüht früh und zeigt mit Reifenote 5 eine mittlere Abreife, ähnlich wie GL Rustikal. Die Sorte bildet kurze Ausläufer, zeigt mittleren Fruchtansatz und einen hohen Kornertrag. GL Lukas zeigt mittlere bis starke Virussymptome und starke Mehltauanfälligkeit.

Mit GL Napoleon wurde eine weitere Backsaaten-Sorte zugelassen. GL Napoleon zeigte in den AGES-Versuchen ein sehr hohes Ertragspotenzial und übertraf alle Vergleichssorten im Korn- und Ölertrag. Der Ölgehalt ist sehr hoch. Die Sorte reift mittel bis spät (Reifenote 6), ähnlich der Backsaatensorte GL Franz ab. Der Fruchtansatz ist sehr hoch bei einem geringen Anteil an faulen und kleinen Früchten. Die Anfälligkeit für Viruserkrankungen ist mittel bis stark, für Mehltau mittel ausgeprägt. Aufgrund der kleinen Kerne ist GL Napoleon besonders gut zur Herstellung von Backwaren geeignet.

Vom sehr frühreifenden Hybrid Beppo gibt es keine aktuellen mehrjährigen Ergebnisse mehr. Beppo wird aber vermarktet, denn seine sehr frühe Abreife bietet die Möglichkeit Arbeitsspitzen bei der Kürbisernte zu entzerren. Die Sorte sollte im Hinblick auf die Fruchtfäuleanfälligkeit bald nach der Abreife geerntet werden.

Sorten mit regional mehrjährigen Ergebnissen

Sorten im frühen Reifebereich

Pablo, eine österreichische Züchtung der Saatbau Linz, ist ein Rankentyp der lange Ausläufer bildet, zeigt eine mittlere bis rasche Jugendentwicklung und blüht früh. Pablo ist in der Abreife sehr früh bis früh (Reifenote 2) und liegt damit noch deutlich vor GL Inka. Der Hybrid verfügt über einen mittleren Fruchtansatz und eine mittlere Fruchtfäuleanfälligkeit. Ölgehalt und Tausendkornmasse sind mittel bis hoch ausgeprägt. Im Kornertrag liegt die Sorte etwas unter den später abreifenden Vergleichssorten. Pablo ist aufgrund seiner frühen Reife interessant, die eine zeitigere Ernte ermöglicht und somit das Erntefenster nach vorne aufweitet.

GL Inka, bereits 2017 zugelassen, ist ein Rankentyp mit früher Reife (Note 3). Die Sorte zeigt solide Ertragsleistungen im Trockengebiet und ermöglicht einen früheren Erntebeginn. GL Inka muss zeitgerecht geerntet werden, um Fäulnisverluste zu vermeiden. Mit seiner Langtriebigkeit kann GL Inka Fehlstellen gut kompensieren.

GL Josef ist ein langtriebiger Rankentyp mit mittlerer bis rascher Jugendentwicklung und früher Blüte. Der Hybrid zählt zu den früheren Sorten und reift ähnlich wie GL Inka ab. GL Josef vereint einen hohen Fruchtansatz mit einem geringen Anteil an kleinen Früchten. Die Sorte konnte 2024 in den AGES-Versuchen vor allem im Trockengebiet seine guten Ertragsleistungen der letzten zwei Jahre nur teilweise bestätigen. GL Josef zeigt trotz früherer Reife eine geringe bis mittlere Fäulnisanfälligkeit.

Sorten mit früher bis mittlerer Reife

GL Atomic (Zulassung 2018) zählt sowohl in Niederösterreich als auch in der Steiermark zu einer der Hauptsorten. GL Atomic punktet mit seiner frühen bis mittleren Reife (Reifenote 4) und einem hohen Ölgehalt. GL Atomic wird aufgrund der stabilen Erträge als Standardsorte verwendet. Um sein hohes Ertragspotenzial voll ausschöpfen zu können, benötigt GL Atomic gute Böden.

