Sternfahrt/Protest

850 Traktoren in Telgte - Schulze nahm sich Zeit - Unfall mit Eurobahn

Aus dem ganzen Münsterland sind am Samstag Landwirte mit ihren Treckern in langen Konvois nach Telgte gekommen, um Umweltministerin Schulze ihre Kritik vorzutragen. Leider gab es einen Unfall...

Am Samstag sind laut Polizeiangaben rund 850 Traktoren aus dem Münsterland in einer Sternfahrt nach Telgte gekommen, um gegen das Agrarpaket der Bundesregierung und die aus ihrer Sicht harsche Politik des Umweltministeriums zu protestieren.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) war an diesem Tag angereist, um als Ehrengast beim Neujahrsempfang der Stadt beizuwohnen. Die Landwirte übergaben ihr dort ein Thesenpapier. Laut WDR waren fünf Korsos in langen Kolonnen angereist, die Polizei musste Straßen und Kreuzungen sperren. Rund um die Trecker kam es zu Verkehrsbehinderungen und Staus.

Die Bauern wollten der Ministerin schildern, wie sie sich die Agrarpolitik künftig vorstellen. Aus ihrer Sicht gefährden schärfere Dünge-Verordnungen, mehr Insektenschutz und neue Auflagen bei der Tierhaltung ihre Existenz, fasst der WDR das Positionspapier zusammen. Wenn die Regeln schon verschärft werden, sollten sie europaweit gelten, damit deutsche Bauern nicht benachteiligt würden, heißt es. Schulze nahm sich eine Dreiviertelstunde Zeit für die Landwirte und sprach mit ihnen über deren Ängste und Sorgen.

Traktor prallt gegen Zug

Bei der Rückfahrt der Schlepper kam es anschließend leider zu einem tragischen Unfall. Um 20:37 Uhr prallte zwischen Telgte und Warendorf eine Eurobahn gegen einen Traktor. Bei dem Unfall wurden die zwei Insassen des Treckers verletzt, die Zugführerin erlitt einen Schock.

Laut Polizei bog der Fahrer an der Unfallörtlichkeit aus dem Konvoi nach rechts in einen Wirtschaftsweg ab und übersah nach ersten Erkenntnissen den herannahenden Zug. Der Übergang ist nicht beampelt oder beschrankt. Das landwirtschaftliche Fahrzeug wurde von dem Triebwagen erfasst, auf ein Feld geschleudert und blieb auf der Seite liegen. (Fotos hier)

Alarmierte Rettungskräfte brachten die Verletzen in umliegende Krankenhäuser. Durch die erforderlichen Rettungsmaßnahmen konnten Teile des Konvois in Richtung Warendorf nicht weiterfahren. Die Bundesstraße 64 war gesperrt. Für die Fahrgäste in dem Zug wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Es entstand Sachschaden von mehreren zehntausend Euro.


Diskussionen zum Artikel

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von Karlheinz Gruber

Servus TA

Es wird hier über die Demo und die Auswirkungen diskutiert. Bei uns im Kreis ist aber auch die Frage gestellt worden, wie man den Verunglückten helfen kann. Gibt es eine Kontonummer, an die man ein Paar Euro Spenden kann.? Solidarität muß auch hier gegeben sein. Bitte um Veröffentlichung wenn Ihr hier Infos habt. Vielleicht machen mehr davon gebrauch und die Familie steht dann nicht alleine da...

von Rudolf Rößle

So

langsam sollte Sie es begriffen haben, dass Sie es mit einer intelligenten Berufsgruppe zu tun hat. Würde Sie ein Dialogforum einrichten für Praktiker, um deren Meinungen zu studieren, könnte Sie, wenn Sie wollte, unsere Situation verstehen. Im Gegenzug sollte Sie ihr Eckpunktepapier wieder öffnen. Bildung und Technik ist vorhanden oder schnell entwickelt, um einen regionalen deutschen Markt voranzubringen. Nur so kann ein höheres Preissegment erreicht werden. Dies wird dann mit gekoppelter Umweltwerbung so hochgeputscht, dass sich der Bürger schämt, wenn er andere Ware kauft. Der LEH zahlt für die höchste Stufe nur geringe Aufpreise. So funktioniert aber Nachhaltigkeit nicht. Es sollte auch Negativwerbung für ausländische Waren und Ladenketten dauerhaft geschaltet werden, sollten die Erzeugerpreise nicht ansteigen. Verknüpft mit hässlichen Kurzfilmen.

von Gerd Uken

Frau Schulze ist standhaft geblieben

Aber Nitratwerte mit den Messergebnissen von Luft zu vergleichen das ist Äpfel mit Birnen zu vergleichen. In Sachen Humusaufbau braucht sie und Herr Flachsbart aber unbedingt Nachhilfe!!!

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