Musterurteil angestrebt

Imker verklagt Landwirt wegen Glyphosatspuren im Honig

Um das 152-fache soll die Konzentration von Glyphosat im Honig eines Imkers aus Barnim betragen haben. Dieser musste das Lebensmittel entsorgen und verklagt nun einen Landwirt.

2020 musste der Imker Sebastian Seusing aus Biesenthal (Barnim) auf Anordnung des Lebensmittelamtes über 4 t Honig aus 2019 entsorgen, weil um bis zu 152-fach höhere Glyphosatrückstände darin gemessen worden waren.

Nun zieht der Imker vor Gericht und macht gegenüber einem landwirtschaftlichen Unternehmen Schadensersatz in Höhe von 70.000 € geltend, berichtet der RBB. Am 27. Juli kommt es zum Verfahren.

Anlässlich der Grünen Woche hatte der Imker schon medienwirksam Honig auf den Stufen des Bundesagrarministeriums ausgeschüttet – wir berichteten. Er wirft Bundesagrarministerin Julia Klöckner vor, zu wenig für den Schutz von Bienen und der ökologischen Artenvielfalt zu tun. In einer Pressemitteilung des Ministeriums hieß es, dass es sich bei den bislang aus Brandenburg bekannten Höchstgehaltsüberschreitungen von Glyphosat in Honig um Einzelfälle handle.

Laut RBB habe sich der Agrarbetrieb entschuldigt, wolle aber nicht zahlen. Der Imker will nun mit Unterstützung der Aurelia Stiftung ein Musterurteil erwirken, das künftig zu einem angemessenen Schutz vor PSM-Einträgen möglichst für alle führen soll.

Die Redaktion empfiehlt

Laut dem Bundesagrarministerium sind Glyphosatrückstände im Honig die Ausnahme. Umweltschützer meinen dagegen, das sei die Regel. Sie verweisen auf Untersuchungen.

Weil seine gesamte Honigernte mit Glyphosat belastet sei, hat ein Imker am Mittwoch Honig vor das Berliner Landwirtschaftsministerium gekippt.


Diskussionen zum Artikel

von Helmut Wehr

AHA Regel

Da hilft nur die gute " AHA " Regel. Von wegen alt (seid ca.03. 2020)! AHA: Bedeutung ALLES HIRN AUS!!!

von Hans Nagl

Leute?

Was soll die ganze Grenzwert Diskussion wenn ich Honig esse möchte ich Honig ohne Pflanzenschutzmittel.

von Gerhard Steffek

Honig ohne was?

Herr Nagl, da werden sie aber Pech haben. Denn Honig ist ein Naturprodukt und als solches kann ihnen ohne weiteres, ja wird sogar ihnen passieren das die Stoffe aus denen z.B. Glyphosat besteht von Natur aus drin ist. Der Bioverband "Naturwaren/Naturkost" hat ja schließlich 2015 schon ... mehr anzeigen

von Gerhard Steffek

Daneben stimmt -

Herr Finzel. Da habe ich das m vergessen oder überlesen. Aber dann war es sogar der Faktor 1000. Denn schließlich sind ja Milligramm das Tausendstel von Gramm. Das zeigt jedoch erst recht den Wahnsinn auf der hier mit den Grenzwerten betrieben wird. Es ist doch schon bezeichnend, wie ... mehr anzeigen

von Wolfgang Schuchard

Leider werden die Kommentare hier

außerhalb unserer landwirtschaftlichen Kreise hier niemanden interessieren. Werden doch so manche Ungereimtheiten darin aufgedeckt.

von Hans Gresshoener

Würden solche Kommentare

in Foren der online-medien veröffentlicht,käme der "Löschtrupp" um die Ecke.

von Hans Gresshoener

Beweissicherungsverfahren

Wie geht denn da ein Gutachter vor,schaut der in die Pflanzenschutzdokumentation des beklagten Betriebes oder aller umliegenden Betriebe und was ist mit privaten Grundstücken?? Fragen über Fragen!!

von Andreas Gerner

Natürlich werden die direkten Zeugen befragt.

