UNESCO

Karpfenteiche, Weinkultur und Streuobst sind immaterielles Kulturerbe

Die UNESCO hat die Weinkultur in Deutschland, den Streuobstanbau und die bayerische Karpfenteichwirtschaft in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

Die deutsche Kommission der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation (UNESCO) hat die Weinkultur in Deutschland, den Streuobstanbau und die bayerische Karpfenteichwirtschaft in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Zur Würdigung der Weinkultur erklärte die Kommission, diese bestimmte seit Jahrhunderten den Lebensrhythmus der Menschen in den Anbauregionen. Daraus seien zahlreiche Bräuche, jahreszeitliche Feste und ein eigenes Vokabular, aber auch bekannte Redensarten wie „reinen Wein einschenken“ entstanden.

Streuobstwiesen schützen nach Angaben des UNESCO-Gremiums die Vielfalt und den Erhalt von Obstsorten und prägen Kulturlandschaften. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts gingen die Streuobstbestände in ganz Europa aber zurück; damit schwinde nicht nur ein „kultureller Erfahrungsraum“, sondern auch ein ökologisch wertvoller Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten.

Die traditionelle Karpfenteichwirtschaft in Bayern hat der Kommission zufolge bereits im Mittelalter eine artenreiche Kulturlandschaft hervorgebracht. Die Teiche seien oft nicht besonders groß und würden daher meist im bäuerlichen Nebenerwerb geführt. Grundlage dafür biete das über Generationen weitergegebene Wissen.

Die Reaktionen

Die Landwirtschaftsministerin des Freistaats, Michaela Kaniber, zeigte sich erfreut. Die Anerkennung würdige die große Leistung, die die Teichwirte für die Kulturlandschaft und die artgerechte Haltung erbrächten. In Bayern werden nach Angaben von Kaniber 20 000 ha von bundesweit insgesamt 42 000 ha Karpfenteichen bewirtschaftet.

In Baden-Württemberg begrüßte die Staatssekretärin vom Wissenschaftsministerium, Petra Olschowski, die Aufnahme des Streuobstanbaus. Diesem komme als Kulturform mit einem breiten Repertoire an traditionellen Praktiken und Wissen eine große Bedeutung zu, betonte Olschowski. Zudem würden artenreiche Lebensräume und ein Gen-Reservoir für rund 3 000 Obstsorten geschaffen.

Die Würdigung der Weinkultur wurde von der Deutschen Weinakademie begrüßt. „Wir sind überglücklich und freuen uns gemeinsam mit allen Trägern der Weinkultur riesig über diese Entscheidung“, so Geschäftsführerin Monika Reule. Damit werde die Leistung der Menschen gewürdigt, die die Weinkultur mit Leben füllten und weiterentwickelten.


Diskussionen zum Artikel

von Gerhard Steffek

Die Anerkennung würdige die große Leistung -

Ha ha, kann ich mir was davon kaufen? Davon eine Scheibe abschneiden? Für so manchen ist es doch wirklich nur noch eine Liebhaberei, wenn nicht am Ende nur noch unliebsame Arbeit, weil der Teich, der Obstgarten, halt mal da ist. Wenn es dann nur noch in Arbeit ausartet und noch dazu eine ... mehr anzeigen

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