Streit

Nabu bezweifelt Genehmigung für Wolfsentnahme in Niedersachsen

Der Nabu meint, die gesetzlichen Voraussetzungen zum Abschuss eines Wolfsrüden in Niedersachsen seien nicht gegeben. Stattdessen erwecke Umweltminister Lies den Eindruck, durch das Zurückhalten der Informationen, die seine Entscheidung rechtfertigen, die Entnahme sei politisch motiviert. Die Naturschützer werfen den Tierhaltern zudem mangelnde Sicherung vor.

Aus dem Rodewalder Wolfsrudel darf bekanntlich ein Rüde getötet werden, auf dessen Konto mehrere Risse von Nutztieren im Landkreis Nienburg gehen. Die Sondergenehmigung des Landes Niedersachsen liegt vor. Doch ob diese rechtmäßig ist, bezweifelt der NABU.

Dr. Holger Buschmann, Landesvorsitzender des NABU Niedersachsen, glaubt, Umweltminister Olaf Lies halte Informationen zurück. Er fordert den Politiker auf, die Öffentlichkeit über die sachlichen und fachlichen Abwägungen zu informieren. Seine Vermutung: Die Entscheidung könnte politisch motiviert sein. „Die aktuelle Informationspolitik des Umweltministeriums zur Entnahme des Wolfes ist skandalös, da sie in Kauf nimmt, dass die Emotionen sowohl bei Wolfsbefürwortern als auch bei Gegnern auf die Spitze getrieben wird“, so Buschmann.

Der Naturschützer verweist auf Paragraph 45 Abs. 7 des Bundesnaturschutzgesetzes. Entnommen werden dürfe ein Wolf nur für die

1) Abwendung erheblicher wirtschaftlicher Schäden und wenn es

2) Zwingende Gründe des überwiegenden öffentlichen Interesses gibt.

Von den bisherigen Aussagen des Ministeriums sei abzuleiten, dass mildere Mittel unzureichend in Betracht gezogen worden sind. „Vergrämungsmaßnahmen wurden scheinbar nicht versucht, eine Begründung wurde dazu nicht geliefert. Eine Besenderung des betroffenen Rüden wurde anscheinend ebenfalls nicht versucht und ebenso fehlt eine Begründung dazu. Herdenschutzmaßnahmen wurden insbesondere bei betroffenen Rinderherden anscheinend nicht angewendet und auch bei Schafherden anscheinend erst sehr zögerlich“, so Buschmann.

Er wirft den Tierhaltern vor, dass bei fast allen Nutztierrissen kein Mindestschutz gemäß der Richtlinie Wolf vorhanden gewesen sei. Dem Argument, dass eine Herde als Grundschutz diene, und somit als wolfssicher anzusehen sei, erweist der NABU eine klare Absage. Hierzu müsste geklärt sein, welche Struktur und Größe eine Herde haben muss, um als Grundschutz ohne wolfsabweisende Zäune wirken zu können. Dies wurde bislang versäumt. Daher sieht er die beiden erlaubten Gründe zum Abschuss für nicht erreicht.

Es fehle zudem eine fachliche Abschätzung der Folgen, wenn der Leitrüde aus dem Rudel geschossen wird.

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Ein Wolf, der für mehrere Schafsrisse hinter wolfssicheren Zäunen im Kreis Pinneberg (Schleswig-Holstein) verantwortlich ist, darf abgeschossen werden. Das hat heute das Landesamt für...

Jedes Zögern bei der Genehmigung des Abschusses von Problemwölfen lässt sich nach Ansicht von Karlheinz Busen (FDP) nicht gegenüber den Weidetierhaltern erklären.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

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Diskussionen zum Artikel

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von Gregor Grosse-Kock

Wölfe

Siedeln sich an und Weidetiere werden verdrängt, das ist schon so in Italien und Frankreich gewesen, aber EU Politiker leugnen dies geflissentlich. Es gehört eine Agenda daher, dass wir mit so einem Mist sprich Wolf und EU Spaßvögeln die nur Steuergelder und Privatvermögen vernichten nichts mehr zu tun haben. Unsere etablierten Parteien müssen sich über die Abkehr nicht wundern. Alles Weltfremd und Gutmenschen.

von Heino Fullriede

Nur der Rüde ??