Die Bienen. Nur die wissen, wo sie was gesammelt haben, und wo nicht. Wenn die Bienen mittlerweile alle im Bienenhimmel sind (Lebenserwartung der Arbeiterbienen ist begrenzt), gibt es keine Zeugenaussage und es gilt folglich der Grundsatz: Im Zweifel für den Angeklagten. Oder soll der ... mehr anzeigen

von Gerhard Steffek

Nur mal eine Rechnung!

Glyphosat hat einen LD50-Wert von 5000 mg/kg. D.h. 5 g pro Kilo bei einer erwachsenen Person wären zu 50 % tödlich. Bei 80 Kilo Lebendgewicht also 400 Gramm. In dem Honig wurden 7,6 Gramm/kg gefunden. Wäre somit gut ein Zentner Honig am Tag! Ist wie mit dem Bier, da wäre man schon ... mehr anzeigen

von Harald Finzel

Um den Faktor 10 daneben, Herr Steffek!

Der Höchstwert soll bei 7,6 mg/kg gelegen haben, nicht bei 7,6 g/kg wie in Ihrer Rechnung. Allerdings möchte ich im Gegensatz zu Ihrer Rechnung nicht auf den bei der Risikobewertung üblichen Sicherheitsfaktor 100 zum LD-Wert verzichten. Bleibt unterm Strich ein Faktor 10, um den Sie ... mehr anzeigen

von Wilfried Maser

Das ganze

ist schon komisch! Glyphosat soll doch soooo giftig für Bienen sein. Wo sind die verendeten Bienen? Wo sind die Untersuchungsergebnisse dieser Bienen? Wie konnten derart kontaminierte Bienen noch 4 t Honig produzieren? Wenn im Honig Abbauprodukte von Phospharten nachweisbar sind, müssen ... mehr anzeigen

von Harald Finzel

"Bio-Honig" - Woher wissen die Bienen, wo sie den sammeln dürfen?

Ich frage mich schon länger, weshalb die Ökorichtlinien zulassen, dass Bio-Imker ihre Völker in Reichweite zu konventionellen Feldern aufstellen dürfen. Und warum manche Bio-Imker dann auch noch erwarten, bei ungebetenen Einträgen Schadensersatz einfordern zu können. (Gleiches gilt ... mehr anzeigen

von Andreas Gerner

Einfache Antwort

Wenn das unzulässig wäre, gäbe es fast keinen Bio Honig. Und natürlich auch kaum Bio Imker. Und damit kaum Beitragszahler bei den Bio-Imkerverbänden. Also ist es selbstverständlich doch zulässig. Dass der Verbraucher unter Bio eigentlich was anderes versteht, ist doch egal.

von Andreas Gerner

Wenn in dem Honig wirklich Glyphosat war

(und nicht bloß Rückstände eines Reinigungsmittels, das das gleiche Ergebnis beim AMPA-Test ergibt...), dann sollte man den verklagen, der den Honig auf die Treppe gekippt hat. Unsachgemäße Anwendung von Pflanzenschutzmitteln! Ausbringung auf versiegelte Fläche. Ausbringung ohne ... mehr anzeigen

von Rudolf Rößle

Ärgerlich

ist es, wenn der Imker seinen Honig entsorgen muss. Eine Abfrage der Pflanzenschutzaufzeichnungen kann hier ja Aufklärung bringen. bei sachkundiger Anwendung ist der Landwirt aus dem Schneider. Bayer kann dann den Schaden gleich begleichen. In Amerika würde der Bauer den Konzern ... mehr anzeigen

von Gerhard Steffek

Zeitspiel!

