Niedersächsischer Weg

„Innovative Landwirtschaft Ostfriesland“ (ILO) mit neuer Form der Kooperation

„Ostfriesen sind innovativ – auch beim Dialog“. Das zeigt sich in einem neu gestarteten Projekt, wo Teilnehmer aus Wirtschaft, Landwirtschaft und Tourismus zusammen die Zukunft des Landes diskutieren.

„Innovative Landwirtschaft Ostfriesland“ – kurz ILO – heißt das zweijährige Projekt, bei dem ein Netzwerk verschiedenster Akteure aus Wirtschaft, Landwirtschaft und Tourismus zur Förderung von Innovationen in der Landwirtschaft aufgebaut werden soll.

„Wir freuen uns riesig, dass der Projektantrag des Grünlandzentrums Niedersachsen/Bremen im Landwirtschaftsministerium auf fruchtbaren Boden gefallen ist. Gemeinsam mit dem Grünlandzentrum und den Stakeholdern Ostfrieslands wollen wir innovative Ideen entwickeln und die ländliche Region fördern“, erklärt der Präsident des Landwirtschaftlichen Hauptvereins Ostfrieslands, Manfred Tannen, selbstbewusst gegenüber dem Landvolk-Pressedienst.

Für die Landwirtschaft werde es immer schwieriger, Nahrungsmittel ressourceneffizient im Rahmen des nationalen und internationalen Wettbewerbs zu produzieren und gleichzeitig wachsende Anforderungen im Bereich des Klima-, Arten- und Naturschutzes und der gesellschaftlichen Akzeptanz auf regionaler Ebene zu erfüllen, führt Tannen aus.

„Das nun startende Projekt „Innovative Landwirtschaft Ostfriesland“ (ILO) ist darauf ausgerichtet, neue Formen des Dialogs und der Kooperation zwischen allen Akteuren aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft zu etablieren, um Zielkonflikte in der Raum- und Landnutzung zu entschärfen und gemeinsam Lösungsansätze und Innovationen in die Praxis zu transferieren“, umschreibt Tannen, der zudem Vize-Präsident des Landvolks Niedersachsen ist, das Projekt.

Austausch auf Augenhöhe

„Schon beim ersten Treffen sprudelte es nur so vor Ideen“, berichtet Tannen. Es gebe zwar schon viele einzelne Projekte, doch in der Fläche sei viel mehr möglich – wie beispielsweise im Bereich Landwirtschaft und Tourismus, wo die Schnittmenge besonders groß sei. „ILO setzt dabei im Kern auf kollaboratives Lernen bzw. kollaboratives Schaffen von Innovationen. Das ist ein wechselseitiger, aktiver Austausch gleicher oder verschiedener Akteure auf Augenhöhe, mit dem Ziel, Wissen zu kreieren und sich zu verändern“, erklärt Tannen die Inhalte des Projektantrages.

Zudem soll das bis Ende Juni 2023 angelegte und vom Grünlandzentrum Niedersachsen/Bremen betreute Projekt für alle Akteure befruchtend sein sowie eine Verbesserung internationaler Zusammenarbeit zum Ziel haben.

Umbau der Landwirtschaft aktiv mitgestalten

Das übergeordnete Ziel von ILO bestehe aber darin, die Innovationskapazität von Schlüsselakteuren der Landwirtschaft im Raum Ostfriesland zu stärken, um dadurch eine Mitgestaltung der sich laufend ändernden Anforderungen an Landwirtschaft zu ermöglichen.

Das Netzwerk und der Austausch soll Verständnis für die Herausforderungen, aber auch Chancen einer strukturschwachen Region und der Bedeutung von Wertschöpfung in der Fläche schaffen. „Landwirtschaft und Tourismus sind für unsere Grünland dominierte Weideregion wichtige Wirtschaftsfaktoren. Die Wertschöpfung über das Grünland ist aufgrund der neuen Ausgestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) aber in Gefahr und dies könnte sich nachteilig auf das gewohnte und touristisch bedeutende Landschaftsbild auswirken. Deshalb ist es für uns wichtig, dass wir für unsere Betriebe eine Perspektive bekommen. Wir wollen für unsere Zukunft den Strukturwandel aktiv gestalten statt passiv begleiten. Deshalb lohnt es sich, bei ILO mitzumachen“, lädt Manfred Tannen zur aktiven Mitarbeit ein.

Am Montag, 22. November, findet zum Projekt ILO ab 10 Uhr die öffentliche Auftaktveranstaltung in Großefehn unter 3G statt. Weitere Informationen unter www.lhv-ostfriesland.de oder unter https://www.gruenlandzentrum.org/projekte/innovatives-ostfriesland/.


Mehr zu dem Thema