Zuckerfäden mit Wirkstoff

Kunststofffreie Verpackung aus Pullulan für Obst und Gemüse

Die Harvard University kann mit einem neuartigen Verfahren Zuckerfäden auf Obst und Gemüse auftragen. Zugesetzte natürliche Hilfsstoffe verhindern ein Faulen der Produkte. Das Ganze ist essbar.

US-Forscher haben eine Alternative zur bishertigen Plastikverpackung von Obst und Gemüse entwickelt. So kann das aus Zuckermolekülen bestehende Pullulan Avocados und Co. länger frisch halten. Es wird in feinen Fäden auf das Produkt aufgetragen und ist essbar, berichtet die dpa.

Das Pullulan wird dabei mit natürlichen Substanzen angereichert, die gegen Mikroorganismen wirksam sind, erklären Forscher der Harvard University. Konkret setzten sie Thymianöl, Zitronensäure und Nisin, ein von Milchsäurebakterien produziertes Antibiotikum, ein.

In Versuchen hielten sich Avocados, die auf diese Weise verpackt waren, wesentlich länger als unverpackte Früchte. So wiesen nach sieben Tagen Lagerung bei 22 Grad Celsius 90 % der unbehandelten Früchte sichtbar vergammelte Stellen auf, bei den ummantelten Exemplaren waren es nur die Hälfte. Pullulan kann zudem problemlos abgewaschen werden und wird in der Erde in drei Tagen abgebaut.

Zum Auftragen auf die Früchte nutzten die Wissenschaftler ein spezielles Verfahren, bei dem ein föhnähnlicher Apparat das in Wasser gelöste Pullulan mit den antimikrobiellen Substanzen erhitzt. Das Wasser verdampft weitgehend und das Pullulan wird in winzigen Fäden aus dem Apparat ausgeschieden und wickelt sich um die Frucht. Das dauert zurzeit zwei bis vier Minuten. Die Kosten geben die Forscher mit wenigen Cent pro Frucht an. Verbesserungen sind aber noch möglich, heißt es.

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