Selbstanzeige

Amberg-Sulzbach: Landwirt ließ Rinder wohl verdursten

Weil er aus gesundheitlichen Gründen überfordert war, hat ein alleinstehender Landwirt seine Rinder nicht mehr richtig versorgt. Als seine Schwester die toten Tiere entdeckte, ging er zur Polizei.

Auf einem Hof im Landkreis Amberg-Sulzbach sind 20 Rinder im Stall verendet. Ein 62-jähriger Landwirt zeigt sich dafür verantwortlich und hat – wohl auf Druck seiner Schwester - Selbstanzeige erstattet, berichtet der Bayerische Rundfunk unter Berufung auf das Landratsamt.

Zur Begründung soll der Bauer seine gesundheitlichen Probleme genannt haben. Er befände sich nun in fachärztlicher Behandlung.

Das Veterinäramt bestätigte, dass die Tiere schlecht ernährt waren 20 Rinder wohl letztlich verdursteten. Drei weitere Rinder mussten erlöst werden, drei lebende wurden bei einem Bauern im Landkreis untergebracht. Die Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) untersucht derzeit noch die Kadaver.

Den 62-jährigen Tierhalter erwartet jetzt eine Anzeige wegen Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Das Veterinäramt strebt ein Tierhalte- und Betreuungsverbot gegen den Landwirt an. Auch, weil bereits in der Vergangenheit kleinere Mängel bei der Tierhaltung angemahnt worden seien, erfuhr der BR. Diese habe der Halter aber behoben, sodass keine weiteren amtlichen Maßnahmen notwendig waren, heißt es.

Der Beschuldigte bewirtschaftete den Hof zuletzt alleine. Sowohl die Familie des Tierhalters, die regelmäßig auf dem Hof zu Besuch war, als auch die Nachbarschaft hatte zuvor keine Auffälligkeiten festgestellt, so das Landratsamt. Der Bauernhof habe sich äußerlich in einem gepflegten Zustand befunden.

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