Bauernproteste

BWV-Präsidium geschlossen gegen jegliche Radikalisierung

Der Bauernverband aus Rheinland-Pfalz bittet alle landwirtschaftlichen Aktivisten, sich gemeinsam dafür einzusetzen, auf Utensilien zu verzichten, die im Verdacht einer radikalen Gesinnung stehen.

Das Präsidium und die Hauptgeschäftsführung des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau verurteilen jegliche Tendenzen zur Radikalisierung als Mittel der berufsständischen Interessenvertretung. Damit stellen sich die Teilnehmer der Präsidiumssitzung am 8. September in Koblenz einhellig hinter Präsident Michael Horper. „Es wird weiterhin unser Ziel sein, kritische Themen klar zu benennen, aber mit Achtung vor allen demokratisch gewählten Diskussionspartnern“, so Horper weiter.

Gleichzeitig bitten Präsidium und Hauptgeschäftsführung alle landwirtschaftlichen Aktivisten, sich gemeinsam dafür einzusetzen, auf Utensilien zu verzichten, wenn diese im Verdacht einer radikalen Gesinnung stehen.

Denn selbst die bloße Diskussion darüber, ob oder inwieweit etwaige Fahnen, Flaggen oder Banner einem menschenverachtenden oder (rechts-) radikalen Spektrum zuzuordnen sind, sei schädlich für den Berufsstand und erschwere das gemeinsame Ziel, die inhaltlich notwendigen Veränderungen bei den anstehenden großen politischen Entscheidungen zu erreichen. Dabei geht es aktuell z.B. um Veränderungen bei der Düngeverordnung, bei Handelsabkommen, beim Green-Deal sowie bei der Farm to Fork-Strategie.

Landwirte verfassen gemeinsame Erklärung gegen die schwarze Fahne

Zuvor hatten sich bereits 15 Landwirte, die in den Sozialen Netzwerken aktiv sind, in einer gemeinsamen Erklärung gegen das Mitführen der schwarzen Landvolkfahne bei Bauernprotesten ausgesprochen.

"Ich weiß, dass die Symbolik der schwarzen Landvolkfahne sehr kontrovers und emotional diskutiert wird. Ich möchte nicht, dass der Berufsstand sich wegen dieser Debatte entzweit", schreibt Bernhard Barkmann auf Blogagrar.de.

Im gemeinsamen Brief mit seinen Kollegen, darunter auch Dirk Nienhaus, Gabriele Mörixmann, Thomas Andresen, Heike Müller, Nadine Henke und Willi Kremer-Schillings heißt es:

"Mit großer Sorge haben wir die Berichterstattung über die Demonstrationen am Rande der EU-Agrarministerkonferenz in Koblenz verfolgt. Im Mittelpunkt des medialen Interesses stand ein großes Banner auf einem LKW, das eine Reihe von bekannten Personen als „Henker der Landwirtschaft“ bezeichnete. Große Aufmerksamkeit erzielte auch die von einigen Landwirten mitgeführte schwarze Fahne mit Pflug und Schwert, die von den Medien als Zeichen einer zunehmenden Radikalisierung aller Landwirte interpretiert wurde.

Es entsteht der Eindruck, dass die berechtigten Forderungen seitens der Landwirte hinsichtlich der Ausrichtung und Gestaltung der Agrarpolitik nicht mehr ernst genommen werden. Die vor einem Jahr durch die grünen Kreuze ausgelöste Aufbruchstimmung, die positive Berichterstattung über die große Demo in Berlin und die dadurch ermöglichten Gespräche mit den Entscheidungsträgern werden durch unüberlegte Aktionen einiger Weniger gefährdet.

Der Unmut im Berufsstand ist vielfach verständlich, Protest berechtigt, aber Protest alleine reicht nicht. Und wenn Protest, dann mit Herz, Sinn und Verstand. Eine Verleumdung von Personen ist kontraproduktiv und wird von uns abgelehnt.

Mit der Farm-to-Fork-Strategie der EU- Kommission ist die zukünftige Ausrichtung der europäischen Agrarpolitik vorformuliert. Sie wird die gesetzgebenden Prozesse der nächsten Jahre bestimmen z. B. auch die nationalen Maßnahmenpläne im Rahmen der EU-Agrarförderung ab 2023. Deshalb sollten wir Landwirte uns jetzt rechtzeitig in die Diskussionen mit unseren konkreten Lösungsvorschlägen einbringen. Die Vorarbeiten dazu sind schon gemacht."

Lesen Sie dazu eine historische Einordnung: Ärger nach Protestaktion: Bauern stellen Fahne der Landvolkbewegung nach

Die Redaktion empfiehlt

Der EU-Dachverband der Landwirte (Copa) sieht sich als repräsentativer Anwalt der Interessen der Landwirte auf europäischer Ebene. Radikalen Demonstranten wird eine Absage erteilt

Bauern hatten letzte Woche die Fahne der umstrittenen, da rechtsnahen Landvolkbewegung von 1929 mit Treckern nachgestellt. Bauernverband und LsV sind sehr verärgert.


Diskussionen zum Artikel

von Guido Müller

Die Grünen

(seit dem Zusammenschluss mit dem ostdeutschen Bündnis 90 1993 offiziell: Bündnis 90/Die Grünen) sind die einzige Partei in der Bundesrepublik, die es geschafft hat, sich als "...Neugründung dauerhaft zu etablieren. In ihrer Entstehungsphase ausgangs der 1970er-Jahre noch eine ... mehr anzeigen

von Andreas Gerner

Zur Info:

Polizeiliche Auskunft nach 3 Tagen Demo Koblenz: Keine Gewalt, keine verbotenen Demonstrationsmittel oder Schriften, keine Beleidigungen, keine Drohungen, keine Verletzungen, keine Sachbeschädigungen, keine Schmierereien, keine Verhaftungen, keine Platzverweise. Nicht mal Müll ! Weniger ... mehr anzeigen

von Werner Kriegl

Radikalisierung gibt es!

