Protest

Gewalt in den Niederlanden – Bauern wollten Verwaltung stürmen

In Groningen haben Bauern die Türen zur Provinzverwaltung aufgebrochen. Grund sind Verschärfungen bei der Düngung, eine Begrenzung der Tierzahl und Umweltauflagen.

Unschöne Bilder aus den Niederlanden: Wütende Bauern haben mit einem Trecker die Tür des Verwaltungsgebäudes der niederländischen Provinz Groningen eingedrückt, um das Amt zu stürmen. Die Polizei verhinderte dies mit Schlagstöcken und verletzte mehrere Demonstranten.

Die Bauern wehren sich gegen schärfere Umweltauflagen, wie z.B. Maßnahmen zur Senkung des Stickstoff-Ausstosses. Für große Verunsicherung sorgen zudem Pläne der Regierung, landwirtschaftliche Flächen aufzukaufen, um den als zu groß bezeichneten Viehbestand zu senken, berichtet die Zeitung WELT.

Der Stickstoff-Ausstoß muss nach einem Urteil in den Niederlanden drastisch gesenkt werden. Wegen des Überschreitens der zulässigen Werte wurden bereits 18.000 Bauprojekte im ganzen Land vorläufig stillgelegt.

Auch in sieben anderen Provinzen des Landes hatten am Montag hunderte Bauern demonstriert. In einigen Regionen mit Erfolg: Die Stickstoff-Regeln wurden vorläufig ausgesetzt. Für Mittwoch ist eine landesweite Protestaktion in Den Haag geplant, meldet die WELT.

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Auch die Berufskollegen in den Niederlanden sehen sich derzeit Verschärfungen bei Tierhaltung und Düngung gegenüber. Tausende Bauern blockieren mit ihren Treckern Den Haag.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Stefan Lehr

@Nieberg

Wenn der Verbraucher bei uns einen ehrlichen und fairen Preis fuer das Schwein bezahlen wuerde und der Erzeuger genauso gleich behandelt wird wie die Schlacht- und Exportkonzerne, dann wuerde ich diesem Argument folgen. Aber leider ist unsere Gesellschaft auf Billig-Billig, bzw. Profitgier aus, was sich im prozentualen Ausgabenbereich fuer Lebensmittel und deren Gewinnmargen deutlichst widerspiegelt (wir geben am wenigsten dafuer aus!). Andererseits gibt es ausreichende Loesungsansaetze, wie man vernuenftig mit den organischen "Reststoffen" der Tierhaltung umgehen kann. Die Niederlaender durften in der Vergangenheit weit ueber das vertretbare Mass hinausschiessen. Jetzt kommt dort das zum Tragen, was in Deutscghland schon ueblich ist - Umweltauflagen und Einschraenkungen. Allerdings anders als in Deutschland wartet man nicht erst sehr lange ab und laesst auf sich herumtrampeln, sondern wehrt sich sofort. Womit ich allerdings diese Gewaltaktion nicht gutheisse, aber sie sehr wohl verstehe.

von Stefan Nieberg

Wann versteht die Landwirtschaft dass,

wenn man Schweine in Deutschland für China mästet und die Scheiße hier bleibt ein Problem entsteht. Wenn man das Gülleproblem nicht löst, wird die breit Öffentlichkeit kein Verständnis für die Anliegen der Bauern aufbringen.....

von Stefan Nieberg

Wann versteht die Landwirtschaft dass,

wenn man Schweine in Deutschland für China mästet und die Scheiße hier bleibt ein Problem entsteht. Wenn man das Gülleproblem nicht löst, wird die breit Öffentlichkeit kein Verständnis für die Anliegen der Bauern aufbringen.....

von Karlheinz Gruber

Die Polizei ist nicht unser Feind

also sollten wir uns nicht mit denen Anlegen. Die müssen doch eh immer nur den Kopf hinhalten wenn die Politik oder Vereine (Fußball) versagt haben. Bei uns hat die Politik im wahrsten Sinn des Wortes scheiße gebaut. Bricht Regeln und Gesetz, aber die Polizei darf nichts tun. Ich denke es wäre hilfreicher, mit den Polizisten zu reden und versuchen mit guter Argumentation auf unsere Seite zu bringen. Wenn Polizei mit Bauern demonstrieren würden, wären das andere Bilder. Hat bei vielen Revolten in früherer Zeit mehr gebracht als wie wenn die unteren gegeneinander aufeinander losgehen. Die Geschichte zeigt, das Volk muß sich verbünden und die Ordnungsorgane auf ihre Seite ziehen. Dann ist der "Krieg" gewonnen.

von Rudolf Rößle

Neue Regeln

können nicht von heute auf morgen in der Landwirtschaft eingeführt werden. Was sind schon 5-10 Jahre Übergangsfristen in der Landwirtschaft. Genau so einen ungehorsam gegen die Punktfristsetzung von Monatstagen wird z.B.auch bei uns kommen, weil keiner das Wetter vorhersagen kann. Die Niederländer waren schon immer Pioniere und fühlen sich jetzt verraten. Bauern gegen Polizei und Polizei gegen Bauern passt nicht zusammen, da beide Gruppen respektvoll behandelt werden wollen.

von Gerd Schuette

Richtig. Eine neue Eskalationsstufe ist erreicht.

https://de.wikipedia.org/wiki/Konflikteskalation_nach_Friedrich_Glasl

von Gerd Uken

Hier wäre erst mal zu klären

Wer hat den ersten Schlag abgegeben? Es war nicht der Bauer der wurde von dem Polizisten geschlagen( es gibt noch ein Video aus einer anderen Perspektive). Ins Provincihaus einzudringen ist auch nicht korrekt. Der schlagende Polizjst ist suspendiert worden so niederländische Bericht zu Folge. Helfen tut es keinem von beiden Seiten. Die Bauern kann ich auch. Verstehen wenn sich keiner traut heraus zu kommen zum Gespräch?!

von Klaus Fiederling

Neue Eskalationsstufe!

Diese Form der "Kommunikation" ist wenig hiflreich, ja vollkommen kontraproduktiv und daher vehement abzulehnen, um die überaus berechtigten Anliegen der konventionellen Landwirtschaft überhaupt wieder auf eine versachlichte Ebene zurückführen zu können. Die deutschen Bauern sind hoffentlich klüger; ein solches Fehlverhalten erfüllt doch genau die Erwartungshaltung, die eine Vielzahl unserer erbitterten Kritiker von unserer heutigen Landwirtschaft haben und medial dato auch entsprechend zu transportieren wissen. Gewalt erzeugt im übrigen immer auch Gegengewalt - und das ist äußerst fatal; für alle Beteiligten!!!

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