Bilanz-Pressekonferenz

Investitionsprogramm Landwirtschaft sorgt für Schub bei der Rentenbank

Die Landwirtschaftliche Rentenbank hat trotz Corona solide Zahlen präsentiert. Aufhorchen ließen Ankündigungen zu Negativzinsen für Investitionskredite.

Das vergangene Jahr verlief für die Landwirtschaftliche Rentenbank deutlich besser als zu Beginn der Pandemie befürchtet. Das Förderneugeschäft wuchs um 3,5% auf 11,2 Mrd. Euro. Das Niveau der davon enthaltenen Programmkredite blieb konstant bei 6 Mrd. Euro. Auch der Bilanzgewinn stieg in dieser Zeit leicht von 16,3 auf 16,8 Mio. Euro.

Da die Rentenbank eine Anstalt öffentlichen Rechts ist, sie dient also öffentlichen Zwecken, gehen diese Gewinne zu einem Teil in das Zweckvermögen des Bundes über und zu einem anderen Teil fördert sie Forschungs- und Weiterbildungsvorhaben im Agrarbereich.

Politische Unsicherheit prägend

Insgesamt ging das Neugeschäft in der Sparte Landwirtschaft im letzten Jahr leicht zurück. Auffällig ist weiterhin, dass insbesondere neue Maschinen finanziert wurden. Das Kreditaufkommen für Gebäude und Grunderwerb waren rückläufig. Darin spiegelt sich möglicherweise die politische Unsicherheit, insbesondere über die Zukunft der Tierhaltung wieder.

In der Fördersparte Wald gab es im Jahr 2020 ein starkes Wachstum, jedoch auf niedrigem Niveau. Auch hier spielte Vater Staat eine Rolle. Vergangenen Herbst stellte das BMEL im Rahmen des Corona-Konjunkturpakets 50 Mio. € für Digitalisierung und neue Technik in der Forstwirtschaft zur Verfügung.

Bauernmilliarde bringt neuen Schwung

Für Sondereffekte sorgt auch das Investitionsprogramm Landwirtschaft. Für das erste Quartal in 2021 verzeichnete die Rentenbank in der Sparte Landwirtschaft ein Plus von 56,4% im Kreditgeschäft. Zusätzlich gab es auch neue Zahlen zur zweiten Vergaberunde der Fördergelder zu verkünden. Über 31 000 Registrierungen liegen der Rentenbank vor. Alle Registrierten können noch bis morgen am Interessenbekundungsverfahren teilnehmen. Ab dem 6. Mai werden die Teilnehmer dann zufällig gezogen und kontaktiert um ihre Zuschussanträge einreichen zu können.

Negativzinsen für Hausbanken

Eine Randbemerkung, die dennoch einige Aufmerksamkeit erregte, waren Negativzinsen. Bereits 2017 führte die Rentenbank Negativzinsen durch einen Rechentrick ein. Damals vergab die Rentenbank teilweise Kredite an Hausbanken mit 0,0% Zinsen. Diese schlugen dann für die eigene Marge zwar noch etwas obendrauf. Durch zusätzliche Förderzuschüsse konnten manche Kreditnehmer dennoch auf rechnerisch negative Zinsen kommen.

Jetzt geht die Rentenbank einen neuen Weg. Kredite an Hausbanken sollen auch im negativen Zinsbereich liegen können. Angekündigt war dies bereits bei der letzten Bilanz-Pressekonferenz vor einem Jahr, in diesem Jahr soll es jetzt aber losgehen. Auch das wird nicht in vollem Umfang beim Endkunden ankommen. „Der Zinssatz für die Endkreditnehmer kann dann in der günstigsten Preisklasse A unter die heute gültige Ein-Prozent-Schwelle sinken, bliebe aber immer noch größer als 0,0 %.“, so Vorstandssprecher Dr. Horst Reinhardt. Die Zinssenkung für die Hausbanken soll in der zweiten Jahreshälfte beginnen.


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