Sonderkulturen

Folie im Spargelanbau: Gute Argumente für den Einsatz

Niemand möchte Plastik, aber alle wollen frühe und günstige Spargelstangen oder Erdbeeren. Mit guten Argumenten schaffen Sie bei Verbrauchern Verständnis für den Folieneinsatz auf Ihrem Betrieb.

Lesezeit: 3 Minuten

Spargeldämme so weit das Auge reicht, mal mit schwarzer und mit durchsichtiger Folie bedeckt, mal mit weißer. Und das, obwohl die Natur noch halb im Ruhemodus ist. Der Anblick monotoner Reihen aus Plastik löst bei manchem Verbraucher alles andere als gute Frühlingslaune aus. Ein Zwiespalt, denn für den ersten heimischen Spargel der Saison stehen Verbraucher andererseits Schlange – ebenso nur wenige Wochen später, wenn die ersten Erdbeeren aus dem Folientunnel reif für den Verkauf sind.

Transparenz, gute Argumente und Fingerspitzengefühl sind hilfreich, wenn es darum geht, aufgebrachte, kritische Verbraucher zu überzeugen. „Holen Sie skeptische Spaziergänger mithilfe von verständlich gestalteten Infotafeln gleich am Spargelfeld ab“, rät Geschäftsführer Simon Schumacher vom Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer e.V. (VSSE). Denn informierte und zufriedene Kunden bleiben treu und sind gleichzeitig Werbeträger für den Betrieb.

Ein Imagefilm auf dem Bildschirm im Hofladen, der den eigenen Anbau und die Ernte verständlich zeigt, unterstützt bei der Aufklärung ebenso wie ein gut gemachter Flyer. Über Storys, Reels oder informative Beiträge lässt sich über die sozialen Netzwerke ebenfalls eine breite und durchaus kritische Community erreichen und überzeugen. Und letztendlich prägt sich das persönliche Gespräch mit Ihren Kunden tief ein und schafft Verständnis für Ihr Handeln.

Gute Gründe für den Folieneinsatz

• Frische heimische Ware lässt sich mit Folie effizienter produzieren. „Durch die Verwendung von schwarzer und weißer Folie können Erzeuger die Ernte so steuern, dass viel Ware mit einer hohen Qualität gezielt zum Wochenende erntereif ist, wenn die Nachfrage groß ist“, erklärt Simon Schumacher.

• Günstiger Preis: Durch den Einsatz von Folie sparen Anbauer etwa 40 % ihrer Produktionskosten, somit können sie das edle Gemüse insbesondere in der Hauptsaison zu attraktiven Preisen anbieten.

• Die Nachfrage muss nicht durch Importware gedeckt werden. Die Produktion in Peru erfordert beispielsweise 40 % mehr Wasser, für den Transport wird zwölfmal so viel CO2 verbraucht als bei der heimischen Erzeugung.

• Spargel gedeiht unter Folie optimal, er bleibt weiß, bildet weniger Bitterstoffe, verholzt weniger, hat eine gleichmäßigere Dicke und wächst gerader.

• Während des Erntezeitraums wird der Bodenabtrag durch Wind um 50 % reduziert. Es wächst weniger Unkraut auf den Dämmen, daher sind weniger Herbizide notwendig. Die Erde bleibt unter der Folie gleichmäßig feucht. „Das spart Wasser“, erklärt Spargelberater Ralf Große Dankbar von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen und ergänzt: „Durch die folienbedingte Verfrühung blüht der erste Spargel bereits im Mai.“ Für Wildinsekten und Bienen ist dies eine wertvolle Nahrungsquelle. • Da der Boden weniger verkrustet, lassen sich die Spargelstangen leichter ernten.

• Gebrauchte Folie wird recycelt und beispielsweise zu Müllsäcken verarbeitet. Für die Entsorgung gelten strenge Qualitätssicherungssysteme.

Dieser Beitrag ist in der Ausgabe 02/23 der HOFdirekt erschienen. Gute Argumente für den Einsatz von Folie im Erdbeeranbau finden Sie unter www.hofdirekt.de

Stefanie Jaisfeld

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