RS Components erwartet Abkehr vom Fleischkonsum hin zur Alge

Lebensmittel müssen künftig noch stärker als heute ethisch vertretbar, qualitativ hochwertig und fair sowie transparent gehandelt werden, weil Essgewohnheiten zunehmend ideologischer und als Spiegel der eigenen Person betrachtet werden, meint die Firma RS Components.

Die Lebensmittelindustrie muss im Jahr 2050 Lebensmittel für über 9 Milliarden Menschen produzieren. Die Debatte um neue Konzepte einer nachhaltigen Agrarproduktion sind daher bereits in vollem Gange.

Die Infografik von RS Components zeigt, dass wir in Zukunft nicht mehr konsumieren, sondern genießen werden. Lebensmittel müssten künftig noch stärker als heute ethisch vertretbar, qualitativ hochwertig und fair sowie transparent gehandelt werden, so die Einschätzung dort, weil Essgewohnheiten zunehmend ideologischer und als Spiegel der eigenen Person betrachtet würden. U.a. könne Slow-Food als Gegenbewegung zum uniformen und globalisierten Fastfood wichtiger Bestandteil der Nahrungsaufnahme werden. Regionalität und Saisonalität seien die neuen Kriterien der Lebensmittel, meint Tom William Busam von der Online-Marketing-Agentur „Peak Ace AG” im Auftrag von RS Components.

„Kunden wollen wissen, woher ihre Nahrung kommt, wer sie hergestellt hat und wie sie produziert wurde. Wenn die Story stimmt und sie den Wertvorstellungen der Konsumenten entspricht, sind viele auch bereit, mehr Geld in gesunde Ernährung und nachhaltige Lebensmittelproduktion zu investieren“, ergänzt Frank Behrens von RS Components.

Deutschland wird zunehmend fleischlos

Für ein Steak werden ungefähr 4.000 Liter Wasser verbraucht – eines der Nachhaltigkeitsprobleme, das laut Forsa-Umfrage 52 Prozent der Deutschen dazu bewegt, sich an mindestens drei Tagen pro Woche vegetarisch zu ernähren. Den Trend unterstützt ein neues Produkt, dass mittlerweile auch in Deutschland angekommen ist.

Die rein pflanzlich hergestellte Beyond Meat Boulette sieht nicht nur wie echtes Fleisch aus, sondern soll auch so schmecken und riechen. Der Burger besteht aus Erbsenpüree, Petersilie, Salz und Pfeffer. Beim Anbau würden bis zu 90 Prozent weniger Wasser und Bodenfläche verbraucht als beim tierischen Produkt, argumentiert das Unternehmen. In Zukunft soll mithilfe von Muskelzellen sogar komplett künstliches Fleisch aus der Petrischale produziert werden.

Algenproduktion in der Landwirtschaft von morgen

Zusätzlich müsse es weitere neue innovative Konzepte geben, so die Berater weiter. Sie denken da an Agrikulturen wie z. B. das Urban Gardening oder den Anbau von Algen. „Die Pflanze ist ein wahrer Alleskönner. Bestehend aus 60 Prozent pflanzlichem Eiweiß und mit einer beeindruckenden Konzentration an wertvollen Nährstoffen wie Vitamin B12 und Eisen ist sie nicht nur besonders nahrhaft, sondern kann dank ihrer Fähigkeit, Ammoniak zu binden, auch für den Umweltschutz in der Landwirtschaft von wichtiger Bedeutung sein“, so RS Components. Insbesondere aufgrund ihrer Artenvielfalt und der ertragreichen Ernte könne die Pflanze in Zukunft beim Kampf gegen den weltweiten Hunger helfen. Während z. B. ein durchschnittliches Getreidefeld in Deutschland pro Jahr und Hektar fünf bis acht Tonnen Getreide abwirft, könne man bei Algen ungefähr 25.000 Tonnen ernten, heißt es.

Die Pflanze lässt sich auch ganz einfach in röhrenartigen, geschlossenen Systemen, auch Algenreaktoren genannt, anbauen. Damit seien sie die perfekten Kandidaten für das beliebte und innovative Konzept „Urban Gardening“: In großen Hochhäusern sollen auf diese Weise Lebensmittel saisonal angebaut und damit Transportwege minimiert werden. Ein einziges 30-stöckiges Haus könnte so bis zu 50.000 Menschen mit Produkten versorgen, die frischer nicht sein könnten, erklären Busam und Behrens.

Sie sind überzeugt, dass die Zukunft in einer bewussten, ressourcenschonenden, fairen und gesunden Ernährung liegt. RS Components hat dazu folgende umfangreiche Grafik erstellt, die Sie unter diesem Link auch in groß anzeigen können:

Grafik "Wie ernähren wir uns 2030? (Bildquelle: RS Components)

Düngeverordnung: Das gilt in den Niederlanden

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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von Michael Behrens

Soylent Green!

Zuerst gab es Soylent Rot und Gelb, dann kam das schmackhaftere Soylent Green"… Jahr 2022 … die überleben wollen"

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