Nach Kritik

Bahn will Glyphosateinsatz halbieren

Die Bahn will nächstes Jahr nur noch halb soviel Glyphosat entlang der Gleise spritzen, wie bisher. Die denkbaren Alternativen sind aber noch nicht spruchreif...

Letztes Jahr hat die Deutsche Bahn noch 57 t Glyphosat auf ihren Gleisen gespritzt. Ab 2020 will der Konzern die Menge jedoch halbieren, kündigte ein Sprecher an. Er sprach von einem „Meilenstein auf dem Weg zum Ausstieg aus dem Herbizid“, zitiert ihn die Tagesschau.

Bislang seien 90 % des Netzes einmal im Jahr mit Glyphosat behandelt worden, rund 63.000 Gleiskilometer. Laut Geschäftsbericht war es etwa ein Kilogramm pro Gleiskilometer. Der Konzern ist damit nach eigenen Angaben der größte Einzelabnehmer von Glyphosat in Deutschland.

Stattdessen will die Bahn Unkräuter stärker manuell beseitigen. Erprobt wird etwa, ob sich das Unkraut mit heißem Wasser, Strom oder UV-Licht beseitigen lässt. Experimentiert wurde auch schon mit Heißdampf, Mikrowellen und Hochfrequenzenergie - diese Methoden erwiesen sich aber als sehr zeit- und energieaufwendig.

Lob kommt von Harald Ebner, Sprecher für Gentechnik- und Bioökonomiepolitik der Grünen. Sollte es die DB wirklich ernst meinen, müsse sich Agrarministerin Klöckner ein Beispiel daran nehmen. „Von der Bundesregierung ist nach wie vor kein Schrittchen zum angekündigten Glyphosatausstieg erkennbar. Damit lässt Klöckner nicht nur alle Bürger im Stich, sondern vor allem auch die Bauern, die dringend Unterstützung brauchen auf dem Weg zum Ende des Glyphosat-Zeitalters 2022, wenn ohnehin die EU-Genehmigung für den Pflanzenvernichter endet, der ökologische Vielfalt und Gesundheit gefährdet“, so Ebner.

Auch Bundesumweltministerin Svenja Schulze äußerte sich via Twitter und betonte, dass der Ausstieg aus Glyphosat bereits laufe und sie an einem verbot bis 2023 festhält:

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