Schleswig-Holstein

Landwirte konnten mit Klöckner sprechen

Bauern in Schleswig-Holstein konnten Bundesagrarministerin Klöckner am Dienstag zu einem Gespräch "zu Tisch" bitten. Sie war eigentlich zu Besuch bei der Regionalentwicklungsagentur.

Geschafft: Landwirte konnten Bundesagrarministerin Julia Klöckner am Dienstag bei ihrem Besuch der Regionalentwicklungsagentur Eider-Treene-Sorge in Erfde-Bargen (SH) „zu Tisch bitten“. Dieses Gesprächsangebot unterbreitet die Initiative „Land schafft Verbindung“ schon seit Wochen. Bislang war die Ministerin aber zu keiner Bauerndemo gekommen.

Gleich drei Kreis-Bauernverbände hatten die Politikerin nach Erfde (Kreis Schleswig-Flensburg) eingeladen, um mit ihr über Zukunftsfragen in der Landwirtschaft zu sprechen. Überraschend kam sie eine Stunde früher als erwartet an und nahm sich Augenzeugenberichten zufolge tatsächlich viel Zeit für die Landwirte.

Klöckner setzte sich bei ihrem Besuch mit ihnen an eine Kaffeetafel und hörte lange zu. Sie habe sich interessiert gezeigt, was für Höfe die Gesprächspartner bewirtschaften. Die Landwirte brachten ihre Wut über die Düngebeschränkungen und das Insektenpaket zum Ausdruck. Dabei übergaben sie ein zweiseitiges Papier mit der Zusammenfassung ihrer Forderungen.

Klöckner verteidigte laut NDR die Maßnahmen: Sie sei an die Vorgaben der EU gebunden. Deutschland sei das letzte Land, das die EU-Regelung umsetze, weil die Bauernverbände das Thema so lange verschleppt hätten. Weiterhin thematisierten die Landwirte im Gespräch die mangelnde Wertschätzung für ihre Arbeit - sowohl was das Ansehen in der Bevölkerung betreffe als auch in finanzieller Hinsicht. Die Agrarministerin versprach Unterstützung. Sie will eine sogenannte Wertschätzungs-Kampagne starten, die auf der kommenden Grünen Woche in Berlin vorgestellt werden soll. Damit sollen die Verbraucher besser darüber informiert werden, wo ihre Lebensmittel herkommen und was sie wirklich wert sind, berichtet der NDR weiter.

Laut Ministerin sind die Verbraucher sehr wechselhaft in ihren Meinungen. Einerseits seien Tierwohl und ökologisch-nachhaltige Lebensmittelproduktion ein großes Thema für die Menschen, andererseits wolle aber kaum jemand dafür mehr bezahlen als jetzt. "Wir fordern viel von den Landwirten, aber geben im Schnitt nur neun Prozent unseres Haushaltseinkommens für Lebensmittel aus", sagte Klöckner. "Wer will, dass Landwirte höhere Standards einhalten, der muss das auch zahlen."

Das BMEL twitterte anschließend, dass 80 Bauern, Bäuerinnen und Interessierte dabei gewesen seien. Die Ministerin habe betont, dass sie Entwicklung gemeinsam mit der Landwirtschaft gestalten und fördern werde. „Alle bewegt die Zukunft der Landwirtschaft. Es geht um Unterstützung der Landwirte und um Förderung des ländlichen Raums. Dazu sind - und bleiben - wir im Gespräch!“, wird sie zitiert. Nach NDR-Angaben habe sich die Politiker 1,5 Stunden Zeit genommen.

Im anschließenden Gespräch mit der Regionalentwicklungsagentur hob die CDU-Politikerin die Bedeutung des Regionalmanagements und -budgets für starke Dörfer hervor. Zur Stärkung regionaler Strukturen stünden 2020 weitere 200 Mio. Euro in der GAK bereit.

