Vorbild

Hessen: Ministerin lobt aktiven Feldhamsterschutz im Main-Kinzig-Kreis

Hessens Umweltministerin Hinz hat sich das Feldflurprojekt im Mainz-Kinzig Kreis angeschaut. Landwirte haben Blühflächen, Brachen sowie Getreide und Luzerne für den kleinen Nager angebaut.

Nach Ansicht von Hessens Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) haben sich die Lebensbedingungen für die heimischen Arten in den letzten Jahrzehnten deutlich verschlechtert. Einst weit verbreitete Arten wie der Feldhamster seien extrem selten geworden und vom Aussterben bedroht. Daher sieht sie es auf als Aufgabe und Verantwortung, diese Entwicklung umzukehren und die Artenvielfalt auf dem Feld zu schützen. Das sagte sie kürzlich wähernd ihrer Sommertour.

Bei ihrem Besuch im Main-Kinzig-Kreis hat sich die Ministerin eine neue Kombination von Maßnahmen angeschaut, die die Landwirte vor Ort erfolgreich erprobt haben: Blühflächen, Brachen sowie der Anbau von Getreide und Luzerne (auch Ewiger Klee genannt) wurden so aufeinander abgestimmt und zusammengelegt, dass der Feldhamster auf kleinstem Raum alles an Nahrung und Verstecken findet. Er muss damit keine weiten Strecken mehr über teilweise abgeerntete Felder ohne Schutz zurücklegen, was seine Überlebenschancen deutlich verbessern soll, erklärt das Ministerium. Die Erfahrungen, die die Beteiligten bei diesem Feldversuch sammeln seien hilfreich für alle weiteren Feldflurprojekte in Hessen.

Gruppenbild

Hinz: „Wir wollen Feldhamstern langfristig ein zu Hause in Hessen bieten.“ (Bildquelle: HMUKLV)

Das Feldflurprojekt im Mainz-Kinzig Kreis

Die Projektbeteiligten im Main-Kinzig-Kreis kümmern sich schwerpunktmäßig um den Feldhamster. Vor allem die Landwirte stehen dem Feldhamster im Main-Kinzig-Kreis zur Seite. Es gibt viele Projektbeteiligte und das spricht sich rum, sodass sich in der Region die Initiative „Feldhamsterfreunde Bruchköbel Roßdorf“ zusammengeschlossen hat und Werbung in der Bevölkerung für den Schutz der bedrohten Feldhamster macht.

„Das Projekt zeigt, dass Landwirtschaft und Naturschutz zusammen viel erreichen können. Wir wollen die erfolgreichen Lösungsansätze noch weiter in die Fläche tragen und haben dafür die Informationskampagne ‚Feldliebe‘ ins Leben gerufen. Je mehr Menschen über die bedrohten Arten auf dem Feld erfahren, desto mehr Unterstützung können wir gewinnen. Nur gemeinsam können wir den Erhalt der Artenvielfalt sicher,“ sagte die Ministerin zum Abschluss des Termins.

Hintergrund und Finanzierung

Bereits seit 2018 fördert das Hessische Umweltministerium den Artenschutz auf dem Feld und Acker mit sogenannten Feldflurprojekten. 500.000 € jährlich fließen in den Personaleinsatz, die Projektorganisation und Maßnahmenplanung. Die ersten fünf Feldflurprojekte in den Regionen Wiesbaden, Main-Kinzig, Wetterau, Limburg und bei Bad Zwesten gingen 2018 an den Start.

2019 folgten weitere Projekte bei Gießen, Groß-Gerau und im Hochtaunuskreis. Mit Fulda geht ein weiteres Feldflurprojekt an den Start, dass im Rahmen der Sommertour der Hessischen Umweltministerin heute offiziell eröffnet wird.

Neben der Förderung von Feldflurprojekten stellt das Hessische Umweltministerium jährlich 30 Mio. € für Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen im Rahmen des hessischen Agrarumweltprogramms HALM zur Verfügung. Damit werden verschiedene Maßnahmen wie die Anlage von Blühstreifen, Ackerrandstreifen oder Ackerwildkrautflächen gefördert. Weitere 30 Mio. € jährlich stehen für den Ökolandbau zur Verfügung, der mit seiner nachhaltigen Landwirtschaft ebenfalls einen wichtigen Beitrag leistet für den Erhalt der Artenvielfalt.

Mit der Informationskampagne „Feldliebe“ klärt das Hessische Ministerium außerdem über den Artenschutz im Bereich der Feldflur auf, regt zum Mitmachen an und informiert über die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt, die zu unserer Kulturlandschaft dazu gehören. Bürgerinnen und Bürger können sich im Rahmen von Patenschaften engagieren oder bei Feldhamsterkartierungen mitmachen, die über die HGON angeboten werden.

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