Aber nicht auf Seiten der Bauern, sondern auf Seiten der Politik! Die Forderungen werden immer grotesker und sind teilweise weit jenseits von Vernunft und Fakten. Und jetzt die Bauern in gewisse Ecken zu stellen ist doch nur ein Scheingefecht um von den eigenen Fehlern abzulenken...

von Wilhelm Grimm

Aber Andreas Gerner hat recht,

wenn er den Bauernverband kritisiert. Was soll dieses nutzlose Gerede von einer Radikalisierung, die es nicht gibt. Höchstens bei unseren Gegnern. und lautlose Demonstrationen gibt es nicht, und darf es nicht geben. Hat etwa jemand Gewalt gesehen ? Na also.

von Albert Maier

Es drängt sich doch eher ...

...der Verdacht auf, dass der Bauernverband seine eigene Untätigkeit mit dem Geschwätz von Radikalisierung verschleiern will. Bisher war noch keine Radikalisierung zu erkennen, daher ist dies ein unverschämtes in den Rücken fallen all derjenigen, die sich engagieren!

von Wilhelm Grimm

Ich würde mir mehr Sorgen um die politische Radikalisierung der Wasserversorger machen.

Die Bauernverbände müssen ihre Feinde angreifen und dürfen sich nicht mehr länger von den Wasserversorgern vorführen lassen, die unter dem Einfluss der Spendensammel- Vereine Politik machen.

von Basis+Bauern Bewegung

Scheingefecht

Die etablierteren Verbände sind gut beraten, wenn sie sich auf die Sacharbeit konzentrieren würden. Nähere sachliche Angaben sind hier zu finden :https://1drv.ms/u/s!AgLnNm6jFGNSkItFaTJUL73cHh0Ffw

von Michael Behrens

Wenn die Verbände wenigstens...

wenigstens den gleichen Eifer hätten in Sachen Politik, wie sie alle zusammen gegen eine Fahne aufbringen!!! Nein, man will sich das ja nicht mit Klöckner, Rukwied und sonstige Landwirtschaftvernichter verscherzen! Da ist es doch viel einfacher, einer kleinen, aber stetig wachsenden ... mehr anzeigen

von Andreas Gerner

Wenn das Fass schon aufgemacht ist,

dass sich Verbände untereinander vorschreiben, wie man arbeitet, sollten sich jetzt alle anderen Verbände (also außer dem BV) zusammensetzten und sich einhellig hinter die Forderung stellen, dass der BV endlich aufhört, die Interessen von Verarbeitung, Handel und Rentnern zu ... mehr anzeigen

von Wilhelm Grimm

Das kann man leicht dahin sagen,

ist aber nicht zielführend. Der Bauernverband ist einmalig gut organisiert, und das über ganz Deutschland. Wenn man etwas verbessern will, dann muss man besser sein. Hier werden wir mit einer Spaltung immer schwächer sein. Teile und herrsche, das wird dabei herauskommen.

von Karlheinz Gruber

Ok

Wenn diese Flagge oder andere Flaggen ein Problem sein sollte, warum tun sich nicht ein paar konstruktive, begabte Zeichner aus der LDW zusammen und machen eine neue Flagge: z. B. mit Ähren und Mistgabel gekreuzt, oder mit modernene Symbolen. die ist unbelastet und man hat was womit ... mehr anzeigen

von Andreas Gerner

Wichtig:

Hintergrund grün!

von Christian Kraus

"Radikale" als Chance

Von den "demokratisch Gewählten" die jetzt das Sagen haben sieht man das es in den Abgrund geht. Von der sehe ich die einzelnen "Radikalen" sofern es die überhaupt gibt eher als Chance für uns.

von Andreas Gerner

Schade, dass ein paar wenige die Flagge nicht begreifen, und aus Unwissenheit

oder weil es den Zielen (die protestierenden Bauern zu diskreditieren) nützt, aufgrund einer Farbe eine Gesinnung unterstellen. - - - - - - - - - Als Lösung und Zeichen sollte die Flagge grün sein. Auf einigen ist ja das Schwert so stilisiert, dass es nicht auf den ersten Blick als ... mehr anzeigen

von Andreas Gerner

Tausende Betriebe und Existenzen werden jedes Jahr durch politische Entscheidungen zerstört.

Wenn die Entscheidungsträger und Beeinflusser dies sein lassen würden, käme auch niemand auf die Idee, sie als Henker zu bezeichnen. So einfach ist das.

von Wilhelm Grimm

Eine Radikalisierung lehne ich ab, sie ist auch nicht in Sicht.

Aber Kleinigkeiten wie Fahnen und Flaggen sollten wir weglassen, wenn sie unseren Zielen nicht nützen und von den Politikern und den Medien instrumentalisiert werden, um uns in ein schlechtes Licht zu rücken.Die Worte wie Henker und Strohpuppen am Frontlader müssen auch weg Wenn wir ... mehr anzeigen

von Christian Kraft

Radikalisierung

Ich unterstütze diese Radikalisierung mit Sicherheit nicht. Aber man bleibt leider in unserem Land nur im Gespräch bzw. findet Aufmerksamkeit in der Politik wenn Radikalisierung im Spiel ist. Haben wir doch selbst alle schon oft erlebt. Hält man sich brav an die Gestzte kommt es oft ... mehr anzeigen

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