Berufung

Monsanto geht gegen Glyphosat-Urteil vor

Die Bayer-Tochter Monsanto will das milliardenschwere Schadenersatz-Urteil im jüngsten US-Glyphosat-Prozess aufheben lassen. Das Urteil sei eine "abstrakte Verunglimpfung von Monsanto".

Der Rechtsstreit geht weiter: Ein Gericht hatte im Mai die Bayer-Tochter Monsanto im Glyphosat-Prozess zu einem Schadenersatz von über zwei Milliarden Dollar an das Ehepaar Alva und Alberta Pilliod verurteilt. Dagegen wehrt sich Monsanto nun. Die Anwälte des Konzerns reichten am Montag Anträge bei der zuständigen Richterin in Kalifornien ein, die Entscheidung der Jury von Mitte Mai entweder zu kassieren oder einen neuen Prozess anzusetzen, berichtet der Spiegel.

Die Begründung der Anwälte

Bayer hatte sofort nach dem Urteil angekündigt, Berufung einzulegen. In den nun eingereichten Gerichtsanträgen argumentiert der Konzern, die Klägeranwälte hätten Fakten verschleiert und die Jury aufgehetzt. Das Urteil stehe im Widerspruch zur Beweislage. "Ein neuer Prozess ist notwendig", so Bayers Anwälte.

In den USA sind noch weitere rund 13 400 Klagen wegen eines möglichen Krebsrisikos von Glyphosat gegen das Unternehmen anhängig.

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Artikel geschrieben von

Christina Lenfers

Redakteurin top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Paul Siewecke

@ Gerhard Steffek oder bewusst abgewartet...

Die Klagen waren sicher schon vorbereitet, aber man hat auch sicher auf die Übernahmepläne seitens der Kläger-Anwälte abwartend reagiert, damit man einen dauerhafte zu Beklagenden hat. Sonst klagt man erst gegen Monsanto, dann gegen BAYER.... So hat man sich nur Prozesssicherheit verschafft und außerdem (da gebe ich ihnen Recht) hat man sich durch die Klage gegen ein (nun "böses nichtamerikanisches") ausländisches Unternehmen selbst die Chancen auf Erfolg erhöht. Nicht dass der "GröPaZ" noch ein Veto einlegt....

von Gerhard Steffek

@Paul Siewecke -

die Klagen wurden aber erst nach dem Verkauf an Bayer eingereicht. Hier wurde meines Erachtens bewußt auf den Verkauf spekuliert um den deutschen Konzern abzugreifen. Sicherlich, hier kann man dann auch sagen: "stupid German money". Der dumme Michel!!

von Paul Siewecke

@ Gerhard Steffek eine kleine Anmerkung...

Die Klagewelle war schon vor der Monsantoübernahme durch Bayer absehbar, was auch dadurch untermauert wird, dass kein gutgehendes Unternehmen mit soliden Zukunftsaussichten von den Aktionären einfach so verkauft wird. Man könnte allerdings auch mal untersuchen, ob da jemand auf fallende Börsenkurse (Monsanto, Bayer, ...) gewettet hat, aber das ist dann ein Fall für die Börsenaufsicht. Es wurde schon lange vor der Übernahme gewarnt, da entsprechende Klagen anhängig bzw. in Vorbereitung waren, aber leider haben die Dollarzeichen in den Augen des BAYER-Vorstandes sich auch auf dessen Gehör und Verstand ausgewirkt. Da galt wieder die alte Weisheit "Gier frisst Hirn"!

von Gerhard Steffek

Kampf der Titanen??

Bin dann mal gespannt was dabei rauskommt. Denn hier haben wir ja dann wahrlich einen Kampf der Wissenschaft gegen die Ideologie. Als nichts anderes kann ich das jetzt sehen. Denn es ist schon bemerkenswert, daß rund um den Globus alle großen wissenschaftliche Institute bis jetzt letzthin die amerikanische EPA Glyphosat als unbedenklich eingestuft haben. Nur die einzige IARC, eine Unterorganisation der WHO verstieg sich dahin Glyphosat als "wahrscheinlich krebserregend" einzustufen. // Betrachtet man aber die ganzen Einstufungkriterien, bzw. Stufen, dann war dies ja fast zwangsläufig. Die IARC hat 4, bzw. 5 Stufen (Gruppe 1: karzinogen (krebserregend) für Menschen, Gruppe 2A: wahrscheinlich karzinogen, Gruppe 2B: möglicherweise karzinogen, Gruppe 3: nicht klassifiziert, Gruppe 4: wahrscheinlich nicht karzinogen). Nach denen ist außer bei Gruppe 3 (bedeutet aber: nicht untersucht) ja doch alles irgendwie krebserregend. Denn auch Gruppe 4 enthält den Hinweis "wahrscheinlich". Somit ist bei denen, bis auf die nicht untersuchten Stoffe, irgendwie alles krebserregend. Ist diese Institution dann im Grunde genommen eigentlich nur eine Lachnummer? Wenn man bedenkt wieviele gut bezahlte Mitarbeiter dort arbeiten, dann aber eine Teure. // Wenn man dieser Seite (https://www.salonkolumnisten.com/schafft-die-iarc-ab/) glauben darf, dann wird es höchste Zeit, dem IARC den Hahn abzudrehen. // Hier herrschen so deutlich wirtschaftliche Interessen vor, denen sämtliche seriöse Fakten geopfert werden. Ein weiteres Faß wird ja auch insofern aufgemacht, da es schon erstaunlich ist, daß die ganze Klagewelle gegen Monsanto erst jetzt nach der Übernahme des Konzerns durch Bayer ins laufen kommt. Greift man hier wieder mal das "stupid Money" der Deutschen ab? Insofern tut Bayer gut daran hier ein entsprechendes und entschiedenes Handeln an den Tag zu legen. Denn selbst Vergleiche würden nichts bringen, die Hexenjagd ginge weiter. Im Großen und Ganzen geht es darum ein Lügengebäude zum Einsturz zu bringen und um sachlicher Argumentation wieder zu ihrem Recht zu verhelfen und nicht nur ideologisches Geschwätz gelten zu lassen.

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