„Was einer alleine nicht schafft“

Grüne Kreuze als Protest gegen das Agrarpaket

In vielen Regionen Deutschlands finden sich seit dem Wochenende grüne Kreuze auf den Feldern – als stiller Protest. Die Hintergründe lesen Sie hier.

An vielbefahrenen Bundestraßen, an Geh- oder Radwegen: Seit dem Wochenende sieht man vermehrt grüne Holzkreuze am Wegesrand. Hinter der ganzen Aktion steckt ein Aufruf von einer Gruppe unabhängiger, engagierter Landwirte. Die Gruppe möchte mit dem Aufstellen der grünen Kreuze auf das "jetzt massiv einsetzende Höfe-Sterben" aufmerksam machen. Unter anderem ist Willi Kremer-Schillings (Bauer Willi) an dem Aufruf beteiligt: „Ich bin immer noch aufgebracht über das Agrarpaket von BMEL und BMU. Aber als Unternehmer unternehme ich was und verlasse mich nicht darauf, dass andere das für mich machen“, schreibt Bauer Willi in seinem Blogbeitrag. Die Aufmerksamkeit suchen die Landwirte nicht durch große Krawallaktionen, sondern durch einen „stillen Protest“.

„Das Abfackeln von alten Reifen, einen Treckerkorso oder das Bespritzen von Gebäuden mit Gülle würde uns sicher nicht das Wohlwollen unserer Mitbürger einbringen.“ - Bauer Willi

Deshalb haben sie auf ihren Feldern, an vielbefahrenen Bundesstraßen, grüne Kreuze aufgestellt. Täglich würden daran mehrere tausend Fahrzeuge vorbeifahren. Die „Mahn-Kreuze“ sollen auf die Folgen des Agrar-Pakets und die allgemeine Lage der Landwirtschaft hinweisen. „Wir werden ihnen erzählen, dass dieses „Agrarpaket“ (?) nicht nur die Existenz unserer Betriebe gefährdet, sondern auch die Versorgung der Bevölkerung mit regionalen Lebensmitteln“, so Bauer Willi.

Suche nach Mitstreitern

Die Gruppe von Landwirten möchte noch weitere Berufskollegen motivieren, sich an der Aktion zu beteiligen und grüne Kreuze aufzustellen. Dabei besinnen sie sich auf den Genossenschafts-Gedanken: „Was einer alleine nicht schafft, das schaffen viele“ (F.W. Raiffeisen).

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Das Umweltministerium hat sich mit Einschränkungen für den Pflanzenschutz im Agrarpaket durchgesetzt. Der Kompromiss zu Tierwohllabel und Umschichtung war vorher durchgesickert.

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Artikel geschrieben von

Christina Lenfers

Redakteurin top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Matthias Zahn

Keine Forderungen!!

Ist doch ein guter Ansatz. Das machts dem Bauernverband leichter mit zu machen........

von Phillip Braendle

Das Eigenland umfasste 100ha. Der Rest war Pachtfläche. Die Vertäge konnten aber übernommen werden. Zusätzlich zum Land gabes die Hofställe sowie die Technik...

von Hermann Freese

für nen mittleren 6-stelligen Betrag gibts einen 270ha Betrieb in Brandenburg? Ich glaube ich siedel um...

von Phillip Brändle

@ Bonthe

Sie haben recht - mit dem Hof hat es nicht geklappt. Immerhin war ich schon soweit, dass ich für den Kauf eines Landwirtschaftlichen Betriebes mit 270ha in Brandenburg einen Geschäftsplan erarbeitet hatte, der so substanziell war, dass die Bank mir eine verbindliche Finanzierungszusage über einen mittleren sechstelligen Betrag eingeräumt hat. Was das für junge Menschen bedeutet, die keinen Hof erben, können Sie vielleicht erahnen? Leider hat der Verkäufer nach Monaten der Vorarbeit, acht Tage vor Unterzeichnung des noratiellen Kaufvertrages und drei Wochen vor Schlüsselübergabe den Verkauf kurzfristig abgesagt. Ihren guten Rat mich mal mit gestandenen Landwirten zu unterhalten, versuche ich gleich morgen in die Tat umzusetzen, wenn ich wieder zu meinem aktuellen Arbeitgeber, ein 750ha Betrieb in Brandenburg auf dem rund 20 Kulturen wachsen, zum arbeiten gehe - danke für den Tipp!

von Christian Bothe

Aktion

Ach der H.Braendle meldet sich mal wieder zu Wort! Scheinbar hat es mit dem Bauernhof noch nicht geklappt,wenn ich mir Ihren Kommentar zur sehr guten Aktion von Dr. Willi Kremers-Schillings anschaue. Oder irre ich mich...Sie sollten sich mal mit gestandenen Landwirten unterhalten,um die Situation vor Ort besser einschätzen zu können. Das betrifft Landwirte im konventionellen als auch ökologischen Bereich in Ost und West.

von Phillip Braendle

Mein Vorschlag ist...