GL Leopold zeigt eine frühe bis mittlere Abreife (Reifenote 4), ähnlich wie GL Atomic mit einer geringen Fäulnisanfälligkeit. Die Sorte bildet kurze Ausläufer, ist raschwüchsig und blüht früh. Die Anfälligkeit für Virosen, Mehltau und für krankheitsbedingte Blattwelke ist mittel ausgeprägt. GL Leopold zeigte hohe Korn- und Ölerträge. Der Hybrid verfügt über einen hohen Fruchtansatz und weist eine gute Kornausbildung auf.

GL Ludwig mit früherer Reife (Reifenote 4) bildet kurze Ausläufer, ist raschwüchsig, blüht früh und reift früh bis mittel, ähnlich wie GL Atomic, ab. GL Ludwig verfügt über einen hohen Fruchtansatz und eine sehr gute Kornausbildung.

Sorten im mittleren bis späten Reifebereich

Die bewährte, bereits langjährig registrierte Sorte GL Rustikal (Zulassung 2010) zeichnet eine gute Fäulnisresistenz aus. GL Rustikal zeigte 2024 wieder konstant solide Ertragsleistungen, auch wenn sie mit den neueren Sorten ertraglich nicht ganz mithalten kann.

GL Albert ist ein raschwüchsiger Hybrid mit kurzen Ausläufern, blüht früh und ist in der Abreife GL Rustikal ähnlich. Die Sorte zeigt ein sehr hohes Ertragspotenzial, einen hohen bis sehr hohen Ölgehalt und liegt auch im Ölertrag im Spitzenfeld. GL Albert hat einen mittleren Fruchtansatz und bildet sehr große Kerne aus.

GL Rudolf, eine Ölkürbissorte die auch in der Praxis sehr stark vertreten ist, konnte sich aufgrund seiner stabil hohen Erträge der letzten Jahre als bewährte Standardsorte etablieren. GL Rudolf brachte in den AGES-Versuchen auch heuer wieder sehr gute Leistungen. Die Sorte reift etwas später als GL Rustikal bei einer ähnlich guten Fäulnisresistenz. Der Hybrid zeigt eine rasche Jugendentwicklung, blüht früh und bildet kurze Ausläufer.

Sehr ähnlich diesem Hybriden ist die Sorte GL Ferdinand, der ebenso mit Reifenote 6 eine mittlere bis späte Abreife und eine ebenso geringe Fäulnisanfälligkeit zeigt. GL Ferdinand zeichnet sich durch seine großen Früchte, dem hohen Tausendkorngewicht und einem hohen Ölgehalt aus.

Die freiabblühende Sorte GL Ruprecht ist für den Bioanbau interessant. GL Ruprecht bildet als Rankentyp lange Ausläufer, zeigt eine mittlere Jugendentwicklung und Blütezeit und reift spät ab. Die recht gesunde Sorte mit einem nur geringen Anteil an faulen Früchten übertraf die ebenso freiabblühende Sorte GL Classic im Korn- und Ölertrag deutlich und zeigte auch Vorteile im Ölgehalt (+1,4%). Die Hybridsorten werden ertraglich nicht erreicht. GL Ruprecht verfügt über eine sehr gute Kornausbildung.

GL Vincent hat beschalte Körner wird für Knabberkerne und nicht zur Ölherstellung verwendet. Der hohe Schalenanteil erklärt zum Teil auch seine guten Ertragsleistungen. Dagegen ist der Ölgehalt wegen der verholzten Schale entsprechend niedrig.

Das Backsaatensortiment

Neben dem neuregistrierten GL Napoleon wurden bereits in 2023 nach zweijähriger Prüfung drei Ölkürbissorten mit zusätzlicher Eignung für Backwaren zugelassen. Die registrierten Ölkürbissorten mit Backwareneignung sind etwas später reifend (ähnlich GL Rudolf mit Reifenote 6) und ihre Besonderheit sind die kleinen bis sehr kleinen Kerne APS 2 bis APS 4. Zu diesen Sorten zählt GL Franz, eine Sorte mit hohem Ertrag und sehr geringer Fruchtfäuleanfälligkeit. Die Anfälligkeit gegenüber Virosen ist bei dieser Sorte etwas höher als bei den Vergleichssorten. GL Frodo, ebenfalls 2023 zugelassen, zeigte ebenso gute Fruchtfäuletoleranz. Ein weitere, kleinkernige Sorte ist GL Olaf.

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