Flächenfraß

3sat berichtet über das "Luxusgut Lebensraum"

3sat widmet den Donnerstagabend dem massiven Flächenverlust und den Folgen für Mensch und Umwelt; erst in einer Doku, danach in einer Talkrunde.

Der anhaltende Bauboom führt zu massivem Flächenverbrauch, Flächen, die als Naturraum genutzt werden, fehlen. Mit dem "Luxusgut Lebensraum" beschäftigt sich "Wissenschaft am Donnerstag" auf 3sat, heute Abend ab 20.15 Uhr in einer Dokumentation und dem Wissenstalk "scobel".

Für Infrastrukturen wie Straßen, Flugplätze, Kläranlagen, Wohn-, Gewerbe- und Industriegebiete verschwinden ökologisch wertvolle Flächen unter Asphalt und Beton, zeigt Uta Meyer in ihrer Doku "Luxusgut Lebensraum". In Deutschland werden täglich 62 haLand bebaut. Doch die Ausgleichsflächen, die den Verlust von Natur und Landschaft kompensieren sollen, werden oft gar nicht oder nur unzureichend umgesetzt.

In Österreich ist die Lage noch dramatischer: Nirgendwo in Europa wird prozentual gesehen so viel fruchtbares Land für die Siedlungs- und Verkehrsentwicklung verbraucht. In der Schweiz ist nachhaltige Entwicklung bereits ein festgeschriebenes Staatsziel: Die Verfassung verpflichtet Bund, Kantone und Gemeinden gemeinsam zu einem "haushälterischen" Umgang mit dem Boden.

Im Anschluss, um 21.00 Uhr, folgt "scobel - Luxusgut Lebensraum". 2050 werden rund 70 % der Weltbevölkerung in städtischen Räumen leben, so neue Schätzungen der Vereinten Nationen. In den Megacitys Asiens, Nordamerikas und den Großstädten Europas wird Wohnraum knapp und teuer. Naturbelassene Lebensräume werden rar. Das Gros der städtischen Bevölkerung wird nicht in den großzügigen Vierteln der Privilegierten leben, sondern auf engstem Raum und in sozialer Isolation.

Gert Scobel spricht mit seinen Gästen darüber, warum uns Städte krank machen, was man dagegen tun kann und welche Konzepte die Politik hat. Zu Gast sind: Mazda Adli, Psychiater und Stressforscher von der Charité Berlin, Matthias Sauerbruch, Architekt und Stadtplaner, sowie Martina Löw, Soziologin und Professorin für Architektur- und Planungssoziologie.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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von Heinrich Roettger

Ackerland unter Schutz stellen!

Gutes Ackerland ist ein exstrem wichtiges und schützenwertes Gut. Ackerland ist der bedeutenste Lebensraum für Milliarden Lebewesen und bindet CO2 im Humus und mit der Photosynthese. Dient der Sauerstoff und Grundwasserproduktion. Die Entnahme guter Ackerböden muss mit dem höchsten Ausgleichspreis belegt werden und durch Umweltverträglichkeitsprüfungen zwingend begründet werden. Der Ackerboden ist die Existenzgrundlage für 8 Mrd Menschen auf der Erde!

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