Wölfe contra Weidetiere

Mehr Wölfe, mehr Risse: BMU beharrt auf strengen Wolfsschutz

Ein betroffener Mutterkuhhalter hat sich beim Bundesumweltministerium nach einer Wolfsstrategie erkundigt. Die Antwort ist aus Sicht der Landwirte ernüchternd.

Die Wolfspopulation in Deutschland wächst jährlich um 35 %. Der Deutsche Jagdverband rechnete im Frühjahr 2020 mit 1800 Wölfen in Deutschland, aktuell könnten es über 2400 Tiere sein. Der Wolf breitet sich flächendeckend aus. Waren zunächst Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Niedersachsen von Rissen betroffen, gibt es inzwischen Meldungen aus allen Regionen.

Darum sorgen sich vielerorts Weidetierhalter um ihre Existenz. Ein Beispiel ist Markus Kühn (54), Landwirt aus Nisterberg im Westerwald. Der „Noch-Tierhalter“, wie er sich selbst bezeichnet, hält in der Grünlandregion 85 Mutterkühe in Weidehaltung mit Aufzucht der gesamten Nachzucht als Schlachtvieh. Allein schon die Düngeverordnung und andere Auflagen bedrohen seiner Meinung nach die Bewirtschaftung des Grünlandes, die jetzt schon nicht mehr regional angepasst möglich sei. „Die Wolfspolitik der Regierung und der EU tragen den Rest bei, um die Weidehaltung ins Aus zu manövrieren“, betont er. Ihm geht dabei nicht allein um die gerissenen Tiere, sondern um den Rest der Herde, der, in der Regel nachts durch Wolfsangriffe in Panik durch den Zaun ausbricht und wieder eingefangen werden muss. „Meine Frau und meine Kinder haben schon gesagt, dass sie das nur einmal mitmachen“, sagt er und betont, dass es keine wolfssicheren Einzäunungen gibt.

Landwirt wendet sich ans Umweltministerium

Aus diesem Grund hat sich Kühn mit seinen Sorgen an die Bürgerinfo des Bundesumweltministeriums gewendet und Umweltministern Svenja...

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