Fleischersatz für Veganer

McDonald´s führt veganen Burger "Big Vegan TS" ein

McDonald´s hat einen Burger mit Kunstfleisch entwickelt. Er soll Big Vegan heißen und nicht nur Vegetarier, sondern auch Flexitarier ansprechen, also Kunden, die bewusst mal auf Fleisch verzichten möchten.

Big Vegan TS heißt der erste Burger im McDonald's-Sortiment ohne tierische Zutaten. Ab dem 29. April ist er auch im Menü erhältlich und soll mit dem typischen McDonald's-Geschmack überzeugen. Er verzichtet dabei komplett auf tierische Inhaltsstoffe.

Unternehmenssprecher Philipp Wachholz schreibt dazu: "In der gesellschaftlichen Debatte um Nachhaltigkeit und Tierwohl wird der Ruf nach fleischlosen Proteinquellen immer lauter. Obwohl der Anteil an Veganern in Deutschland noch relativ gering ist, greifen wir mit dem Big Vegan TS ganz gezielt den weitreichenden Trend auf, gelegentlich auf tierische Produkte zu verzichten." Das Magazin Bento liefert dazu Zahlen: 1 % der Deutschen sei Veganer. Bis zu einem Drittel der Deutschen zählten sich aber inzwischen zu den Flexitariern. Damit würden sie für den Konzern interessant.

Eine Fast-Food-Kette und vegan, das passt für viele Veganer allerdings nicht zusammen. Wie Bento weiter erklärt, ist vegan für viele mehr als eine Essgewohnheit. Es ist eine politische Haltung. Sie prangere an, dass Menschen Tiere ausnutzen und dass sie die Umwelt mit ihrem Konsum negativ beeinflussen. Viele Veganer lehnten Ketten daher aus Prinzip ab. Und McDonald´s stehe halt ganz oben auf der Liste der Unternehmen, die für hohen Fleischkonsum werben. Das Unternehmen selbst sagte dem Magazin, man habe aus eigenen Fehlern gelernt.

Das Burger-Pattie ist etwa so dick wie ein Finger. Es fühlt sich im Mund etwas bröselig an, wie eine Mischung aus Kartoffelpuffer und Radiergummi-Abrieb, schreibt Bento weiter. Die rötliche, fleischähnliche Farbe könne durch die Rote Bete kommen, die neben Soja, Paprika und Karotten im Pattie ist. Der Burger würde ein bisschen rauchig, ein bisschen süß und sehr nach Essiggurke schmecken, fanden die Testesser.

McDonald´s Werbung für den Big Vegan TS (Bildquelle: McDonald´s)

Künstliches Fleisch mit Hämoglobin bei Burger King

Eine aufwändige Strategie verfolgt unterdessen Burger King: In den USA kommt testweise der "Impossible Burger" auf die Karte. Er besitzt ein Patty aus „pflanzlichem Fleisch“. Microsoft-Gründer Bill Gates hat in dessen Entwicklung schon Millionen investiert, ebenso wie in ihren Konkurrenten "Beyond Meat".

In mehr als 5000 Restaurants stehen die veganen Hamburger des Herstellers „Impossible Foods“ schon auf der Speisekarte. Für diese Marktdurchdringung hat das Unternehmen nur zweieinhalb Jahre benötigt. Geheimnis des Erfolgs ist, dass der Burger sehr fleischähnlich schmeckt. Das liegt am „Häm“, das auch Bestandteil von Hämoglobin im Blut ist, aber auch in Pflanzen vorkommt. „Impossible Foods“ gewinnt das „Häm“ im großen Stil aus der Sojapflanze, die es mit gentechnisch veränderter Hefe zusammenbringt, und die dann über einen Gärprozess wächst. In Europa dürfte es damit Probleme bei der Zulassung bekommen. Dennoch will das Unternehmen in 18 bis 24 Monaten alle Fragen gelöst haben und auf dem EU-Markt aktiv sein.

Die Produktion eines unmöglichen Burgers verursache 87% weniger Treibhausgase als die konventionelle Variante mit Fleisch, erläuterte Unternehmensgründer und Chef Pat Brown der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Bis 2035 will der selbstbewusste Unternehmer der Menschheit das Fleischessen komplett abgewöhnen und damit die „Rakete zur Umweltapokalypse“ stoppen.

Impossible Whopper von Burger King (Bildquelle: Pressebild)

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Andreas Gerner

Die Neugier hat gesiegt und ich habe den Burger getestet.

Ehrlich: Semmelbrösel mit ein wenig Radiergummiabrieb wären mir lieber gewesen! Der Patty schmeckt sowas von fade und die Konsistenz hätte ich mit "verklebten Sägespänen" umschrieben. Der Geschmack soll vom Gemüse kommen. Darum kracht der Schachtelwirt auch reichlich rote Zwiebelringe drauf, die man noch am nächsten morgen schmeckt. Nein Danke!!! Dann lieber Pommes. Oder halt non-vegane Burger!

von Andreas Demann

Schmeckt im Mund Bröselig nach Kartoffelpuffer und Radiergummi Abrieb. Hört sich lecker an. Stellt sich jetzt nur die Frage ob Radiergummi Abrieb beim erhitzen ähnlich wie Käse auch Fäden zieht.

von Gerhard Lindner

Wenn schon vegie, dann hoffentlich auch genfrei, aber komplett, von oben bis unten. Mal schauen ob dies geht, oder nur von uns Landwirten verlangt wird.

von Paul Siewecke

wasbei mir auch für einen Lacher sorgte...

steht in der Veggi-Burger-Werbung: Man kann auf Fleisch verzichten, aber nicht auf guten Geschmack... "Guter Geschmack" und das "Restaurant zur goldenen Möwe" schließen sich zwar nicht ganz aus, aber Spitzenqualität ist was anders....

von Matthias Zahn

Das beste steht im letzten Absatz!!!

Der Verzicht auf Fleisch soll die Umweltapokalypse stoppen! Ich lach mich schlapp!!! Fliegen, Verschwendung von Erdöl und vielen anderen Rohstoffen in Millionen von Tonnen Plastik- und Elektronikschrott massenweise Wegwerfartikel uwm. - alles kein Problem, wenn wir nur auf Fleisch verzichten...... Unser Wohlstand treibt schon seltsame Blüten.

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