Vorbildlich

Bauern unterstützen das gebeutelte Ahrtal mit Brennholz

230 Festmeter Brennholz aus dem Westerwald haben Altenkirchener Bauern in das Hochwassergebiet an der Ahr geliefert, um den Menschen im Flutgebiet zu helfen, die noch keine Heizung haben.

Am ersten Sonntag des neuen Jahres machten sich rund 15 Landwirte mit ihren Schleppern und Fahrzeugen auf den Weg, um über 230 Festmeter Brennholz aus dem Westerwald an die Ahr zu fahren.

Unter dem Motto „Wärme fürs Ahrtal“ hatte Jörg Körner die Landwirte aus der Region Wissen im Landkreis Altenkirchen gewinnen können, um das von den Waldbauern der Region gespendete Holz zu sägen, zu spalten und in einer gemeinsamen Aktion an die Ahr, dem von der Flut im Sommer 2021 besonders schwer betroffenen Gebiet, zu fahren, berichtet der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau.

Nach wie vor gibt es in einigen Orten keine gesicherte Gasversorgung, sodass gerade jetzt im Winter viele Holzöfen ihren Dienst tun müssen, damit die Menschen warm über die Wintermonate kommen.

Vor der Abfahrt bei typisch nassem Westerwälder Winterwetter zeigte sich den Helfern ein beeindruckendes Bild, als die fertig geschnittenen Holzstücke in Heimersheim abgeladen und zu einem riesigen Haufen aufgeschichtet wurden. Die Bauern haben keine Mühe gescheut, um das Brennholz in das Ahrtal zu bringen.

Für einige Landwirte war es das erste Mal, dass sie mit ihren Gespannen auf einer Fähre den Rhein überquerten, die schnellste Verbindung zwischen dem Westerwald und dem Ahrtal. Am Ende des Tages zeigten sich alle zufrieden, die Aktion verlief ohne Zwischenfälle und wohlbehalten kehrten die Landwirte nach Hause zurück, mit dem guten Gefühl, für die arg gebeutelten Bewohner des Ahrtals für Wärme im Winter gesorgt zu haben.

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Bodenordnungsverfahren in Dernau, Rech und Mayschoß vorzeitig freigegeben

Andy Becht

Andy Becht (Bildquelle: Pressebild)

Unterdessen informierte der rheinland-pfälzische Landwirtschaftsstaatssekretär Andy Becht, dass zwei Flurbereinigungsverfahren für den Wiederaufbau von Rebflächen an der Ahr vorzeitig freigegeben werden. Ziel ist es, den betroffenen Winzern schnellstmöglich wieder bewirtschaftbare Flächen bereitzustellen. Regulär werden die Bodenordnungsverfahren erst im Frühjahr freigegeben.

Die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange, der landwirtschaftliche Berufsvertretung sowie weitere Stellen nach §5 FlurbG ist bereits veranlasst, so dass alle Planungen in den vorgesehenen Flurbereinigungsgebieten berücksichtigt werden können.

Der Schwerpunkt liegt zunächst auf den besonders stark betroffenen Weinbauflächen in den Ortsgemeinden Mayschoß, Rech und Dernau. Die Durchführung der Flurbereinigungsverfahren obliegt dem Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Westerwald-Osteifel. Staatssekretär Becht hatte aufgrund der absehbaren Erfordernisse für ein Landmanagement hierzu bereits im September 2021 die "Task Force Ländliche Bodenordnung" beim DLR eingesetzt. Auf Grund der Dringlichkeit zur Unterstützung des Wiederaufbaus an der Ahr erfolgt die Freigabe der beiden Flurbereinigungsverfahren außerplanmäßig und im Vorgriff auf die landesweite Freigabe neuer Flurbereinigungsverfahren im Frühjahr 2022.

Mit den Bodenordnungsverfahren können unter Einbezug aller Akteure Flächen im Tal neu geordnet und strukturiert werden. Auch der Ankauf freiwerdender Flächen wird dadurch möglich. Hierbei sind noch Fragen der Wasserwirtschaft und des Hochwasserschutzes hinsichtlich der Wiederbestockung im von der Wasserwirtschaft festgesetzten Überschwemmungsgebiet zu klären. Mit der Freigabe der Flurbereinigungsverfahren wird es möglich, dass das DLR kurzfristig die voraussichtlich beteiligten Grundstückseigentümer über die Verfahren aufklärt und die Verfahren anordnet.


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