Störaktion

Bauern hängen in Greenpeace-Zentrale Plakat auf

Was die Umweltschützer können, können Bauern auch. Am Mittwoch haben Landwirte die Mitarbeiter der Greenpeace-Zentrale in Hamburg überrascht und ein Plakat aufgehängt

Zum Auftakt der morgigen Demo zur Umweltministerkonferenz haben Bauern aus Schleswig-Holstein ein Plakat bei Greenpeace in der Hamburger Hafencity entrollt. Anschließend sprachen sie eine Stunde lang mit immerhin acht Mitarbeitern der Organisation. Die Landwirte kritisierten die Kampagnen zur Landwirtschaft und forderten die NGO auf, nicht nur immer weitere Forderungen zu stellen, sondern Lösungen für die Betriebe zu bieten.

Die Mitarbeiter der Umweltorganisation nahmen die Kritik auf und sagten zu, das Gespräch mit den Landwirten fortzusetzen. Sönke Plöhn: „Wir gehen gern weiter ins Gespräch. Aber es muss dann um wirkliche Lösungen gehen, mit denen unsere Betriebe und Familien dauerhaft leben können. Die Zeit der Kritik an allem, was wir tun, ist vorbei!“

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Matthias Bückner

Ein nächtlicher Einbruch von vermummten "Aktivisten" in einen Stall ist auch sehr bedrohlich für den Besitzer, da hört man die Moralapostel aber nicht groß jammern. Und um die Veröffentlichung der dabei gemachten Bilder wird dann auch ausdrücklich gebeten! Schon witzig, dieses zweierlei Maß...

von Eckehard Niemann

Positionierung von Greenpeace in einer Diskussion mit "Bauer Willi":

Ein Streitgespräch unter diesem Titel führte der Agrarblogger Willi Kremer-Schillings mit dem Landwirtschaftsexperten der Umweltorganisation, Martin Hofstetter. (BauernZeitung) ----- Mitten in Südoldenburg, in der deutschen Tierhalterhochburg, forderte Martin Hofstetter ein milliardenschweres Umbauprogramm für die Nutztierhaltung. Dafür sei „frisches Geld“ nötig, “die paar Milliarden aus den Direktzahlungen” würden dafür nicht reichen, sagte der Agrarexperte der Umweltorganisation Greenpeace am Mittwochabend (6.11.) während eines Streitgespräches mit dem Agrarblogger „Bauer Willi“ (Dr. Willi Kremer-Schillings) in Bersenbrück, Landkreis Osnabrück (Niedersachsen) . Das Geld könnte aus einer zusätzlichen Abgabe auf Fleisch kommen. „Da geht es um 20 bis 30 Cent pro Kilo an der Ladenkasse, das tut den Verbrauchern nicht weh“, sagte Hofstetter. ----- Trotzdem erwartet Greenpeace aber, dass auch deutlich mehr Mittel aus der Ersten in die Zweite Säule umgeschichtet werden, um diesen Umbau der Tierhaltung zu finanzieren. „Man kann niemandem mehr erklären, warum Landwirte heute noch Geld aus Brüssel als Ausgleich erhalten, weil vor 30 Jahren die Interventionspreise gesenkt wurden“, sagte der gelernte Agraringenieur, der im Berliner Büro der Umweltorganisation tätig ist. Die Betriebe bräuchten das Geld, aber es dürften nur noch gesellschaftlich gewünschte Leistungen damit vergütet werden. Die Bereitstellung von hochwertigen und unbedenklichen Nahrungsmitteln gehört für ihn ausdrücklich nicht dazu. ------ “DIESER SPAGAT ÜBERFORDERT UNS” „Bauer Willi“ machte vor den rund 260 Zuhörern des Bersenbrücker Landwirtschaftsforums das „Dilemma der Essensmacher“ deutlich: „Betriebsleiter stehen heute vor immer neuen Anforderungen, die aus allen Richtungen auf sie einprasseln. Und vieles widerspricht sich dabei. Dieser Spagat überfordert uns.“ Willi Kremer-Schillings kritisierte vor allem die Rolle des Lebensmittelhandels und warf Greenpeace vor, an dieser Schraube mitzudrehen, weil dies dem Geschäftsmodell von NGOs entspreche. „Das ist Marketing, das Euch auf unsere Kosten Spendengelder einbringt“, warf er Hofstetter vor. (…) ---- „Wir brauchen die Landwirtschaft in Deutschland“, konterte Hofstetter. Ziel von Greenpeace sei „eine bessere Landwirtschaft“, nicht unbedingt bio, aber deutlich anders als bisher. ------ Hofstetter pflichtete Kremer-Schillings bei, dass ein abgestimmter Plan für das Regierungshandeln nicht erkennbar ist. Er stimmte teilweise sogar dessen Ansicht zu, das Agrarpaket der Bundesregierung sei „über die Köpfe der Bauern hinweg und ohne ihren fachlichen Rat beschlossen“ kritisiert hatte. ----- ________________________________________ Zwar wisse er um den Frust unter den Bauern, sagte der Greenpeace-Vertreter, der bei der Begrüßung ein grünes Armband angenommen hatte, das er den ganzen Abend trug. „Aber glauben Sie mir, der Frust ist bei den Umwelt- und Tierschützern genauso groß, weil es so unendlich langsam vorangeht.“ Hofstetter nannte als Beispiele die verlängerte Ausnahmegenehmigung für die Ferkelkastration ohne Betäubung und die ausstehende Reaktion der Politik auf das Magdeburger Kastenstandurteil. “Und dass die Artenvielfalt abnimmt, habe ich schon während meines Landwirtschaftsstudiums gelernt”, setzte der Endfünfziger nach. ----- Wenn es auf allen Seiten nur Frustrierte gebe, sollte man sich dringend zusammensetzen und reden, regte der Moderator des Streitgespräches, Bauernzeitung-Chefredakteur Ralf Stephan, an. Leider sei der Gesprächsfaden mit dem Bauernverband, den man mit dem damaligen Präsidenten Sonnleitner regelmäßig aufgenommen hatte, seit einigen Jahren völlig abgerissen, bedauerte Hofstetter. „Wir verstehen nicht, warum.“ ----- “Ich bin immer dafür, in den Dialog zu treten und gemeinsam nach Lösungen zu suchen”, sagte “Bauer Willi”. In dem zweistündigen, stets sehr sachlichen Meinungsaustausch entstand zeitweise tatsächlich der für viele überraschende Eindruck, dass manche Positionen gar nicht so weit auseinander lagen. Gegen eine “bessere Landwirtschaft” wandte auch keiner der Diskussionsteilnehmer aus dem Publikum etwas ein. Dennoch werde es unterschiedliche Auffassungen darüber, was damit gemeint ist, zwischen Bauern und NGOs immer geben. “Dafür”, schloss “Bauer Willi”, “sind unsere Geschäftsmodelle einfach zu verschieden.” rs