Überraschend standen die Bauern da (Bildquelle: BMEL)

Julia Klöckner geht auf das Gesprächsangebot ein (Bildquelle: BMEL)

Im Anschluss hat sich Klöckner in Flensburg auf der "Seeadler", einem der drei Fischereischutzboote des Bundes, über die Fischereikontrollen informiert.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Thomas Schaffner

Verarschung

Wir werden nur noch veräppelt. Es wir Zeit das dieses dumme Volk wieder lernt, was Hunger heißt. Wir sollten alle mal ca. 10 Tage absolut nichts mehr abliefert.

von Gregor Grosse-Kock

Frau Klöckner

Klasse Showeinlage nur ändert sich nichts! Genau wie Fr Heinen Esser, schwadroniert über die ehemalige CMA, wie toll die doch unsere Produkte beworben hat, eine klare Lüge, es durfte nicht ausdrücklich von deutschen Produkten gesprochen werden und was hilft schon eine Werbung für Halbfertigprodukte und nicht für spezielle Fertig Produkte oder Namen. Die Landesministerin hätte lieber Zusagen sollen, das Erziehungsfernsehen und die Defamierungen des öffentlichen rechtlichen Fernsehens einzustellen. Dafür können Bildsequenzen über die normale Lw in allen Bereichen gezeigt werden -z.B USA da läuft das! Das ist Gesellschaftsfähig und nicht Aussöhnung -was für ein Stuss! Es wird das reine Unvermögen verkauft und Fr Klöckner schafft einfach nicht die Spirale zur Vernunft!

von Willy Toft

Das ist der Anfang, wir bleiben weiter vom LSV dran!

Wir nehmen die ganzen Restriktionen aufs Korn, es kann nicht angehen, dass wir für alle Fehler der Gesellschaft und der Staatseinrichtungen gerade stehen müssen, wo wir keine Chance haben, überhaupt einen Ausgleich zu bekommen! Wer so die Bauern gegen die Wand fahren lassen will, wird uns wohl noch kennen lernen müssen!

von Anton Heukamp

Es ist eine große Leistung, dass wir Frau Klöckner n den Tisch bekommen. Nun müssen wir aufpassen, dass wir uns als Landwirte weder allem verschließen, noch uns "einlullen" lassen. Holzauge sei wachsam! Die Mär von unseren Agrarexporten sollten wir schnell auf den Boden der Realität bringen. Wie hat die Bundesregierung uns Schweinehalter im Streit mit Russland behandelt ? (Sanktionen, bumm Schweineexport aus! Ende). Wer ist wichtiger, Airbus oder die Landwirtschaft? (Das haben wir kürzlich erfahren). An welcher stelle wird Brasilien im Falle eines Disputes mit der EU als erstes die Importe stoppen? (Agrarprodukte, wovon sie mehr als genug haben oder Hochtechnologie, auf die sie angewiesen sind?). Diese Fragen beantworte sich bitte jeder selbst. Es sind Alibi-Gespräche mit uns Bauern, während an der politischen Linie nichts geändert wird. Die Ehre durch "Frau Ministerin" auf dem Hof sollte uns scheinbar genügen.

von Michael Behrens

Dran bleiben!

Land-schaft-Verbindund hat es geschafft das man angehört wird, dafür sollte es erstmal großen Dank an die Organisatoren geben!!! Jetzt müssen wir dran bleiben und den Druck erhöhen, Klöckners Argumentation ist mehr als schlecht und ist Ideologie basiert, nicht faktisch! Mersocur begründet Sie damit, das auch Deutschland Agrarprodukte Exportiert?! Ja was denn sonst auch? Wir importieren ja auch! Bananen, Kaffee, Tee und was hier noch so nicht wachsen kann! Rindfleisch haben wir selbst genug, da sind es die 1,2 % die Frau Klöckner anführt, mehr werde angeblich nicht in Mersocur gehandelt, die den Markt unten halten. Und dann das Märchen von dem Milchdurst von Südamerika??? Neue Märkte für Milch??? Wir sollen weiter für den Weltmarkt produzieren mit Deutschen Auflagen, Sie wird wissen das wir daran zerbrechen! Wir müssen Land-schaft-Verbindund stärken und den Druck erhöhen!!!

