Löhne steigen um 7 %

Neuer Tarifvertrag für den niederländischen Fleischsektor

In den Niederlanden steigen für die Fleischarbeiter sowohl der Mindest- als auch der Tariflohn deutlich. Die Unterkünfte müssen zertifiziert sein und langjährige Mitarbeiter werden fest angestellt.

Der niederländische Zentralverband der Fleischwirtschaft (COV) hat sich mit den Gewerkschaften auf einen neuen Tarifvertrag für die rund 10.000 Beschäftigten in der Branche geeinigt. Wie der COV jetzt in Zoetermeer mitteilte, sollen die Löhne in den nächsten zwei Jahren um fast 7 % steigen. Auch die Mindestlöhne würden deutlich angehoben. Ferner erhielten ausländische Mitarbeiter eine Wohnungs- und Einkommensgarantie.

Dem neuen Tarifvertrag zufolge haben ausländische Arbeitnehmer, die zum ersten Mal in die Niederlande kommen, unabhängig von der Dauer ihres Arbeitsvertrages und der Zahl der geleisteten Arbeitsstunden direkt Anspruch auf den Mindestlohn. Nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses können sie noch vier Wochen in der vom jeweiligen Unternehmen angebotenen Unterkunft bleiben.

Zertifizierte Unterkünfte plus Festanstellungsgarantie

Nach Angaben des COV können von Zeitarbeitsfirmen vermittelte Mitarbeiter, die mehr als fünf Jahre bei einem Fleischunternehmen gearbeitet und dauerhaft in den Niederlanden in einer eigenen Wohnung gewohnt haben, direkt von diesem Unternehmen beschäftigt werden. Darüber hinaus müssten die Fleischunternehmen dafür sorgen, dass die Zeitarbeitsfirmen und die spezialisierten Verleihfirmen den Arbeitern nur zertifizierte Unterkünfte anböten, die den Standards der „Stichting Normering Flexwonen“ entsprächen.

COV-Präsident Laurens Hoedemaker begründete die Verbesserungen für ausländische Mitarbeiter auch mit ihrer wichtigen Rolle für die Fleischbranche. „Die Unternehmen müssen nicht nur auf die Kostenentwicklung achten, sondern stehen auch vor der Herausforderung, genügend Mitarbeiter zu finden und zu halten“, sagte Hoedemaker. Der Tarifvertrag muss noch von den COV-Mitgliedern genehmigt werden. (AgE)

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