von Eckehard Niemann

An dieser und an anderen Aktionen sollten sich andere Aktivisten ein Beispiel nehmen:

Agrarpolitik: „In der Sache hart, im Umgang fair“ Landtagsfraktionen kritisieren Protest-Aktionen vor Privathäusern scharf ----- Die agrarpolitischen Sprecherinnen und Sprecher der Landtagsfraktionen von CDU, SPD, Grünen und der FDP kritisieren zwei Protestaktionen, die am Wochenende vor Privathäusern im Landkreis Wolfenbüttel und der Region Braunschweig stattgefunden haben. ----- In einem Fall standen am Sonntagmorgen um neun Uhr circa 20 Landwirte mit Megaphon vor dem Privathaus einer Kommunalpolitikerin aus dem Gemeinderat Cremlingen, um ihren Ansichten zur Agrarpolitik zu widersprechen. Die Kommunalpolitikerin kam nach draußen und suchte das Gespräch. ----- Die Landtagsabgeordneten Hermann Grupe (FDP), Karin Logemann (SPD), Helmut Dammann-Tamke(CDU) und Miriam Staudte (Bündnis´90/Die Grünen) stellen klar: ----- „Unangemeldet vor einem Privathaus zu demonstrieren ist eine schwere Verletzung der Privatsphäre. Solche Aktionen verurteilen wir auf Schärfste.“ Außerdem kritisieren sie ein Video, das die Aktion vor dem Wohnhaus der Kommunalpolitikerin zeigt. „Dadurch könnten andere zu ähnlichen Aktionen animiert werden.“ Positiv sei zu bewerten, dass es bereits deutliche Distanzierungen von Seiten der Landwirtschaft gäbe. Die Abgeordneten führen fort: „Wir diskutieren im Agrarausschuss auch oft hart in der Sache, aber es muss fair im Umgang bleiben. Öffentliche Diskussionen müssen im öffentlichen Raum stattfinden.“ Auch vor dem Haus eines Journalisten wurde in ähnlicher Weise demonstriert. Obwohl der Journalist das Haus zum Sonntagsdienst in der Redaktion verließ, wurde die Aktion fortgesetzt. Die Familie empfand die Situation als zunehmend bedrohlich. „Eine Einschüchterung von Medienvertretern werden wir in keiner Weise akzeptieren.“

von Willy Toft

Das war mal eine gute Idee, so stelle ich mir spontane Aktionen vor! Danke, an unsere ....

Weggefährten, und toll, dass wir mal fast alle in die gleiche Richtung denken. Mit dem Zusammenhalt können wir noch ganz andere Dinge wieder gerade rücken, die vielleicht die letzten Jahre schief gelaufen sind! Wir verweigern nicht die Zusammenarbeit mit den Politikern, wir wollen aber auch mal gehört werden! Die NGO können uns ja ihre Versuchsbetrieb vorstellen, wo alles ökologisch und ökonomisch im Gleichklang abläuft! Wir sind gespannt auf die nächsten Entwicklungen.....

von Eckehard Niemann

Gute Aktion - führt im Falle Greenpeace sicherlich zu einer offenen Diskussion

Im Falle Greenpeace kann man eigentlich sicher sein, dass die diese Aktion verstehen und sich einer Diskussion stellen.

von Jürgen Langreder

Herrlich diese Idee

Noch hat der NDR nicht darüber berichtet ob der landwirtschaftlich Kritische Sender diese tolle Aktion Wohl einen Beitrag widmet?

von Paul Lieb

Respekt!!!!!!!!!!!

Super Idee!!, in diese Richtung muss es weitergehen. Die müssen gefordert werden, auch "Lösungen" auf zu zeigen, die auch ökonomisch machbar sind.

von Andreas Gerner

Grandiose Idee!!!

Danke an die Kollegen, die sich das ausgedacht und durchgezogen haben!

von Marcus Rohwer

Gleiches mit Gleichem vergelten!

Sehr sehr schöne Aktion! Weiter so!

von Jörg Meyer

Super!

Danke für die Aktion! Mehr davon! Wir sind viel besser und viel mehr als die bisher wußten!

von Wolfgang Rühmkorf

Genau so! Beim nächsten Mal in den Büros reinschauen, ob die Richtlinien für Platzgröße, Lärm und Luft eingehalten werden. Eine Probe mitnehmen und Filmen! Den Film dann an die Öffentlich Rechtlichen verkaufen!

von Wilhelm Grimm

Unsere Mädchen und Jungs sind gut,

sehr gut !

von Albert Maier

Klasse!!

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