von Henrik Plaas-Beisemann

Abschieben der Verantwortung

Der Verbraucher, die Länder, die EU eine schöne Liste an wen man die Verantwortung abgeben kann. Sich für Erfolge feiern, die nicht Sie zu verantworten hat. Das das UBA mit den 10% Stilllegung nicht durch kam, ist Verwaltungsrichtern zu danken. Beim Agrarpaket wird beim Verbot von Insektizide und Herbizide die Verantwortung auf die Länder abgeschoben, die Büchse der Pandorra öffnet aber Frau Klöckner. Völlig unerträglich finde ich ihre Aussage, dass Fungizide ja weiterhin unbetroffen seien. Jede Wirkstoffgruppe, genau genommen jeder Wirkstoff hat seinen eigenen Nutzen im Ackerbau. Wer argumentiert wie das hier Frau Klöckner tut, dem sollte man besser nicht die Ackerbaustrategie erarbeitet lassen, da kann nur Murks bei herauskommen. - und mehr Maisanbau in Schutzgebieten. Frau Klöckner will uns nicht dabei allein lassen.- Ist das eine Drohung?

von Matthias Zahn

Scheindiskussion Verbraucher

Die Politik setzt die Rahmenbedingungen unter denen wir wirtschaften. Frau Klöckner hingegen versucht ständig die Diskussion auf eine vermeintliche Diskrepanz zwischen Verbraucher und Landwirte zu lenken um damit das eigene Fehlverhalten unter den Teppich zu kehren. Liebe Bauern lasst euch von diesem Wolf im Schafspelz nicht einlullen!!!!

von Heinrich Albo

Es geht uns nicht um..

Irgendwelche kurzfristigen Förderprogramme oder um Geld.Es geht darum Wettbewerbsverzerrungen durch Importe mit geringeren Standarts zu verhindern.Wir brauchen für höhere Standarts einen langfristig gesicherten Absatzmarkt der Investitionen für 20-30 Jahre rechtfertigt.Es muss Spass machen in neue Produktionsmethoden zu investieren...Unsere Politik provoziert momentan das genaue Gegenteil!!Das erreicht man nicht wenn man hiesige Betriebe mit immer mehr Kontrollen, Auflagen ,Datenbanken und Bürokratie überzieht. Selbiges muss jetzt schon wieder großzügig zurück gefahren werden .Ansonsten wird die Produktion ins Ausland verlagert..Importe müssen deutlich mehr kontrolliert werden..hier im Labor und am Produktionsort.( Incl. Früchte aus China etc.) Bezüglich der Nitratwerte ..es kann nicht sein das in hoch belasteten Gebieten 95%der Hauswasserbrunnen in Ordnung sind. Zum Insektenschwund ist eine Studie im Naturschutzgebiet wo die Viehhaltung aufgegeben wurde nicht aussagefähig.Es gibt immer mehr hochleistungs Honigbienen nicht weniger!Diese nehmen den Wildbienen evtl.das Futter weg. Klima und Umweltschutz muss man generell global sehen und da ist die effiziente konventionelle Landwirtschaft, gerade bei steigender Weltbevölkerung, alternativlos.Sie kommt mit weniger Fläche aus das bedeutet mehr Platz für den Naturschutz und schont den Urwald.

von Wilhelm Oldewurtel

Weltmarkt

Wenn wir nicht zu Weltmarktbedingungen produzieren dürfen, muss die Politik für angemessene Rahmenbedingungen sorgen. !!!!! (Prämien werden direkt an Verpächter weitergereicht.) Planwirtschaft war gestern.

von Phillip Braendle

Wo finde ich...

...das Forderungspapier von dem im Bericht gesprochen wird? Danke und beste Grüße! Phillip Brändle

Anmerkung der Redaktion

Ist nun im Text als Download ergänzt

von Egge Mansholt

Mit anderen Worten,

Im Westen nichts neues. Das übliche Bla Bla. Bin ja mal gespannt, wie es weiter geht.

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