Niederlande

Gericht verurteilt 67 Stallbesetzer

Ein niederländisches Gericht hat Tierrechtler zu Geldstrafen und Gefängnis auf Bewährung verurteilt. Sie hatten einen Stall besetzt.

Das Gericht der niederländischen Provinz Ostbrabant hat 67 Tierschutzaktivisten, die Mitte Mai 2019 einen Schweinebetrieb in Boxtel besetzt hatten, verurteilt. Wie das Gericht in 's-Hertogenbosch mitteilte, müssen die Stallbesetzer eine Strafe von jeweils 300 Euro bezahlen. Außerdem wurde gegen jeden eine Gefängnisstrafe von zwei Wochen zur Bewährung verhängt. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von zwei Wochen ohne Bewährung gefordert.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft waren die Verurteilten illegal in den Stall eingedrungen und hatten diesen dann stundenlang besetzt, um „so viel Aufmerksamkeit wie möglich auf das zu lenken, was sie für wichtig halten, nämlich den mangelhaften Tierschutz in Schweinehaltungsbetrieben“. Bei der Festlegung des Strafmaßes wurde vom Gericht unter anderem berücksichtigt, dass die Verdächtigen die Stalltür beschädigt hatten, um eindringen zu können. In der Folge hätten sich nicht allein der Besitzer und das Personal des Schweinebetriebes unsicher gefühlt; auch andere Bauern seien entsprechend betroffen gewesen. Das hätten die Aktivisten ignoriert und sich so verhalten, als ob ihre Ideale und Überzeugungen zum Tierschutz ein Freibrief für die Übertretung des Gesetzes wären.

Der Richter betonte, dass es andere Möglichkeiten gebe, Ideale und Überzeugungen zu propagieren. Ausschlaggebend für die Strafe sei auch gewesen, dass die Aktivisten durch ihr „hartes“ Vorgehen die Gegensätze in der Gesellschaft verstärkt hätten, so das Gericht.

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