Das ganze Rudel muss getötet werden ! So wird es in Kanada schon jahrelang gemacht.

von Wilhelm Grimm

Mao Tse-tung hätte ihn auf`s Land

zur Nachschulung geschickt.

von Paul Siewecke

wahrscheinlich wacht man erst auf...

wenn man Wölfe mit dem Golf-Car überfahren kann, weil sie jegliche Scheu verloren haben.

von Gerhard Steffek

Es fehle zudem eine fachliche Abschätzung der Folgen -

Es ist ja erstaunlich was dieser selbstgefällige "Dummschwätzer" da zum Besten gibt. Aber selber aktiv werden wollen sie nicht. Wo ist von Seiten des NABU die Unterstützung für die Tierhalter? Alles in Frage stellen, Unsicherheit schüren, kann jeder, mittlerweile ist das schon ein so abgedroschener Hut das die Schwarte kracht. Leider sterben die Dummen nicht aus, die auf diese Masche reinfallen. Beim letzten Satz "Es fehle zudem eine fachliche Abschätzung der Folgen..." offenbart sich aber schon eine entsprechende Frechheit. Man könnte ja zurückfragen: Warum haben sie da keine Erfahrung? Sie wähnen sich doch als "Wolfsexperten". Außerdem - wie sieht es denn aus mit dem Vorsorgeprinzip? Das führen NABU und Co, besonders wenn es um Pflanzenschutz geht, doch so gerne an. Warum dann nicht auch beim Wolf? Schließlich ist dieser erwiesenermaßen für seine ganze Umwelt tödlich. Außerdem könnten sie ja dann auch gleich noch entsprechende Feldstudien durchführen. Wenn sie schon keine Erfahrung haben, dann wäre das doch die Gelegenheit. Abgesehen davon, wenn er ein bißchen denken könnte, dann wüßte er schon die Antwort. Aber anscheinend ist in diesen Kreisen logisches, vorausschauendes, umfassendes, kausales Denken ein Fremdwort.

von Gerd Dumke

Scheu und nachtaktiv

und ganz kleine Brötchen backen! Das sollte der Wolfsschutzverein und Naturschutzkonzern verinnerlichen! Keiner hat mehr Unwahrheiten und Desinformationen in Umlauf gebracht. Der Nabu Niedersachsen hat ca. 258.000 € von der DBU dafür kassiert den Niedersachsen Herdenschutz beizubringen. Jetzt haut Buschmann auch noch die Trommel das man den Rüden eigentlich entschuldigen müsste...Wer zuvor immer wieder betont Wölfe könnten such ohne Jagdrecht "entnommen" werden und das jetzt konterkariert fodert zwei Konsequenzen: Nabu hat nun endgültig als Gesprächspartner ausgedient und Wölfe gehören ins Jagdrecht damit das perfide Spiel mit "Natur" und Landnutzern wie Weidetierhalern und Jägern ein Ende hat!

von Wilhelm Grimm

Deutschland baut Zäune,

China Flugplätze, 60 bis 80 jährlich !!!

von Anton Obermeier

Warum

übernehmen die Penner vom NABU nicht den Schutz der Weidetiere ( natürlich auf ihre Kosten, bekommen ja genug Spenden ). Dann würden sie ihrer lächerlichen Existenz auch mal einen Sinn geben und müssten nicht nur Unsinn schwafeln.

von Gerd Uken

Herr Buschmann war

Von der FDP Leer auch eingeladen worden zu einer Diskussion über Wolf u. Gänse - schützen oder schiesen. Er hat es vorgezogen gleich ab zu sagen. Daraus schließen wir der Nabuvorsitzende ist zu keinem Gespräch bereit. Obwohl sie ja auch als Weidetiethalter genauso betroffen sind. Der BUND war vertreten. Ich sehe ihn jetzt schon kilometerlange Zäune ziehen ...... Die Verhältnissmässigkeit sollte bedacht werden und außerdem gibt es der Paragr.45 Bundesnaturschutzgedetz wohl her einen auffälligen Wolf der sich spezialisiert hat ......

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