Düsseldorf

GEA 2019 mit Zuwächsen bei Auftragseingang und Umsatz

Gegen den Trend im Maschinenbau ist GEA gewachsen; Umsatz und Auftragseingang sind im Berichtsjahr gestiegen. Auch die diversen Restrukturierungsmaßnahmen habe man schneller als erwartet umgesetzt.

Der Technologiekonzern GEA hat im Geschäftsjahr 2019 die eigenen Prognosen für Umsatz, EBITDA vor Restrukturierungsaufwand und Kapitalrendite erfüllt bzw. leicht übertroffen. Trotz eines schwierigen Marktumfeldes verzeichnete GEA Zuwächse bei Umsatz und Auftragseingang, teilt das Unternehmen mit.

Das EBITDA vor Restrukturierungsaufwand lag im oberen Bereich des Zielkorridors. Die Prognose für die Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) wurde leicht übertroffen. Zudem konnte GEA viele der im vergangenen Jahr eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen schneller als erwartet umsetzen. Im Zusammenspiel mit der neuen Konzernstruktur hat GEA damit das Fundament für nachhaltigen finanziellen Erfolg gelegt.

„Das Geschäftsjahr 2019 war für uns ein Jahr großer Fortschritte. Gegen den Trend im Maschinenbau sind wir leicht gewachsen und haben unsere Versprechen gehalten", so Stefan Klebert, Vorstandsvorsitzender der GEA Group Aktiengesellschaf. "Seit Januar 2020 arbeiten wir in der neuen divisionalen Organisationsstruktur, die unternehmerisches Handeln fördert. Wir haben die nötigen Restrukturierungen sogar schneller umgesetzt als erwartet. Mit der Schaffung eines Vorstandsressorts für Produktion und Einkauf haben wir die Weichen für weitere Effizienzsteigerungen gestellt.“

Umsatz und ROCE leicht oberhalb der Prognose

Umsatz und Auftragseingang sind im Berichtsjahr gestiegen – trotz eines sich insgesamt abschwächenden wirtschaftlichen Umfeldes für den Maschinenbau. Der Auftragseingang erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr leicht um 0,3 % auf 4.931,1 Mio. Euro und erreichte damit einen neuen Höchstwert für GEA. Im Auftragseingang enthalten sind auch 17 Großaufträge, hauptsächlich aus dem Molkerei- und Getränkebereich (Vorjahr: 13 Großaufträge).

Der Umsatz legte um 1,1 % auf 4.879,7 Mio. Euro zu. Einen signifikanten Anteil daran hatte das Servicegeschäft, das wechselkursbereinigt um 4,7 % zunahm und zum Stichtag 32 % des Konzernumsatzes ausmachte. Der Gesamtumsatz lag damit sowohl über der ursprünglichen Prognose, die von einem leichten Rückgang ausgegangen war, als auch geringfügig über der im Oktober 2019 angehobenen Prognose, nach welcher der Umsatz auf Vorjahresniveau bleiben sollte.

Das EBITDA vor Restrukturierungsaufwand reduzierte sich um 11,1 % auf 479,2 Mio. Euro, lag jedoch am oberen Ende des ursprünglichen und bestätigten Prognosekorridors von 450 bis 490 Mio. Euro. Der Return on Capital Employed (ROCE) betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 10,6 %. Damit lag er leicht oberhalb des im Oktober bestätigten Prognosekorridors von 8,5 bis 10,5 %. Hierzu hat die Reduktion des Working Capitals, das GEA um mehr als 75 Mio. Euro zurückgeführt hat, wesentlich beigetragen.

Durch den starken Free Cash-Flow in Höhe von 342,2 Mio. Euro konnte die Nettofinanzposition des Konzerns um rund 100 Mio. Euro verbessert werden. Zum Jahresende weist GEA damit eine Nettoliquidität in Höhe von 28 Mio. Euro aus, teilt der Konzern weiter mit.

Restrukturierungsaufwand ins Jahr 2019 vorgezogen

Gebäude

Wegen der Coronakrise hat GEA seine Erwartungen für 2020 zurückgeschraubt (Bildquelle: GEA)

GEA konnte 2019 diverse Restrukturierungsmaßnahmen schneller als erwartet umsetzen. Dafür nötige Aufwendungen in Höhe von rund 47 Mio. Euro, die ursprünglich für 2020 geplant waren, konnte der Konzern daher schon auf Ende 2019 vorziehen.

