Islamisches Opferfest

CDU Niedersachsen beschließt Schächtverbot

Die CDU in Niedersachsen will Muslimen das betäubungslose Schächten verbieten. Dieses Jahr gab es zum Opferfest wieder eine Sondergenehmigung, was die Landjugend sehr ärgert.

Die CDU in Niedersachsen hat am 13. August einstimmig beschlossen, das Schlachten ohne Betäubung, für das es jährlich zum muslimischen Opferfest eine Ausnahmegenehmigung gibt, zu verbieten. Rund 200 Tiere durften Muslime in Niedersachsen dieses Jahr vom 11. bis 14. August schächten.

Wie CDU-Sprecher Ralph Makolla am Mittwoch sagte, wolle die Partei das Leiden von Tieren durch das Schlachten bei vollem Bewusstsein beenden. Als Affront, den man nicht akzeptieren werde, bezeichnete der Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Niedersachsen die Pläne. Allerdings wird heute schon das meiste Fleisch von betäubungslos geschächteten Tieren, das orthodoxe Juden hierzulande verzehrten, aus benachbarten Staaten wie den Niederlanden oder aus Israel importiert. Wie der jüdische Verband erklärte, gehe es aber ums Prinzip. Es sei nicht ausgeschlossen, dass einige Gemeindemitglieder das Land verlassen.

Das Schlachten ohne Betäubung ist laut Tierschutzgesetz verboten. Ohne Weiteres erlaubt ist in Deutschland dagegen die Halal-Schlachtung, bei der zwar islamische Regeln beachtet, das Tier aber auf jeden Fall vorher betäubt wird.

Ausnahmegenehmigung für Schächten für Landjugend unverständlich

Agrarausschusses der Niedersächsischen Landjugend (Bildquelle: Pressebild)

Am Mittwoch sprach sich auch der Agrarausschuss der Niedersächsischen Landjugend vehement gegen die diesjährige Ausnahmegenehmigung des betäubungslosen Schlachtens aus.

Aus ethischen und tierschutzrechtlichen Gründen könne der Ausschuss dieses Vorgehen nicht befürworten, heißt es. Auch vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Diskussion um mehr Tierschutz könne die Landjugend die Entscheidung des Landwirtschaftsministeriums nicht nachvollziehen.

Der Verband erinnert daran, dass das Schlachten ohne vorherige Betäubung in Deutschland grundsätzlich verboten ist. Nach dem Tierschutzgesetz und der Tierschutzschlacht-Verordnung darf ein warmblütiges Tier nur nach vorheriger Betäubung, die das Schmerzempfinden des Tieres sicher ausschaltet, geschlachtet werden.

Das Landwirtschaftsministerium in Hannover hat sich auf unsere Anfrage bislang nicht zu der Entscheidung geäußert. Allgemeine Informationen liefert das Ministerium aber hier...

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Mitte August wird das islamische Opferfest gefeiert. Schächten ohne Genehmigung kann mit einer Geldbuße von bis 25.000 € bestraft werden.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Gerd Uken

Wir denken doch Global

Wenn das schächten verboten wird kann man sein Fleischvdoch auch aus einem muslimischen Land einfliegen. Dann muss man auch nicht die Tierkadaver so wie im benachbarten Kreis einfach in der“ Wildnis „ entsorgen. Das löst dann Polizei, Kreisveterinär etc. aus -in was für einer Welt leben wir eigentlich?

von Josef Doll

Diskriminierung von 2 Mrd Muslime und Juden

Wenn Wir doch sooooooooo tolerant zu Andersgläubigen oder andern Auffassungen sind müssen wir doch mindestens das erlauben. Denn bei Halal und Koscher ist das Schächten Pflicht!!! Nur dann ist es eben Koscher oder Halal und bei Mulikuliti muss man das selbst bei den Grünen somit als selbstverständlich hinnehmen. Tierwohl hin oder her. Von mit aus sollte allerdings der Tierhalter für seine Tiere das Schächten ausschliessen können. Ansonsten sind auch andere Regeln einzuhalten ------ es schadet niemanden Persönlich---- essen Wir im Muslimischen Ausland Fleisch ............

von Bernd Müller

Bin mal gespannt

was die Grünen dazu sagen. Geht Tierschutz vor oder ist das schon Diskriminierung von verschiedenen religiösen Gruppen?

von Gerhard Lindner

Es geht nicht nur ums schächten. Schon die Behandlung der Tiere vor dem endlich erlösenden schlachten, indem sie mit Schlägen und ziehen in Angst und Schrecken versetzt werde, ist an Grausamkeit und Respektlosigkeit nicht zu überbieten und gehört sich sofort untersagt und verboten. Im Allgäu ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Tiermissbrauch und hier wird dies akzeptiert! Für mich als Milchviehhalter ist dies schwer zu verstehen, würde aber auch um kein Geld dieser Welt die mir anvertrauten Tiere für solche Zwecke hergeben.

von Lukas Weßling

Längst überfällig!

Traurig, dass wir darüber überhaupt noch diskutieren müssen. Ich empfinde es als positive Entwicklung, dass unsere Gesellschaft mittlerweile auch dem Leben der Nutztiere, unserer Mitgeschöpfe, einen höheren Stellenwert gibt. Wenn wir schon die Tiere für unsere Zwecke nutzen, sollten wir doch zumindest das Leben der Tiere möglichst gut gestalten. Die Schächtung widerspricht dem komplett und verstößt zudem gegen unser Tierschutzgesetz. Und eine Religion sollte auch in der Lage sein sich weiterzuentwickeln und manche Werte zu überdenken. Da ist die Halal-Schlachtung doch eine gute Möglichkeit.

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