Die ganze Terminierung sieht sehr nach einem populistischem und wahlkämpferischem Zeitspiel aus. In der Hoffnung auf einem Sieg zum 27 Juli, bzw. zumindest zu einer entsprechend medialen Aufmerksamkeit und der Werbung für die Grünen. Hier wird mit allen möglichen Tricks gearbeitet. ... mehr anzeigen

von Ahrend Höper

Fake

läßt grüßen! Wer bezahlt wohl für Mai geschleuderten Honig 17,50€/kg Honig ? 4 to Honig = 70 tsd € Schaden, da stimmt doch was nicht?

von Hans Nagl

Direktvermarktung

von Peter Beiersdorfer

auf jeden

Fall wird das wieder eine schöne PR für die linken NGOs, das wird wieder eine richtige Inszenierung.

von Heinrich Esser

Kurze Aufklärung

Der Imker hatte seinen Bienen wohl in einem Waldstück platziert, rundherum waren Felder mit blühender Luzerne und blühendem Löwenzahn, wo sich seine Völker bedient haben. Hier haben die Landwirte Glyphosat gespritzt und so ist das Mittel in den Honig gekommen. Ich kann den Imker ... mehr anzeigen

von Karlheinz Gruber

Ok

dann war es kein Raps, sondern Luzerne. Aber was soll das bringen?

von Karlheinz Gruber

Nur noch eine Verständnisfrage für mich, mit der Bitte um Aufklärung

Wer von Euch, liebe Rapsbaukollegen, spritz eigentlich Glphosat in die Blüte des Rapses. Mein Kenntnisstand ist der, daß zwar unmittelbar die Bienen das dann heimholen könnten, aber nach ein paar Tagen brauche ich auch keine weiteren Maßnahmen mehr andenken wie Ernte usw. Und Ende ... mehr anzeigen

von Karlheinz Gruber

was zahlt eigentlich der Imker (nur mal laut gedacht...)

das die Bienen im Feld den Nektar rausholen und der liebe Herr Imker den teuer verkauft? Er bedient sich eigentlich unter zu Hilfe Name der Bienen am Eigentum des Bauern. Daher kann der nicht mehr nur einem ihm geneigten Imker dahin schicken, da ja seine Bienen sich auch unentgeltlich an ... mehr anzeigen

von Hans Nagl

Jeder!

Jeder braucht den Anderen der Imker den Bauern und Umgekehrt.

von Willy Toft

Der Imker sollte lieber sein Waschmittel überprüfen!

Schauen wir mal was daraus kommt....

von Andreas Gerner

Zweifel

1.: In einer früheren Berichterstattung wurde der Imker persönlich zitiert, er habe ein Drittel seiner Jahresernte entsorgen müssen. Jetzt auf einmal die gesamte Ernte. . ........................................ 2. Nie wurde Glyphposat analysiert, sondern AMPA. Kann also auch von ... mehr anzeigen

von Wilfried Maser

Also vermutlich

nur aufgebauscht damit bestimmte Organisationen Spenden einsammeln können?

von Wilfried Maser

Wenn ich

soviel Bienen auf einem Platz halte, damit ich 4t Honig erzeugen kann, sollte ich mich auch für die nötige Versorgung dieser mit Blühpflanzen in der näheren Umgebung kümmern. Interessant wäre auch, wieso gerade dieser eine Landwirt hierfür verantwortlich sein soll. Glyphosat wird ... mehr anzeigen

von Peter Beiersdorfer

Herr Maser

4 to Honig auf einen Platz das ist Massenhaltung von Bienen! Mein Vorschlag an die Berufskollegen einfach mal ein Jahr auf Raps verzichtet, dann wollen wir mal schauen wo diese Massenhonigerzeuger ihren Honig herbekommen. Ich habe das Gefühl das die Pandemie einigen Bürgern den Rest ... mehr anzeigen

von Hans Nagl

Interesant wäre?

Wie und wann Gespritzt wurde?

von Andreas Gerner

Und ob überhaupt eine Spritzung die Nachweislicht Ursache ist.

Schließlich ist sowohl Glyphposat, als auch jedes Reinigungsmittel frei verkäuflich. Auch für Imker, die aus welchem Grund auch immer, jemandem etwas andichten wollen. Ich sag nicht, dass es so war. Aber dass es ebenso sein könnte.

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