Gegenüber dem ursprünglich angenommenen Betrag von bis zu 55 Mio. Euro betrugen die Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen im abgelaufenen Geschäftsjahr nunmehr insgesamt 105 Mio. Euro. Die Differenz resultiert fast ausschließlich aus diesem vorgezogenen Restrukturierungsaufwand für die bis Ende 2020 geplante Reduzierung von insgesamt rund 800 eigenen Mitarbeitern und Leiharbeitnehmern, heißt es. Davon haben bis zum Jahresende 2019 bereits etwa die Hälfte GEA verlassen. Zusätzlich zu dem vorgezogenen Restrukturierungsaufwand hat sich die nicht-zahlungswirksame Wertminderung des Geschäfts- und Firmenwerts der italienischen Tochtergesellschaft Pavan erheblich auf das Konzernergebnis ausgewirkt.

Stabile Dividende von 0,85 Euro vorgeschlagen

Angesichts des soliden operativen Ergebnisses und des starken Cash-Flows von GEA werden Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung die Ausschüttung einer Dividende von 0,85 Euro je Aktie vorschlagen. Diese läge damit auf Vorjahresniveau.

Fokus 2020 auf Strategieumsetzung, Innovation und Nachhaltigkeit

Seit dem 1. Januar 2020 arbeitet das Unternehmen in der neuen divisionalen Konzernstruktur. In dieser tragen die einzelnen Divisionen volle Umsatz- und Ergebnisverantwortung. Weiterhin arbeitet GEA nachdrücklich an der Stärkung und verbesserten Steuerung des Servicegeschäfts, das sich durch attraktive Margen auszeichnet und langfristige Kundenbeziehungen ermöglicht.

GEA will sich nach eigener Aussage in den kommenden Jahren auf die konsequente Umsetzung der auf dem Kapitalmarkttag 2019 kommunizierten Ziele konzentrieren. Dazu gehört beispielsweise die weitere Optimierung von Produktions- und Einkaufsprozessen. Verantwortet werden diese Maßnahmen von Johannes Giloth, der seit dem 20. Januar neuer Chief Operating Officer von GEA ist.

Durch Effizienzsteigerungen in der neuen, zentralen Einkaufsorganisation sollen 2020 bereits über 25 Mio. Euro eingespart werden. Weiterhin strebt GEA die Veräußerung einzelner Unternehmensteile an. Dazu zählen insbesondere Transaktionen, die bereits im vergangenen Jahr eingeleitet wurden. Über die kommenden Jahre wird GEA zudem weltweit ein standardisiertes SAP-System anstelle der derzeit zahlreichen ERP-Systeme (Enterprise Resource Planning) einführen.

Ausblick 2020: Ergebnisbelastung durch Covid-19

„Vor dem Hintergrund der aktuell nur sehr schwer abschätzbaren Auswirkungen durch Covid-19 haben wir uns dazu entschieden, einen Ausblick zu geben, der die zum jetzigen Zeitpunkt wahrscheinlichsten Szenarien berücksichtigt", erläutert Stefan Klebert. Dementsprechend erwarte er eine leicht rückläufige Umsatzentwicklung.

"Aufgrund dieser nachteiligen Umsatzentwicklung gehen wir – auch unter Berücksichtigung der eingeleiteten Maßnahmen zur Ergebnisverbesserung – zum jetzigen Zeitpunkt von einem leichten Ergebnisrückgang aus: Das EBITDA vor Restrukturierungsaufwand soll bei 430 bis 480 Mio. EUR liegen, der ROCE bei 9 bis 11 Prozent. Trotz der derzeit aufgrund des Coronavirus bestehenden großen und weltweiten Herausforderungen sind wir im Hinblick auf die Erreichung unserer mittelfristigen Finanzziele 2022 angesichts der eingeleiteten Optimierungsmaßnahmen und weiterhin attraktiver Endmärkte nach wie vor sehr zuversichtlich“, sagte Klebert.


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