Coronavirus-Update bei Tönnies

Ansteckung bei Tönnies geschah über weite Distanzen

Nach neuen Erkenntnissen war beim Tönnies-Schlachthof ein Mitarbeiter der mögliche Superspreader – eine Übertragung über 8 m konnte nachgewiesen werden. Zudem gibt es in Rheda neue Corona-Fälle.

Nach dem Corona-Ausbruch im Tönnies-Schlachtbetrieb in Rheda-Wiedenbrück haben Forscher die Übertragung der Krankheit im Mai rekonstruiert. Das Ergebnis: Niedrige Temperaturen, eine geringe Frischluftzufuhr, eine konstante Luftumwälzung durch die Klimaanlage plus starke körperliche Arbeit fördere die Aerosolübertragung von SARS-CoV-2-Partikeln über größere Entfernungen. Ausgehend von einem einzigen Mitarbeiter soll das Virus auf mehrere Personen in einem Umkreis von mehr als acht Metern übertragen worden sein. Die hauptsächliche Übertragung fand nach den Untersuchungen im Zerlegebereich für Rinderviertel statt, in dem die Luft umgewälzt und auf 10 °C gekühlt wird. Demgegenüber spielte die Wohnsituation der Arbeiter während der untersuchten Phase des Ausbruchs keine wesentliche Rolle. Zu diesem Ergebnis ist die gemeinsame Studie des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI), des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) und des Heinrich-Pette-Instituts, Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie (HPI) gekommen, die am Donnerstag veröffentlicht wurde.

Neue Corona-Fälle in Rheda-Wiedenbrück

Seit rund einer Woche wird bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück wieder geschlachtet. Jetzt soll es unter den Beschäftigten offenbar neue Infektionen geben, das kursierte am Freitagmorgen auf jeden Fall in den Medien. Es war die Sprache von 20 Infizierten. Eine Sprecherin des Kreises Gütersloh nahm die zunächst genannte Zahl kurze Zeit später zurück. Es können weniger Neu-Infizierte aber auch mehr sein. Das werde ab 11 Uhr im Krisenstab des Kreises Gütersloh ermittelt. Zu klären sei dabei, ob es sich um Neuinfektionen handle oder um Infektionen die aus der ersten Welle stammen. In einer Pressemitteilung vom Freitag sind nach Tönnies 7.300 Tests durchgeführt worden, davon seien bisher 30 Ergebnisse positiv. Von diesen 30 sind 22 Personen bereits bei einer der Reihentestung positiv getestet worden, dies seien somit altpositive Fälle. Die weiteren acht Personen werden von den Behörden abgeglichen, ob diese bereits durch die mobilen Teams ebenfalls positiv getestet wurden.

Die Redaktion empfiehlt

Nach der Wiederaufnahme des Schlachtbetriebes mit rund 8.000 Schweinen am Donnerstag, haben Kontrolleure den Betrieb wieder gestoppt. Die Schlachtungen starteten am Freitag verspätet.

Der Blick von außen

Ist Tönnies ein guter Sündenbock?

vor von top agrar Redaktion

„Es ist zynisch, Tönnies zum Sündenbock für ein System zu machen, dass alle jahrelang gerne in Kauf genommen haben, um günstig an Fleisch zu kommen." Ein Beitrag von Jens Lönneker.


Diskussionen zum Artikel

von Frank Sieweke

kein Wunder!

solange die Luft nur umgewälzt aber nicht ausgetauscht oder wenigstens gefiltert wird, helfen weder Masken noch Plexischeiben! Dann reicht ein positiver Mitarbeiter, der es in den Betrieb schafft....

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