Demos

Emsland/Bentheim: Bauern blockieren Verkehr

Am Dienstag haben hunderte Landwirte mit ihren Treckern im Emsland und der Grafschaft Bentheim für lange Staus im Verkehr gesorgt. Am Donnerstag geht es weiter, dann kommen 4000 Bauern nach Hamburg.

Aus Protest gegen die aktuelle Landwirtschaftspolitik und die sinkende Wertschätzung ihrer Arbeit haben mehrere Hundert Landwirte am Dienstag bis in die Abendstunden hinein mit Trecker-Konvois im Emsland und in der Grafschaft Bentheim den Verkehr behindert.

Laut NDR waren etwa 450 Traktoren unterwegs, so dass im Berufsverkehr auf Bundesstraßen und Ausweichrouten lange Staus entstanden. Mit der Trecker-Blockade protestierten die Bauern gegen zu strenge Umwelt- und Tierschutzauflagen.

Für den Donnerstag werden noch größere Behinderungen erwartet, heißt es. Dann wollen rund 4000 Landwirte aus den nördlichen Regionen Deutschlands anlässlich der Umweltministerkonferenz nach Hamburg in die Innenstadt fahren. Zu der dortigen Veranstaltung haben die Bauernverbände aufgerufen. Auch das Aktionsbündnis Forum Natur, in dem unter anderem Waldbesitzer und Jäger organisiert sind, ist an dem Protest am Donnerstag beteiligt. Sie kritisieren, dass die Politik auf Ordnungsrecht und Auflagen statt auf Dialog setzt.

Matthias Everinghoff vom Netzwerk „Land schafft Verbindung“ bedauerte gegenüber dem NDR, dass das Bundesumweltministerium und insbesondere Ministerin Svenja Schulze bislang sämtliche Einladungen abgesagt habe. Die Landwirte seien grundsätzlich nicht gegen Insektenschutz und Tierwohl, aber das Ganze müsse mit Maß erfolgen.

Die Trecker-Konvois werden nach Polizeiangaben auf sieben Routen nach Hamburg geführt und dort auf verschiedene Abstellorte geleitet. Ort der Kundgebungen sei der Gänsemarkt. Die Kundgebung der Bauernverbände soll um 12 Uhr beginnen und um 14 Uhr enden. Die ersten Trecker-Konvois werden bereits ab 8.30 Uhr im Hamburger Stadtgebiet erwartet.

Um die erwarteten Massen an Fahrzeugen sicher zu parken, wird die Polizei einige Ausweichflächen freihalten, zum Beispiel am Volkspark, auf der Glacischaussee und auf der alten Wilhelmsburger Reichsstraße, die gerade abgerissen wird. Dort werden für die Trecker-Konvois, die aus dem Süden kommen, die Bauzäune geöffnet. Die Bauern fahren dann weiter mit der S-Bahn in Richtung City. Dennoch werden auch Trecker rund um die Binnenalster stehen.

Die Umweltminister von Bund und Ländern beraten am Donnerstag und Freitag unter anderem über die Themen Klimaschutz, Meeresmüll, Insektenschutz und Landstrom.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Wilhelm Grimm

Die Politiker sollen in die Gänge kommen?

Diese Politiker haben versagt, da wird ausser einigen Almosen nichts Grundsätzliches kommen. Sie sind nicht in der Lage zu begreifen, dass wir eine WENDE nach vorne benötigen und keine WÄNDE, die uns in das vorige Jahrtausend zurück stoßen werden. Perspektivlosigkeit würde unsere tatkräftigen jungen Leute kaputt machen. Das könnten wir Alten nicht ertragen.

von Renke Renken

zu Gerhard Steffek:

Genau mein Reden, den gesamten Bundesstraßenverkehr und Autobahnauf- und abfahrten blockieren. Forderung : Agrarpaket vom Tisch und dann neu verhandeln mit Kompetenz aus der Landwirtschaft. Und dieses Argument, wir verärgern die Bevölkerung lasse ich nicht gelten, mit Streiks werden nun mal Menschen getroffen, und wenn Flug- oder Bahnpersonal streikt vereärgert man auch Menschen. Und wenn wir in Politikerreihen Menschen mit Sachverstand und Arsch in der Hose hätten wären solche Demo´s vielleicht gar nicht erforderlich.

von Gerhard Steffek

Wenn man bedenkt -

wieviel Ärger hier die Bauern machen können, dann wurde dieses Instrument des "passiv-aktiven" Widerstandes viel zu wenig in Anspruch genommen. Immer wieder solche Konvois, die den Verkehr lahmlegen und die Politik wird sehr schnell in die Gänge kommen.

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