In ganz Deutschland protestieren heute tausende Landwirte

Landwirte demonstrieren heute in 16 deutschen Großstädten. Die Polizei rechnet insbesondere in Bonn mit einem Verkehrschaos. Ministerinnen Klöckner und Schulze haben für die Hauptdemo im Rheinland abgesagt.

Der stille Protest reicht vielen nicht mehr. Die deutschen Landwirte gehen auf die Barrikaden. Bis zu 10.000 Landwirte und rund 1000 Traktoren werden heute auf der Zentralveranstaltung der „Land schafft Verbindung“-Bewegung in Bonn erwartet. Wir berichten Live aus dem Rheinland; aktuelle Fotos oben in der Bildergalerie.

Land schafft Verbindung: wir rufen zu Tisch! – Das Motto der Kundgebungen

Zur Kundgebung eingeladen sind unter anderem Bundesagrarministerin Julia Klöckner und Bundesumweltminsiterin Svenja Schulze. Nach Aussagen der Demo-Organisatoren haben jedoch beide Ministerinnen abgesagt. Zum heutigen Zeitpunkt hätten sich bereits über 16.000 Menschen bei Facebook und ca. 100.000 Berufskollegen in regionalen WhatsApp-Gruppen zusammengeschlossen „und gestalten gemeinsam einen großen Aktionstag“. Die Bewegung sei vollkommen verbandsneutral.

Überblick zu den bundesweiten Demos:

Auch in zahlreichen anderen Regionen Deutschlands werden sich Landwirte mit ihren Landmaschinen auf den Weg in die großen Städte machen. Von Schleswig-Holstein bis Bayern, von Brandenburg bis Nordrhein-Westfalen, gehen Landwirte „friedlich auf die Straße, um ihre Gesprächsbereitschaft zu demonstrieren":

  • Bayreuth: 13 Uhr, Tierzuchthalle, Adolf-Wächter-Straße
  • Berlin: 11 Uhr, Sternenfahrt
  • Bonn: 11 Uhr, Münsterplatz (Hauptveranstaltung)
  • Chemnitz: 12 Uhr, Parkplatz an der Johanniskirche
  • Freiburg im Breisgau: 14:30 Uhr, Auf dem Münsterplatz
  • Görlitz: 10:30 Uhr, Aral-Tankstelle in Kodersdorf
  • Hannover: 11:00 Uhr, Auf dem Platz der Göttinger Sieben
  • Leipzig: 11:30 Uhr, Voeplatz des Völkerschlachtdenkmals
  • Magdeburg: 11:30 Uhr, Sternfahrt zum Domplatz
  • München: 11 Uhr, Odeonsplatz
  • Münster: 11 Uhr, Corrensstraße
  • Oldenburg: 11 Uhr, Weser-Ems-Hallen
  • Rendsburg: 11 Uhr, Willy-Brandt-Platz vor der Nordmarkhalle
  • Rostock: 11 Uhr, Sternfahrt zum Stadthafen
  • Stuttgart: Ab 13 Uhr Kernerstraße. Um 10 Uhr treffen zu einer Rundfahrt mit Traktoren
  • Würzburg: 11Uhr, Auf der Philipp Schrepfer Allee
  • ...*keine Garantie auf Vollständigkeit

Vor- und nachgelagerter Bereich unterstützt

Viele Agrarunternehmen sagten der Netzbewegung in den letzten Tagen ihre Unterstützung zu: „Wir stehen hinter Euch“, heißt es. Beispielsweise bietet ein Melkroboterhersteller seinen Kunden die Möglichkeit, an der Demonstration teilzunehmen. „Wir stellen für unsere Kunden sämtliche Servicetechniker zur Verfügung, die im Falle einer Störung unserer Produkte, sofort zur Unterstützung eilen können. Wir übernehmen dabei die Kosten für den Einsatz unserer Techniker inklusive An- und Abfahrt.“, heißt es auf der Facebookseite des Unternehmens.

Polizei rechnet mit großen Verkehrseinsatz

Nicht die Veranstaltung selbst, sondern die Begleitumstände bereite der Bonner Polizei Kopfzerbrechen. "Wir bereiten uns mit unterstützenden Kräften aus NRW auf einen großen Verkehrseinsatz vor", sagt Pressesprecher Frank Piontek gegenüber dem General Anzeiger. Schon ab den frühen Morgenstunden könne es auf allen Durchfahrtsstraßen im Stadtgebiet zu erheblichen Verkehrsbehinderungen kommen. Auch in den anderen Städten warnt die Polizei vor Verkehrsstörungen.

Die Redaktion empfiehlt

Neben Bonn wird es in Würzburg, München, Bayreuth, Stuttgart, Freiburg, Magdeburg, Berlin und Hannover am 22. Oktober Protestkundgebungen gegen das Agrarpaket geben.

Der DBV habe volles Verständnis für die Demonstrationen am Dienstag. Man sei solidarisch, solange alles gewaltfrei bleibt, sagte Rukwied. Er hoffe, dass die Demonstrationen friedlich verlaufen.

Premium

Kritik an Agrarpaket

taz sieht AfD-Unterstützung für Bauerndemos

vor

Die Tageszeitung taz aus Berlin stört sich daran, dass der Pressesprecher der Demo am Dienstag früherer AfD-Politiker ist. Auch an der Unabhängigkeit der Demo vom Bauernverband (BV) zweifelt die...

Unter dem Motto „Land schafft Verbindung - wir rufen zu Tisch“ ruft eine Landwirtebewegung aus dem Netz nun offiziell zu einer Kundgebung am 22. Oktober in Bonn auf.

