Moor-Wiedervernässung

Allgäuer Moorallianz: Naturschutzprojekt wird verlängert

Mit 6,7 Mio. € wollen Bundesumweltministerium und Bundesamt für Naturschutz die Renaturierungsmaßnahmen von Hochmooren im Alpenvorland bis zum Jahr 2030 weiter fördern.

Ziel des Naturschutzgroßprojektes „Allgäuer Moorallianz“ ist es einer Mitteilung des Bundesumweltministeriums zufolge, den Wasserhaushalt im Projektgebiet zu sanieren, entwässerte Moore zu renaturieren, die möglichst ungestörte Entwicklung naturnaher Moore zu sichern und Nasswiesen, Streuwiesen und Magerrasen zu erhalten. Dem Zweckverband Allgäuer Moorallianz als Projektträger sei es in den letzten zehn Jahren mit großem Engagement gelungen, zahlreiche Moore im Jungmoränengebiet des Alpenvorlandes wie das Seemoos, das Räsenmoos und das Heggener Moos wieder zu vernässen.

Dazu wurden jeweils individuell Stauvorrichtungen wie Torfwälle oder Spundwanddämme errichtet und angepasst. Dieses Erfolgsmodell werde nun mit 6,7 Mio. € aus Bundesmitteln bis zum Jahr 2030 fortgesetzt. Das Naturschutzgroßprojekt werde in der Gesamtlaufzeit von 2009 bis 2030 mit insgesamt rund 14 Mio. € durch das Bundesumwelt- und Verbraucherschutzministerium gefördert.

Bundesmweltministerin Lemke: Beispielhafte Synergien für Natur- und Klimaschutz

Bei einer Besichtigung von Renaturierungsmaßnahmen erklärte Bundesumweltministerin Steffi Lemke dazu: „Moorschutz ist Klimaschutz, denn gesunde Moore sind bedeutsame Wasser- und Kohlenstoffspeicher. Gleichzeitig sind naturnahe Moore gut für eine reiche Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten. Das hat die Allgäuer Moorallianz in den vergangenen Jahren bereits in beeindruckender Weise unter Beweis gestellt. An diesem Beispiel wird besonders deutlich, wie die Synergien zwischen Natur- und Klimaschutz stärker und gezielter als bisher genutzt werden können.“

Hintergrund: Mit Unterstützung des Landes und des Bundes setzt sich der Projektträger dafür ein, das Gebiet als Lebensraum für eine Vielzahl speziell angepasster hochmoortypischer Arten wie das Schlanke Wollgras, die Zwerg-Birke oder die Blumenbinse zu bewahren. Die Sicherung und Renaturierung der Hochmoore sollen auch zur Stabilisierung der Populationen bundesweit gefährdeter Insektenarten wie Hochmoorlaufkäfer, Hochmoor-Mosaikjungfer und Hochmoor-Gelbling beitrage und einen herausragenden Beitrag für die Bewahrung der natürlichen Biodiversität leisten.

Die Wiedervernässung, der Schutz vor Entwässerung von Mooren sowie deren Renaturierung ist auch eine der zentralen Maßnahmen des „Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz“ für das das Bundesumweltministerium erste Eckpunkte vorgelegt hat - top agrar berichtete. Ziel des Aktionsprogrammes ist es laut Ministerium, die Synergien zwischen Natur- und Klimaschutz stärker und gezielter als bisher zu nutzen und einen substanziellen Beitrag zum Klimaschutz, zum Schutz der biologischen Vielfalt und zur Anpassung an die Folgen der Klimakrise zu leisten. Die Umsetzung des Programms soll bis 2026 mit vier Milliarden € finanziert werden.


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