Schlechte Stimmung

Konjunkturbarometer: „Landwirtschaft im Abschwung“

Die Stimmung in der Landwirtschaft ist so schlecht wie lange nicht mehr. Dies belegen die aktuellen Zahlen des Konjunkturbarometers des Deutschen Bauernverbandes (DBV).

Die aktuellen Zahlen des DBV-Konjunkturbarometers zeigen eine schlechte und angespannte Stimmung in der Landwirtschaft. Bereits in den vorherigen Erhebungen im März und Juni dieses Jahres hatte sich die Stimmung in der Landwirtschaft deutlich eingetrübt.

Stimmungseinbruch bei den deutschen Landwirten. (Bildquelle: produkt&markt/ Erwin Koch, Hessischer Bauernverband e.V)

Laut der aktuellen, repräsentativen Umfrage hat sich die wirtschaftliche Stimmungslage der Betriebe nun allerdings noch einmal erheblich verschlechtert.

Diese Ergebnisse sind ein sehr deutlicher Beleg für die schwierige wirtschaftliche Situation und eine hochgradige Verunsicherung der Landwirte. Die deutsche Landwirtschaft befindet sich klar im Abschwung - Joachim Rukwied

Die deutschen Landwirte bräuchen verlässliche Rahmenbedingungen, damit wieder Zukunftsinvestitionen getätigt werden können.

Kaum Investitionsplanungen, schwierige Liquiditätslage

Der Index, den diese Umfrage ermittelt hat, fasst die Einschätzungen der aktuellen wirtschaftlichen Lage und der Erwartungen der Landwirte zusammen. Er ist von 20,4 Punkten im Juni auf 10,5 Punkte im September gefallen und liegt damit erheblich unter den Werten der letzten beiden Jahre. Dies drückt sich auch bei den Investitionsplanungen der Bauern aus: Nur 30 Prozent von ihnen wollen in den kommenden sechs Monaten investieren. Besonders die Investitionen in Tierwohl fördernde Ställe bleiben sehr verhalten.

Beurteilung der aktuellen wirtschaftlichen Situation nach Betriebsarten. (Bildquelle: produkt+markt)

Die Liquiditätslage der Betriebe hat sich ebenfalls seit Juni verschlechtert. Durch die schwierigen Witterungsverhältnisse in diesem Sommer ist besonders in vielen Betrieben im Osten Deutschlands die Liquidität sehr angespannt. Während die Einschätzungen der aktuellen wirtschaftlichen Situation der Veredlungsbetriebe noch relativ positiv ausfällt, fällt sie bei den Acker- und Futterbaubetrieben deutlich schlechter aus. Besonders die Erwartungen an die künftige wirtschaftliche Lage haben sich bei allen Betriebsformen deutlich verschlechtert. Weitere dämpfende Einflüsse waren in den letzten Monaten die Entwicklung der Getreide-, Milch-, Schweine- und Rinderpreise, häufig die Enttäuschung über die Ernteergebnisse sowie die nationale und EU-Agrarpolitik.

Das Konjunktur- und Investitionsbarometer Agrar wird vierteljährlich im Auftrag des DBV, des VDMA Fachverbandes Landtechnik und der Landwirtschaftlichen Rentenbank in einer repräsentativen Umfrage ermittelt. Weitere Details finden sie hier.

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Artikel geschrieben von

Christina Lenfers

Redakteurin top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Thomas u. Helmut Gahse GbR

Erstaunlich dass überhaupt noch investiert wird,

bei der augenblicklichen Unsicherheit. Ich wage aber zu bezweifeln, Herr Kamm, dass die Lage der Landwirtschaft besser wäre, wenn in den einschlägigen Aufsichtsräten nur NGO`s oder s.g. Heuschrecken vertreten wären.

von Hermann Kamm

Tsja wem wunderts?

solange Politik nur für die Agrarindustrie gemacht wird, und das Agrarpolitiker mit der Obrigkeit des Bauernverbands in sämtlichen Aufsichtsräten der Agrarindustrie sitzen, werden die Bauern auch in Zukunft nur die Zulieferer billiger Rohstoffe bleiben.

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