Grüne Woche

Dialog statt Protest: Kundgebung vor dem Brandenburger Tor

Vor dem Brandenburger Tor warben Freitagvormittag Landwirte für einen fairen Dialog. Um die Fotostrecke anzuschauen, klicken auf die Pfeile im Newsbild.

Wie in jedem Jahr wird die „Internationale Grüne Woche“ (IGW) in Berlin als Bühne für eine anklagende und pauschale Kritik an die moderne Landwirtschaft genutzt.

Die Kritik, Proteste und Demonstrationen rund um die IGW treffen aber auch die vielen Bauernfamilien sehr, schreiben die Macher von „Frag den Landwirt“ und „Wir machen Euch satt“. Die Fälle von Mobbing und Ausgrenzungen von Landwirten und sogar Bauernkindern würden zunehmen. Viele fühlten sich an den Rand der Gesellschaft gedrängt, dabei sien die Bauernfamilien in Wirklichkeit wichtige Stützen für die ländlichen Räume und Säulen der Gesellschaft.

„Wir Landwirte und Landfrauen wollen Dialog und fordern eine differenzierte Betrachtung und Bewertung der Leistungen der täglichen Arbeit auf den Höfen“, schreiben u.a. Nadine Henke, Rene Rempt, Marcus Holtkötter und Bernhard Barkmann auf Facebook. Um den Willen zum Dialog und die Bereitschaft zur Veränderung zu zeigen, riefen sie alle Landwirte und Landfrauen dazu auf, am heutigen Freitag um 10.30 Uhr zum Brandenburger Tor zu kommen.

Dort wollen die Landwirte ein gemeinsames Zeichen für einen fairen Dialog setzen, für die vielfältigen Leistungen der Landwirtschaft in ganz Deutschland werben, Veränderungsbereitschaft signalisieren und sich gegen Ideologie in der Landwirtschaftspolitik wehren, wie es in dem Aufruf heißt.

Vor dem Brandenburger Tor soll verschiedene Maschinen (Spritze, Überladewagen etc.) demonstrieren, dass ein Landwirt heute 153 Menschen ernährt. Und auch bundesweit finden in Fußgängerzonen an diesem Tag verschiedene Aktionen statt, bei denen Bauern mit Verbrauchern ins Gespräch kommen wollen.

„Im Mittelpunkt unserer Aktion steht die Erfolgsgeschichte der modernen Landwirtschaft“, erklärt Bernhard Barkmann. Marcus Holtkötter ergänzt: „Seit 1950 hat sich die Weltbevölkerung mehr als verdoppelt. Die bewirtschaftete Ackerfläche nimmt jedoch durch Siedlungs-, Gewerbe- und Straßenbau, aber auch durch die wünschenswerte Bereitstellung von Naturschutzflächen, stetig ab. Durch Innovation und stetige Weiterentwicklung haben unsere Landwirte es geschafft, die Produktivität zu steigern, so dass wir trotz verminderter landwirtschaftlicher Nutzfläche, höhere Erträge erwirtschaften konnten. 1950 produzierte ein Landwirt genug Lebensmittel für 10 Menschen. Heute ernähren wir Landwirte durchschnittlich 145 Menschen - und das machen wir sehr gerne.“

Die Landwirtschaft habe sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Durch digitale Technik, Präzision und moderne Ställe sei es heute möglich, ressourcenschonend gesunde Lebensmittel zu erzeugen. Landwirt sein bedeute Verantwortung zu tragen, sagen die Organisatoren der Aktion. "Landwirte verlieren neben der Lebensmittelerzeugung und -sicherheit nie den Blick für das Tierwohl und die Natur."

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