...dass wir Bäuerinnen und Bauern in die gesellschaftlichen Bündnisse rein müssen um diese aktiv mitzugestalten. Wir Bauern separieren uns zu oft von der Gesellschaft und gehen nicht dorthin wo es auch mal wehtut. In der Kampagne „Meine Landwirtschaft“, im „Bündnis Wir haben es satt!“ bei den „Plattformverbänden“ und im „Agrarbündnis“ haben wir die Möglichkeit aktiv agrarpolitische Positionen und Kampagnen mit zu entwickeln die verbinden statt zu trennen und nur anzuklagen. Mit Sicherheit werden dort nicht zu 100% nur die Interessen von uns Bauern vertreten aber in Demokratien braucht es neunmal Kompromisse. Und je mehr Bauern dort aktiv werden desto stärker ist unsere Stimme. Ohne Bündnispartner werden wir Bauern unsere Interessen nicht durchsetzen. Und wer soll unser Bündnispartner sein wenn nicht die Zivilgesellschaftlichen Gruppen? Die Agrarwirtschaft? Was die Timeline angeht: ich kann nicht sagen warum der letzt Text viermal veröffentlicht wurde. Es war aber mit Sicherheit kein bewusster Vorgang.

von Dr. Willi Kremer-Schillings

Pfiffiges Campaigning...

Man setzt seinen Kommentar gleich viermal auf eine Seite und füllt damit die Timeline. HIer ist ein echter Profi am Werk. Im Ernst: Es ist eben ein stiller Protest, der nur funktioniert, wenn viele mitmachen. Da ist Solidarität gefragt, auch wenn die "Kampagne" und das Symbol vielleicht von einigen als suboptimal empfunden werden. Wer nicht mitmacht, hat damit ja auch seine Meinung geäußert. "Es ist ein Fehler, nichts zu tun, weil man nur wenig tun kann. Tu was du kannst"

von Hermann Freese

es ist ein erster Schritt und regt zum Nachdenken an, soll vorallem aber Gespräche ermöglichen und fördern. Nichts ist perfekt, auch diese Kampagne nicht. Wenn Sie bessere Ideen haben, bin ich gerne dafür offen.

von Phillip Braendle

@ Hermann Freese

Eine Kampagne sollte in meinen Augen eindeutig sein und keinen großen Interpretationsspielraum lassen bzw. erfordern. Was den „Knüppel“ angeht: ich gebe Ihnen Recht, die Agrarpolitik sollte uns Bauern Planungssicherheit zugestehen. Gleichwohl war meine Äußerung zur Kampagne eher eine Empfehlung wie die Kampagne auf Leute die nicht aus der Landwirtschaft kommen wirkt bzw. wie sie unseren Berufsstand darstellt. Ob Sie diese Einschätzung annehmen oder nicht ist ja Ihnen überlassen. Vieleicht denken Sie ja wenigstens mal drüber nach.

von Phillip Braendle

Warum Grün?

Das Paket wurde doch von einer Schwarz-Roten Koalition verabschiedet? Und noch eine Frage: Im Aufruf heißt es „Wir stellen keine Forderungen. Die grünen Kreuze sollen als Mahnung an die Gesellschaft verstanden werden.“ Zudem wird kein einziger konkreter, geschweigenden konstruktiver, Vorschlag gemacht was Agrarpolitisch passieren muss um den drängenden Problem unserer Zeit zu begegnen und gleichzeitig bäuerliche Intressen zu schützen. Die Aktion bedient damit genau das Bild in der Bevölkerung das wir abbauen sollten: Erst kassieren die Bauern Milliarden und dann jammern sie noch rum. Da bin ich raus!

von Phillip Braendle

Warum Grün?

Das Paket wurde doch von einer Schwarz-Roten Koalition verabschiedet? Und noch eine Frage: Im Aufruf heißt es „Wir stellen keine Forderungen. Die grünen Kreuze sollen als Mahnung an die Gesellschaft verstanden werden.“ Zudem wird kein einziger konkreter, geschweigenden konstruktiver, Vorschlag gemacht was Agrarpolitisch passieren muss um den drängenden Problem unserer Zeit zu begegnen und gleichzeitig bäuerliche Intressen zu schützen. Die Aktion bedient damit genau das Bild in der Bevölkerung das wir abbauen sollten: Erst kassieren die Bauern Milliarden und dann jammern sie noch rum. Da bin ich raus!

von Phillip Braendle

Warum Grün?

