Niederlande

Juraprofessoren halten Auslauf von Katzen für rechtswidrig

Die Zahl der von Hauskatzen getöteten Wildtiere geht allein in Deutschland über die 100 Mio. hinaus. Rein rechtlich muss der Staat verhindern, dass Katzen wildern, aber kein Politiker traut sich.

Da Hauskatzen in der Natur große Schäden anrichten, indem sie etwa Vögel, Mäuse, Fledermäuse, Frösche, Kröten, Eidechsen und junge Hasen jagen, wollen zwei niederländische Juristen ein Verbot des Auslaufs erreichen.

Die Professoren Arie Trouwborst und Han Somsen von der Universität Tilburg schreiben laut Spiegel Online in einer Fachzeitschrift, dass die Streifzüge illegal seien und aufhören müssten. Denn nach geltendem Recht dürften die räuberischen Haustiere nirgendwo in der EU ohne Leine und unbeaufsichtigt vor die Tür. Alle EU-Staaten stünden in der gesetzlichen Pflicht, ihre ausgewiesenen Schutzgebiete vor den Katzen zu schützen, notfalls müssten diese erlegt werden. Die Fachleute berufen sich dabei auf die internationale Biodiversitätskonvention von 1992, die Vogelschutzrichtlinie der EU und die Richtlinie "Fauna, Flora, Habitat".

Laut den beiden Juraprofessoren bedrohen Hauskatzen den Bestand von weltweit 367 Arten. An der Auslöschung von bisher 40 Vogel- und 21 Säugetierarten seien sie maßgeblich beteiligt gewesen. Selbst wenn sie friedlich sind - die schiere Anwesenheit der Räuber reiche schon, um Vögel in Panik und Stress zu versetzen. Diese vernachlässigten dann die Pflege ihrer Brut, die deswegen schlechtere Überlebenschancen habe. Aus rechtlicher und ökologischer Sicht seien Katzen nichts anderes als eine invasive Art und müssten schon deshalb bekämpft werden.

Unterstützung bekommen die Niederländer auch von Ornithologen aus Deutschland. Im Spiegel sagte etwa Peter Berthold von der Vogelwarte Radolfszelle, dass die Länder teuren Artenschutz betreiben, die Tötung von Millionen Wildtieren durch Katzen aber ignorierten. Seiner Meinung nach müssten Gerichte die Katzenfrage schnell klären und Präzedenzfälle schaffen.

In der Praxis dürfte der Vorstoß aber auf wenig Gegenliebe stoßen: Das Thema ist bei den Bürgern sehr unbeliebt, weshalb sich auch die Politiker nicht trauen, auf die Durchsetzung der Gesetze zu bestehen.

Laut Spiegel Online soll es allein in Deutschland 15 Mio. Hauskatzen geben, von denen der Großteil als Freigänger jeden Tag Jagdausflüge unternimmt. Die Zahl ihrer Opfer soll pro Jahr eine dreistellige Millionenhöhe betragen, heißt es.

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Nach Schweitzer Untersuchungen tötet eine freilaufende Katze 25 Vögel im Jahr. US-Forscher ermittelten für Europa gar Zahlen zwischen 30 und 47 Vögel.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Karlheinz Gruber

Wie sagte mal eine

Stadtrandbewohnerin im Scherze zu mir: Heuer fällt Ostern aus, weil Ihre Katze schon zwei Hasen mit nach Hause gebracht hat.// Scherz beiseite, trotz der harten Hintergründe . Die Unileute alle Recht, nur wie schon beschrieben wird sich kein Politiker trauen, dies zu fordern. Der Widerstand der Bevölkerung/ Haustierhalter ist ihnen sicher. Ebenso von Peta und allen anderen Tierschutzvereinen. Das sind die Spendengelder, und das ist eine riesen Industrie. Lieber für die Bauern noch ein paar Verordnungen mehr, da kann man richten. Wenn ich auf der Jagd bin, und alle Katzen die frei umherlaufen erlegen würde, würde es bei mir in der angrenzenden Stadt Aufruhr, Morddrohungen usw. geben. Denn die hätten sehr viel weniger Kuscheltiger. Aber wir dafür viel mehr Wildvögel..... Aber schuld haben halt die Bauern. Und haben die Ornithologen nicht auch für den Artenschutz nur durch die Bauern gestimmt in Bayern? War da ein Wort von Katzen zu lesen. Nein! Warum wohl? Und warum liest man das nicht in der Tagespresse oder den öffentlichen Sendeanstalten mit Infoverpflichtung ala neutral.... Und was ist mit dem Raubwild, dessen bejagung auch eingeschränkt wurde. Viele Baustellen aber schuld hat nur der BAuer….

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