Artikel geschrieben von

Christina Lenfers

Redakteurin top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

von Hans Merk

Es kommt wies kommen muß

Klöckner und Schulze lassen sich am (...) lecken, die linke (...)presse verbreitet Hetze oder bestenfalls Halbwahrheiten und der Bauernverband ergreift das Wort und versaut wieder mal alles. Hab ich schon vor Tagen geschrieben. Jetzt gibt's zwei Möglichkeiten: Wir machens wie immer und ziehen die Köppe ein oder wir weiten das ganze aus . (...)

Anmerkung der Redaktion

Bitte keine Beleidigungen und unsachliche Anmerkungen!

von Bernhard ter Veen

Wie schon von mir gesagt

Die Medien zeigen KEINEN Mucks von den Demo´s. Wertvolle Sendezeit für evtl Liveschaltungen werden mit WIEDERHOLUNGEN vergeudet. Unsere Fernseh- und Rundfunkgebühren werden von Schlafmützen verplempert. Aber "DBV Präsi Rukwied" lässt schon bei N-TV Spruchbänder über seine Statements einblenden... obwohl noch Niemand auch nur ein Fünkchen davon gesehen hat...

von Stephanie Winhard

@Heinrich-Bernhard Muenzebrock

Ich glaube nicht, daß es erklärtes Ziel der aktuellen Regierung ist, die (klein-)bäuerlichen Betriebe zu erhalten. Das wird zwar immer medienwirksam erzählt, gehandelt wird aber genau gegenteilig. Ich denke auch, daß sich unsere Politiker im Umfeld von Groß(agrar)industriellen wohler fühlen, als mit "aufmüpfigen Bauern" verhandeln zu müssen. Schließlich muß man ja auch ans eigene Politkarriere-Ende denken. Da will doch niemand im Kuhstall arbeiten, sondern lieber irgendwo im Aufsichtsrat des Lobbyfreundes sitzen.

von Bernhard ter Veen

und die Medien

zeigen aktuell NICHTS von der Demo... Nichts als blödsinnige Wiederholungen von Gestern. Die Journalisten und Sensationsberichterstatter schlafen wohl noch... Traurig.

von Heinrich-Bernhard Muenzebrock

Demo`s

Nach meiner Meinung sind die Demos mit den großen und teilweise sehr teueren Traktoren nicht mehr das Mittel der Wahl. Die Bürger und Verbraucher fühlen sich vera... - um ernst genommen zu werden muss ich glaubwürdig rüberkommen!!!. Es hätte gereicht mit Bussen anzureisen, aussagekräftige Plakate in die Kameras zu halten und mit fundierten Aussagen zu demonstrieren um auf die zunehmenden Auflagen und zunehmende Existenzängste hinzuweisen. Die aktuelle Politik wird, mit ihrem Maßnahmenkatalog, genau das Gegenteil von dem gewünschten Ziel erreichen: die bäuerlichen Betriebe sterben aus und die Agrarindustrie wird gestärkt.

von Hermann Kamm

Klöckner und Schulze,

Feige ist dafür gar kein Ausdruck . Die beiden Damen sollten sich schämen und von ihren Ämtern zurück treten! es gibt auch Fachkräfte für solche Ämter und keine laien.

von Wilhelm Grimm

Gekaufte Journalisten oder was ?

Aus unserer jüngeren Geschichte nichts gelernt ?

von Wilhelm Grimm

Als Hamburger stelle ich immer wieder fest:

Die Bürger dieser Stadt sind uns wohl gesonnen. Aber wenn die Söder-Presse und auch der "Spiegel" nur die Kampflieder der NGO`s verbreiten und kommentieren, muss in diesem Staat etwas faul sein. Gegen Propagandafeldzüge der Medien haben wir es schwer.

von Wilhelm Grimm

@ Stefanie Winhard

"Spiegel" und jahrelang Relotius. Sie haben nichts kapiert und machen weiter, immer weiter ! Klöckner und Schulze lassen sich vom "Spiegel" und sonstiger Travialliteratur bilden. Es kann nur böse enden.

von

Da wundert sich in Presse und die Alt Parteien warum die AFD gewählt wird.

von Anton Obermeier

Medien

Im BR, Söders Staatssender, gab gerade ein "Landwirtschaftsexperte" einen Kommentar zur bevorstehenden Demo ab. Die Landwirtschaft könne nicht erwarten, dass die EU Subventionen im Gießkannenprinzip verteilt und die Landwirte nichts dafür tun wollen. Das Grundwasser sei derart massiv mit Nitrat verseucht dass die Bundesregierung gezwungen ist die Düngung einzuschränken. Der Bauernprotest sei komplett unberechtigt und entbehre jeder Grundlage da ja die Gemeinwohlziele Arten-, Klima-, Grundwasser- und Tierschutz deutlich Vorrang haben müssen vor der Profitgier der Bauern. So wird die Protestaktion schon diskreditiert bevor sie begonnen hat. Die Meinungsmacher der Massenmedien bringen den Bürger so gegen die Demo auf.

von Stephanie Winhard

Presse

Schlagzeile bei Spiegel online heute: "Mit Treckern gegen Umweltschutz". Noch Fragen?

von Volker Grabenhorst

Feiges Pack

von Gerd Schuette

...

Gerne auch ihre Nachfolger.

von Gerd Schuette

Wenn die Ministerinnen Klöckner und Schulz heute keine Zeit haben, dann laden wir sie in der kommenden Woche gerne noch einmal, auf die selbe Art, ein.

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