Das Paket wurde doch von einer Schwarz-Roten Koalition verabschiedet? Und noch eine Frage: Im Aufruf heißt es „Wir stellen keine Forderungen. Die grünen Kreuze sollen als Mahnung an die Gesellschaft verstanden werden.“ Zudem wird kein einziger konkreter, geschweigenden konstruktiver, Vorschlag gemacht was Agrarpolitisch passieren muss um den drängenden Problem unserer Zeit zu begegnen und gleichzeitig bäuerliche Intressen zu schützen. Die Aktion bedient damit genau das Bild in der Bevölkerung das wir abbauen sollten: Erst kassieren die Bauern Milliarden und dann jammern sie noch rum. Da bin ich raus!

von Hermann Freese

Braendle

Grün kann man auf zwei Wege interpretieren: 1. ist das Ganze, egal welche Partei es umsetzt, grüne Politik (vor allem populistische grüne Politik) zum 2. haben wir einen grünen Beruf und könnten uns als nachhaltig arbeitenden in der Natur verwurzelten Stand besser die Farbe Grün zuschreiben. Wenn wir, die Familiengeführten Landwirtschaftsbetriebe aussterben, stirb eben dieser grüne Beruf. Schade, dass sie kein Phantasie haben. Und Ihre Milliardenzahlungen rechtfertigen eben nicht, dass jedes Jahr ein weiterer Knüppel gezogen und uns übergebraten werden darf. Das ist Aufgabe der Politike auch das (wofür die Zahlungen stehen) zu vermitteln und nicht primier unsere, da wir die Prämie nicht einfordern sondern als Ausgleich erhalten.

von Phillip Braendle

Warum Grün?

Das Paket wurde doch von einer Schwarz-Roten Koalition verabschiedet? Und noch eine Frage: Im Aufruf heißt es „Wir stellen keine Forderungen. Die grünen Kreuze sollen als Mahnung an die Gesellschaft verstanden werden.“ Zudem wird kein einziger konkreter, geschweigenden konstruktiver, Vorschlag gemacht was Agrarpolitisch passieren muss um den drängenden Problem unserer Zeit zu begegnen und gleichzeitig bäuerliche Intressen zu schützen. Die Aktion bedient damit genau das Bild in der Bevölkerung das wir abbauen sollten: Erst kassieren die Bauern Milliarden und dann jammern sie noch rum. Da bin ich raus!

von Willy Toft

Grüne Kreuze als Mahnbild für die ungerechte Landwirtschaftspolitik!

Vor der Willkür des "Staates" kann kein Landwirt weglaufen, anstatt das marode Abwasser- Netz der Kommunen zu sanieren, werden die Haarrisse auf den Silo- Anlagen gesucht, und den Landwirten eine DüV aufgebürdet, die nicht das Pflanzen- Potenzial berücksichtigt, und uns Mindererträge beschert! Tierwohl ja gerne, es muss nur abgegolten werden! PSM - Einschränkungen helfen nur der Konkurrenz auf dem Weltmarkt! Die Politik beschließt gerade den Niedergang der noch vorhandenen Landwirtschaft! Das ist die eigentliche Kernaussage zu den grünen Kreuzen!

von Michael Behrens

Einen Flächenbrand entfachen!

Hallo, wie wäre, es die Dorfjungenden, bzw die Landjugenden mit einzubeziehen? Das in jedem Dorf 10 Kreuze aufgestellt werden und zeitgleich geht die Pressemitteilung an die örtlichen und auch überregionalen Medien raus.

von Hans-Peter Mahler

Plakat

Die Idee find ich sehr gut, dazu muß noch ein Plakat dazugestellt werden, das unsere Politiker ins Gewissen redet und auch Verbraucher mitnimmt! Ideen sind gefragt.

von Albert Maier

Welche Aktionen..

... gedenkt denn der DBV angesichts des unsäglichen Agrarpaketes zu unternehmen? Antwort:

von Friedrich Kehmeier

Kommt die Botschaft an?

Ein grünes Kreuz allein wird die Botschaft bei den wenigsten Betrachtern rüberbringen. Vielleicht sollte an den Kreuzen ein QR-Code angebracht werden, der dem Betrachter den direkten Zugriff auf Informationen bzw. zur Seite von Bauer Willi, wo die Erklärung zu finden ist ermöglicht. Die TopAgrar hat als kompetenter Medienpartner sicherlich die Möglichkeit kurzfristig Aufkleber mit dem QR-Code anzufertigen und zu verteilen.

von Christian Bothe

Grüne Kreuze

Eine gute Aktion und bildhafte Darstellung von Dr. Willi Kremer-Schillings im Sinne unserer stark gebeutelten LW. Hoffentlich gibt es viele Nachahmer von Praktikern. Das Logo ist auch gut gestaltet und sollte man als Aufkleber verbreiten. Auf den Dienstwagen von Merkel, Klöckner, Schulze und Co.ist genügend Platz für so etwas und trägt zur Erinnerung bei...

von Gerd Uken

Ich setz da mal einen Link zu Bauer Willi rein

https://www.bauerwilli.com/gruene-kreuze-was-einer-alleine-nicht-schafft/

Anmerkung der Redaktion

Herzlichen Dank! Die Seite ist auch in der Meldung unter "Aufruf" verlinkt.

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